Classic Days 2011 auf Schloss Dyck
„So einen hatte ich auch mal“

Trotz äußerst launischem Wetter: 3.500 automobile Schmuckstücke lockten die Besucher zu den Classic Days am niederrheinischen Schloss Dyck. Und es waren nicht nur die teuren Raritäten, die begeisterten.
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Jüchen/Bensberg/DüsseldorfDas härteste Rennen für Oldtimer - die Mille Miglia - haben die zwei historischen Renn-Käfer von Volkswagen Classic bereits im Mai absolviert. Bei den Classic Days auf Schloss Dyck rollten sie nun am Wochenende neben 90 Jahre alten Bentley und Bugatti aus der Vorkriegsära. "So einen hatte ich auch mal – das war mein erstes Auto." Es waren immer die gleichen Worte, die den meisten Besuchern über die Lippen kamen, wenn sie Fragen zu den speziell aufgebauten Renn-Käfern aus Wolfsburg stellten. Reinhold Merfort erinnerte sich, als er zusammen mit drei Freunden im heckgetriebenen VW nach Spanien gefahren ist.

Brunhild Fischer bedauerte es, ihren Käfer aus dem Jahr 1963 vor mehr als 20 Jahren verschenkt zu haben, während Udo Kern aufmerksam den Motor des 1956er Ovali-Käfers in Augenschein nahm. „Das ist aber kein normaler Käfermotor“, vermutete er und hatte recht: Im Ovali verrichtet ein Triebwerk seine Arbeit, das normalerweise im Porsche 356 für Vortrieb sorgt.

„Aufgrund der Bestimmungen der Mille Miglia waren wir gezwungen einen leistungsgesteigerten Motor zu verbauen, der vor 1957 üblich war. Die Motoren von Porsche aus dieser Zeit, eigenen sich sehr gut für die Platzverhältnisse im Käfer“, erläuterte Michael Winkler von Volkswagen Classic den nicht ganz typischen Umbau. 75 PS und mehr als 170 km/h Spitze erreicht der Ovali-Käfer spielend.

Improvisationstalent zeigte der 36-Jährige, als am dritten Einsatztag beim Ovali der speziell maßgefertigte Gaszug riss: Mit mehreren Schlüsselbändern, Klebeband und VW-Classic-Prospekten bekam der Volkswagen kurzerhand einen provisorischen Gaszug. Dieser verlief aus dem Motor heraus über das Dachfenster zum Beifahrer, der dann per Hand auf Kommando des Fahrers für Drehzahl sorgte.

Richtig Krawall machte der luftgekühlte Motor im 1951er Brezel-Käfer. 60 PS, eine martialisch anmutende Abgasanlage und ein spartanisch eingerichtetes Cockpit signalisieren Renngene. Aufgebaut wurde dieser seltene Volkswagen von Christian Grundmann aus Stadthagen.

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  • Teil 2

    In den letzten Jahre musste der angeblich extra angeschaffte durch's Schloßtor passende Feuerwehrwagen herhalten, der so teuer war. Hat’s da die letzten Jahrhunderte noch nie gebrannt? Irgendwas findet man halt immer.

    Das Prinzip immerhin war erkennbar: 3000 Unbedarfte (nach Veranstaltermeldung natürlich 6000) sind so dämlich und stellen ihre Fahrzeuge dem Veranstalter als Ausstellungsgut zur Verfügung, kostenlos, nein, sie zahlen dafür sogar heftig Eintritt (leider gehörte ich auch dazu), besonders Exhibitionistische mit Renn- oder Pseudo-Rennautos (die sich sonst auf keine Rennstrecke trauen würden) zahlen sogar richtig Startgeld, um sich im Schrittempo von Ahnungslosen bejubeln zu lassen, und ein Viertel der Veranstaltungszeit - genau in der Kernzeit - gehört den Sponsoren, die dann ihren Werbeevent durchführen dürfen, auch mit neuen Autos.

    Und eine simple Bratwurst mit einem Klacks Kartoffelsalat aus dem Eimer kostet 8 Euro und heißt deshalb Schloßbratwurst. Oder sie heißt Schloßbratwurst und kostet deshalb 8 Euro.

    In Goodwood läuft das zwar ähnlich, aber da ist das Programm immer noch um Welten besser.

    Aber dreist mit Trips werben, das können sie in Schloß Dyck. Der hat zwar zu diesem Schloß keine Beziehung, es war auch kein Auto von ihm da, aber der kann sich ja auch nicht mehr wehren.

    Wehren sollte sich Goodwood wegen Rufschädigung, schlechter Kopie in allen Bereichen und unzulässiger Rufausnutzung. Könnte teuer werden.

  • Vermutlich war der Redakteur noch nie in Goodwood, und auch bei den Autos kann er Original und Replika. Hätte man das Replikantengesindel wegzaubern können, wäre es verteufelt leer geworden. Und vermutlich wäre es noch leerer geworden, wenn man alle Autos entfernt hätte, auf denen der Pausenclown Horst Lichter als VIP-Fahrer fuhr oder mitfuhr, das war grob geschätzt jedes zweite. Halt: der fuhr nur auf Replikas, da reicht der erste Ansatz.

    Daß die "martialisch anmutende Abgasanlage" ein damals völlig normaler Porsche-Sebring-Auspuff sogar ohne die damals übliche Tüte war, solche Detailkenntnisse kann man dann auch nicht erwarten, und auch die Behauptung, mit 75 PS und dem Luftwiderstand einer Käferkarosse wären über 170 km/h zu erreichen (natürlich mit der kurzen Rallyeübersetzung), läßt einen nur kurz schaudern. Gemeint war wohl im freien Fall

    Daß ein McLaren M8F auf den Wirtschaftswegen rund um Dyck nicht gerade heimisch zu sein scheint (beider Breite ist in etwa identisch), fällt auch nicht auf. Die Farbe passte dahin, war wie beim Müllwagen der Gemeinde.

    Und der Hauptunterschied zu Goodwood? In Schloß Dyck werden die Autos auf Schrittgeschwindigkeit heruntergebremst, wenn Zuschauer in Sichtweite sind.

    Natürlich aus Sicherheitsgründen.

    Die müssen für alles herhalten. Für die drastisch erhöhten Eintrittspreise von 24 € - offiziell wegen zusätzlicher Sicherungsmaßnahmen nach dem Unglück bei der Love Parade (komisch, es war nichts anders als die Jahre zuvor), für nochmal zusätzlichen Eintritt von 5 €, um (natürlich nur einmal) in Schloßnähe, den eigentlichen Kernbereich zu kommen - (weil sonst Gedränge drohen würde)
    ... Ende Teil 1

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