Chrysler stoppt Werbung
„Dr. Z“ hat ausgedient

Der Autohersteller Chrysler zieht Konsequenzen aus seinem Absatzeinbruch in den USA. Das Unternehmen stoppt nach nur zwei Monaten seine viel beachtete Kampagne mit Konzernchef Dieter Zetsche als Werbefigur „Dr. Z“ im TV und Print. Eine konventionelle Werbestrategie soll nun wieder den gewünschen Erfolg bringen.

hz / tel FRANKFURT. Stattdessen promotet Chrysler nun sein neues Rabattprogramm, wie eine Unternehmenssprecherin sagte. Im Internet bleibe Dr. Z allerdings auf www.askdrz.com weiter aktiv. Ursprünglich sollte die Kampagne von BBDO Detroit bis Ende des Jahres laufen. 100 Mill. Dollar hat Chrysler dafür bereits ausgegeben.

In den USA sind die Spots, in denen sich Zetsche als Deutscher selbst persifliert, auf geteiltes Echo gestoßen. Während das Werbefachblatt AdAge von „humorvollem Auftrieb“ sprach, wurde in der Autobranche in Frage gestellt, ob die Spots angesichts des geringen Bekanntheitsgrades von Zetsche in den USA außerhalb der Autoindustrie überhaupt funktionierten. Im Gegensatz zum legendären Chrysler-Manager Lee Iacocca oder Ford-Chef Bill Ford, die beide ebenfalls für ihre Marken trommelten, sei Zetsche einer breiten Bevölkerung in den USA kein Begriff, kritisierten Manager von US-Rivalen. Zetsche war bis Herbst vergangenen Jahres Chrysler-Chef und hatte den angeschlagenen Autobauer erfolgreich saniert.

Bei einer Imagekampagne, die nicht direkt auf den Abverkauf zielt, könne man nicht sofort Verkaufserfolge erwarten, sagt Ralph Ohnemus, Vorstand des Nürnberger Marktforschungsinstituts Konzept & Analyse AG. „Zwei Monate Laufzeit sind meines Erachtens zu kurz, um über Erfolg oder Misserfolg der Kampagne zu urteilen“, sagt Ohnemus.

Nach Absatzeinbrüchen von 37 Prozent im Juli und 7,8 Prozent im August verspricht sich Chrysler aber offensichtlich von handfester Produktwerbung mehr Impulse. Das Unternehmen selbst bewertet Dr. Z übrigens nicht als Misserfolg. „Die Kampagne hat ihre Ziele durchaus erreicht, Interesse für Chrysler zu wecken und die Vorteile der Fusion mit Daimler vorzustellen“, sagte Sprecherin Mary Beth Halprin. Laut einer von Daimler in Auftrag gegebenen Studie hätten 72 Prozent der Befragten angegeben, die Kampagne verstanden zu haben.

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