Classic Car Events 2012
Sponsoren entdecken das neidfreie Umfeld

Obwohl manche klassischen Sportwagen mehr als aktuelle Rolls Royce oder Ferrari kosten, gilt das Oldtimer-Hobby als stilechtes Understatement. Das gefällt auch den Firmen, die in diesem Umfeld Wohlhabende umwerben.
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Berlin/DüsseldorfWer mit einem neuen Bentley Continental über die Kö flaniert, gilt schnell als neureich oder protzig. Wer dagegen mit dem Vorgänger Continental R aus den Fünfzigern die gleiche Meile absolviert, wird ob seines automobilen Geschmacks bewundert. Obwohl manch klassischer Sportwagen den Neupreis eines aktuellen Rolls Royce, Ferrari oder Jaguar übersteigt, gilt das Hobby als stilechtes Understatement.

Oldtimer-Events eignen sich deshalb hervorragend als neidfreies Umfeld für die Werbebotschaften der Luxus-Industrie, Vermögensverwalter aber auch der Autohersteller selbst. Für exklusive Hotels wie Schloss Bensberg oder die Villa d´Este am Comer See sind solche Ereignisse ein Geschäft. Sie steigern die Popularität des eigenen Hauses und bescheren gleichzeitig zahlreiche und sehr gut zahlende Gäste.


Denn die Eigentümer der automobilen Pretiosen lassen sich den standesgemäßen Auftritt auch noch viel kosten. Nicht nur dass das wertvolle Stück meist von der Fachspedition angeliefert und vom eigenen Mechaniker betreut wird. Auch für den Oldtimer-Grand Prix in Monaco wird ein ordentliches Nenngeld fällig. Dafür darf man auf der originalen Rennstrecke zwischen von UBS beworbenen Leitplanken umherkurven und im Credit Suisse Drivers Club Platz nehmen, wo Banker warten, um neue Kunden zu gewinnen und alte zu pflegen. Bei dem von der BMW Group maßgeblich gesponserten Concours d´Elegance am Comer See hat die Pommery-Vranken Gruppe die Patronage übernommen. Neben den Champagner-Marken Pommery, Vranken, Heidsieck und Lafitte hat man noch einige besonders gute Weingüter im Angebot.


Auch die deutschen Schloss Bensberg Classics haben sich der Unterstützung gleich mehrerer Partner versichert: Die Volkswagen Group schafft das passende Umfeld für ihre Luxusmarken Bentley, Bugatti und Lamborghini und kann vielleicht auch noch die Tradition von Horch und die Nachbauten der Auto Union-Rennwagen präsentieren.

Dass man anderen Events das Wasser reichen kann, dafür sorgt Gerolsteiner. Dass es nicht immer Wasser sein muss, zeigt der Sponsor Veuve Clicquot.  Die Manufaktur Fürstenberg ist dafür zuständig, dass nicht zuviel Porzellan zerschlagen wird. Und auch hier steht die Berenberg Bank als Partner gerne zur Verfügung.

Bei den Classic Days in Schloß Dyck kommt der gut betuchte Kunde gerne mit der Konkurrenz von Julius Bär in Kontakt. Der TÜV Rheinland wird wahrscheinlich keine Prüfplakette anbieten, ist aber ebenso präsent wie die holländische Modefirma “State of the Art”, die aus dem Klassik-Sponsoring gleich eine ganze Marketing-Strategie gemacht hat und überall da mit einer eigenen Porsche-Sammlung publikumswirksam auftritt, wo historische Automobile zu finden sind.

So tritt das Textilunternehmen auch als Sponsor der Mille Miglia auf neben der Parmesan-Käserei Grana Padano oder dem Fenster- und Solarmodulhersteller Schüco.  Weltpartner ist der Luxusuhren-Hersteller Chopard.

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