Clarkson, Hammond und May

Das Top-Gear-Trio macht bei Amazon weiter

Es gibt ein Leben nach dem Rauswurf: Die drei ehemaligen „Top-Gear“-Moderatoren sind sich mit dem Streaming-Dienst Amazon Prime einig geworden. Sie produzieren eine neue Autoshow, die 2016 zu sehen sein soll.
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Die ehemaligen Top-Gear-Moderatoren James May, Jeremy Clarkson und Richard Hammond (v.l.n.r.) werden 2016 in einer neuen Autoshow zu sehen sein. Allerdings nicht im britischen TV. Quelle: PR
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Die ehemaligen Top-Gear-Moderatoren James May, Jeremy Clarkson und Richard Hammond (v.l.n.r.) werden 2016 in einer neuen Autoshow zu sehen sein. Allerdings nicht im britischen TV.

(Foto: PR)

DüsseldorfDie britischen TV-Legenden Jeremy Clarkson, Richard Hammond und James May werden gemeinsam eine neue Autoshow präsentieren. Wie die britische Zeitung The Standard online meldet, hat sich das Moderatoren-Trio der erfolgreichsten Auto-TV-Sendung der Welt für die Produktion von drei Staffeln mit dem Streaming-Dienst Amazon Prime geeinigt. Damit sind monatelange Spekulationen um die Zukunft des befreundeten Gespanns beendet, die unter anderem besagten, sie würden beim BBC-Konkurrenzsender ITV ein Top-Gear-ähnliches Format starten.

Wie die Amazon-Tochter heute Mittag selber mitteilte, werde die erste Staffel wird in Kürze in Produktion gehen und in Deutschland und Österreich im Jahr 2016 zu sehen sein.

Was man über Top Gear wissen sollte
Top Gear-Moderatoren Richard Hammond, Jeremy Clarkson und James May
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Seine Kollegen nennen ihn einen alten Gorilla, einen Silberrücken, einen ewig gestrigen Petrolhead. Jeremy Clarkson ist der Kult-Moderator des britischen Auto-TV-Magazins Top Gear. Millionen Zuschauer sehen die Sendung seit mehr als zehn Jahren regelmäßig. Das beliebteste Autotestformat der Welt ist für die BBC ein riesiger Gewinn, weil es eben nicht nur Autonarren anspricht. Sondern weil es gnadenlos chauvinistisch auf Material und menschlichen Vorurteilen herumreitet. Einige Facts, die man über die kontroverse Großschnauze Clarkson und Top Gear kennen sollte ...

Top-Gear-Moderator Jeremy Clarkson im Ariel Atom
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Top Gear ist weltweit erfolgreich: Die Sendung der BBC wird in 214 Sendegebiete rund um den Globus verkauft, es gibt Ableger unter anderem in den autoverrückten Märkten China und Russland. Dazu kommen ein gleichnamiges Printmagazin, ein Computerspiel und Merchandising-Artikel.

Bei Gegenwind flieg ich rückwärts...
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Auch in Deutschland gibt es Gerüchte, wonach RTL an einem Top Gear-Ableger für den hiesigen Markt interessiert sei. Übersetzte Übertragungen des englischen Originals erwiesen sich vor fünf Jahren auf Kabel 1 jedoch nicht erfolgreich, heute läuft die Sendung noch auf dem Spartensender DMAX.

Szene aus dem Top Gear Holiday Special 2010
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Die Sendung gibt es schon seit 1977. Im Jahr 2005 erhielt Top Gear den prestigeträchtigen Emmy Award als beste Unterhaltungsshow. Aktuell läuft die 22. Staffel. Deren erste Folge wurde zeitgleich in 55 Ländern übertragen.

Stadt, Land, Fluss
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Selbst in das Guinness Buch der Rekorde hat es die Sendung geschafft: Top Gear steht dort seit dem Jahr 2013 als die weltweit am meisten gesehene Fachsendung. Wobei man über den Begriff natürlich streiten kann, denn die überwiegend sehr PS-starken Testfahrzeuge im Drift zu bewegen und die teilweise aberwitzigen Herausforderungen, die die Moderatoren zu meistern, das ist das genaue Gegenteil ernsthafter Tests.

Dieser Typ nimmt sich selber oft nicht ernst
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Aktuell macht die Sendung Schlagzeilen mit der Suspendierung ihres Star-Moderators Jeremy Clarkson. Er soll angeblich einen Produzenten geschlagen haben, als es am Ende eines Drehtages kein warmes Essen gab. Der sich nun anbahnende Streit könnte teuer werden. Der Umsatz der Sendung wird auf mehr als 220 Millionen US-Dollar geschätzt und gehört damit zu den wichtigsten Gewinnbringern der BBC.

Prominente Gäste
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Fest zum Bestandteil der Sendung gehört es prominente Gäste, wie beispielsweise US-Schauspieler Tom Cruise und Cameron Diaz, in ein "reasonably priced car", zu setzen, meist ein kompaktes Importfahrzeug, und sie über den hauseigenen Rundkurs zu jagen, ein stillgelegtes Flugfeld. Der Wettbewerb um die Bestzeit hat Tradition, und wird sogar von Formel-1-Fahrern richtig ernst genommen. Sehr zur Freude des Publikums.

„Top Gear“ gilt als die international erfolgreichste Sendungen der BBC mit weltweit rund 350 Millionen Zuschauern. Im Frühjahr hatte die britische Sendeanstalt den Vertrag ihres scharfzüngigen Moderators Clarkson nicht verlängert und damit einen Proteststurm unter Fans entfacht. Der 55-Jährige hatte mit seinem derben Humor und politisch unkorrekten Sprüchen schon oft Ärger gemacht.

Allerdings prägte er auch das Image der Show, bei der meist internationale Supercars im Vordergrund standen. Zum endgültigen Bruch kam es im März, als Clarkson in einem Hotel in Yorkshire den Produzenten Oisin Tymon schlug, weil es nach einem Drehtag kein warmes Essen gab. Die mit ihm befreundeten Moderatoren Richard Hammond und James May hatten Clarksons Verhalten zwar nicht gutgeheißen, aber erklärt, „Top Gear“ bei der BBC ohne Clarkson auch nicht weiter moderieren zu wollen.

Top Gear selbst wird von der BBC fortgesetzt, man hat den 49jährigen Radiomoderator und bekennenden Autonarren Chris Evans dafür gewonnen. Dessen Co-Moderatoren stehen noch nicht fest, zuletzt wurde über Jenson Button spekuliert. Der 35jährige Pilot des derzeit erfolglosen Rennstalls McLaren Honda steht vor seinem Karriere-Ende bei der Formel 1.

Amazon Prime, das neben dem Streamingangebot auch bevorzugte Servives bei Bestellung und Versand von Waren beinhaltet, kostet für deutsche Kunden 49 Euro im Jahr.

Zur aktuellen Strategie des Streaming-Anbieters zählt es, neben Eigenproduktionen immer wieder beliebte Serienformate anderer Institutionen zu kaufen. Zuletzt war man bei der BBC und wartet Ende Juli mit der neuen britischen Hit-Serie  "Jonathan Strange & Mr Norrell" auf.

„Ein Auto wie Syphilis“
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"Top Gear"-Moderator Jeremy Clarkson ist kein Freund des feinen britischen Humors. So schonungslos, wie er sein Testmaterial regelmäßig schrottet, so respektlos geht er auch mit Herstellern um. Manche Sprüche sind auf dem Niveau von Furzkissenhumor, doch seine Fan-Gemeinde ist riesig und seine Einschaltquote spricht für sich. Was er zu einzelnen Automodellen schon vom Stapel ließ ...

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... Und dafür lieben ihn die Fans: Jeremy Clarkson beschleunigt gerade einen Ariel Atom. Bei Top Gear finden auch exotische Tests mit vollem Gasfuss-Einsatz statt. Das entsprechende Video ist in HD-Qualität auch bei Youtube zu finden und enthält zwei von Clarksons typischen Test-Zitaten: "I am an Alien" brüllt er in dem Moment, als diese Aufnahme entsteht. Wenig später, in Richtung Luft-Ansaugtrichter (rechts oben am Bildrand): "I feel like my brain´s being sucked in."

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"Ein Renault Espace ist wohl die beste Großraumlimousine. Das kommt der Aussage gleich: "Ich hab Syphilis, die beste unter den Geschlechtkrankheiten"."

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"Macht einen so großen Bogen um den Suzuki Wagon R, wie um ungeschützten Sex mit einem äthiopischen Transvestiten."

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"Ich würde mich eher sterilisieren lassen als Ford Galaxy zu kaufen."

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"Es gibt nur ein Wort, was den Vectra beschreibt, es fängt mit "s" an und endet mit "t". und es ist nicht soot." Clarkson nahm das Wort "Shit" zwar nicht in den Mund, aber auch so wusste jeder, was er meinte ...

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"Ferrari, das ist für mich eine abgespeckte Version von Gott."

Neben dem alten Top-Gear-Trio hat Amazon Prime auch den langjährigen Freund Clarksons und Executive Producer Andy Wilman mit an Bord geholt, der wohl erneut als Produzent fungiert. Zur neuen Zusammenarbeit mit Amazon wird Co-Moderator James May zitiert mit: „Wir sind Teil des neuen Zeitalters des Smart TV. Ironisch, nicht wahr?“

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4 Kommentare zu "Clarkson, Hammond und May: Das Top-Gear-Trio macht bei Amazon weiter"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ein "Streaming-Dienst"? Oh nein! Dort mag es ja vielleicht regelmäßig warmes Essen geben, aber dafür werden die Drei dann wohl auch weitgehend unter sich bleiben. Ihre Fans streamen nicht. Das wäre so, als würde man beim Autofahren das ESP eingeschaltet lassen.
    Gab es sonst keine Alternative zur BBC? Oder waren die gebotenen Honorare zu niedrig?

  • Vielen Dank für den Hinweis. Der Tippfehler wurde behoben.
    Herzliche Grüße aus der Redaktion!

  • Kommentar ist korrekt. Prime kostet 49 EUR im Jahr

  • "Amazon Prime, das neben dem Streamingangebot auch bevorzugte Servives bei Bestellung und Versand von Waren beinhaltet, kostet für deutsche Kunden 49 Euro im Monat."

    Das ist falsch, Prime kostet 49 EUR im Jahr.

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