CO2-Ziele Nicht alle Hersteller liegen im Plan

Weniger Spritverbrauch, weniger Emissionen: Die neuen Autos sollen auf EU-Wunsch sauberer werden. Fünf Hersteller schaffen das wohl vor dem Stichtag. Andere, wie BMW, hängen ganz schön hinterher.
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Europas CO2-Ziele - Nicht alle im Plan Quelle: Daimler
Europas CO2-Ziele: Nur fünf Autohersteller werden die Anforderungen der Politik wohl frühzeitig erfüllen

Sieben Autobauer werden laut Analyse das Ziel allerdings verfehlen, sofern sie den Prozess ihre CO2-Emissionen zu reduzieren, nicht beschleunigen.

Europäische Autos sollen weniger Abgas ausstoßen und dabei gleichzeitig weniger verbrauchen, dafür hat die EU den Autoherstellern strenge Emissionsziele ins Lastenheft geschrieben. Eine Analyse der europäischen Umweltorganisation Transport & Environment (T&E) bescheinigt jetzt Herstellern wie Nissan, Volvo oder Daimler einen Vorsprung, rügt aber gleichzeitig mehrere Hersteller für deren langsames Vorankommen.

Hintergrund der Analyse: Ab 2021 darf die Flotte, also die Gesamtheit der von einem Konzern verkauften Autos, gemittelt nicht mehr als 95 Gramm CO2 pro Kilometer emittieren, das entspricht einem Verbrauch von 4,1 Litern Benzin oder 3,6 Litern Diesel auf 100 Kilometern. Sonst drohen Strafzahlungen, die sich bei den Herstellern schnell auf Millionensummen aufaddieren.

T&E hat zum zehnten Mal die Erfolge des vergangenen Jahres bewertet, gibt aber auch eine Prognose in die Zukunft. Die Daten bekommt die Organisation von der Europäischen Umweltbehörde EAA.

So sauber sind die Autobauer
Platz 10 - Mazda
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Durchschnittlicher CO2-Ausstoß: 128,2 Gramm / 100 Kilometer

Die Japaner können den durchschnittlichen CO2-Ausstoß auch ohne eigenes Elektroauto im Jahresvergleich um 4,4 Prozent senken – und ziehen damit an Hyundai und General Motors (Opel) vorbei.

*Stand: 2014, Quelle: Studie "How clean are Europe's cars?", Transport & Environment

Platz 9: Volvo
2 von 10

Durchschnittlicher CO2-Ausstoß: 126,5 Gramm / 100 Kilometer 

Trotz einem weiterhin hohen Anteil von SUV bei den Verkäufen konnten die Schweden ihre Emissionen um 3,3 Prozent senken – und damit deutlich stärker als der Markt.

Platz 8 - Volkswagen
3 von 10

Durchschnittlicher CO2-Ausstoß: 125,8 Gramm / 100 Kilometer 

Europas Marktführer hat die gesetzlichen Vorgaben zwar übererfüllt. Doch 2014 konnte der CO-Ausstoß prozentuell nicht so stark gesenkt werden wie bei der Konkurrenz – trotz etlicher neuer Modelle.

Platz 7 - Suzuki
4 von 10

Durchschnittlicher CO2-Ausstoß: 123,8 Gramm / 100 Kilometer 

In der Zulassungsstatistik fahren die Japaner unter dem Radar. In puncto CO2-Reduktion landen sie immerhin auf einem Mittelfeldplatz.

Platz 6 - Ford
5 von 10

Durchschnittlicher CO2-Ausstoß: 121,7 Gramm / 100 Kilometer 

Ungünstige Entwicklung bei Ford. Die Kölner haben sich beim durchschnittlichen CO2-Ausstoß der Flotte im Vergleich zum Vorjahr sogar leicht verschlechtert.

Platz 5 - Fiat
6 von 10

Durchschnittlicher CO2-Ausstoß: 116,4 Gramm / 100 Kilometer 

Die Italiener haben ihren günstigen Flottenausstoß vor allem dem hohen Anteil an Kleinwagen zu verdanken. In puncto Reduktion gab es im Vergleich zum Vorjahr kaum Fortschritte.

Platz 4 - Nissan
7 von 10

Durchschnittlicher CO2-Ausstoß: 115 Gramm / 100 Kilometer* 

Die Japaner haben im Jahresvergleich den größten Fortschritt gemacht, der bisher bei einem Autobauer gemessen wurde. Der CO2-Ausstoß wurde um satte 12,1 Prozent reduziert. Schuld sind vor allem der Qashqai und der Juke, die jetzt deutlich sparsamer unterwegs sind

Mit den niedrigsten Flottenemissionen liegt zurzeit Peugeot-Citroen im Ranking ganz oben. Die 2014 in Europa verkauften 1,36 Millionen Neuwagen hatten im Schnitt einen CO2-Ausstoß von 110 g/km. An zweiter und dritter Stelle folgen Toyota (112,8 g/km) und Renault (113,6 g/km). Erster deutscher Hersteller ist Ford auf Platz sechs (121,7 g/km), der Volkswagen-Konzern liegt auf Rang acht (125,8 g/km), Daimler (131,5 g/km) und BMW (131,7 g/km) auf Platz zwölf und 13.

Den größten Sprung hat im vergangenen Jahr Nissan (Platz 4 im Ranking) gemacht. Der japanische Autobauer hat den CO2-Ausstoß seiner Flotte innerhalb eines Jahres um zwölf Prozent gesenkt, von 131 g/km auf 115 g/km.

Unter anderem dazu beigetragen hat der Modellwechsel des Qashqai, in dessen Zuge effizientere Motoren Einzug gehalten haben. Lag die Durchschnittsemission bei dem Kompakt-SUV 2013 noch bei knapp 136 g/km, waren es 2014 im Schnitt nur noch 115 g/km, das entspricht einer Senkung des Benzinverbrauchs von 5,7 auf 4,9 Liter im Mittel.

Diese Autonamen gingen voll in die Hose
Audi A3 E-tron
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Audi verkauft inzwischen mit dem A3 E-Tron einen sogenannten Plug-In-Hybrid, also ein Auto, das einen Verbrennungsmotor und einen Elektromotor an Bord hat, dessen Batterie über ein Kabel aufgeladen werden kann. Und nach Worten von Vertriebsvorstand Luca de Meo verkauft sich der Wagen auch in Frankreich gut - trotz des Namens. Denn „étron“ heißt auf Deutsch unter anderem „Kothaufen“. Bisher habe das aber nicht zu Problemen geführt, sagte de Meo am 10. März 2015 in Ingolstadt.

Mitsubishi Pajero IV
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Eines der ältesten Beispiele für einen in der Übersetzung missglückten Automodellnamen lieferte Mitsubishi mit dem Pajero. Im Spanischen bedeutet das, wenig verkaufsfördernd, "Wichser". Immerhin, der Hersteller reagierte schnell, das Modell wird auf der iberischen Halbinsel als Montero verkauft.

Mazda Laputa
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Wenig Gespür bewies Mazda mit dem "Laputa" zumindest für den iberischen Markt. "La Puta", gleichbedeutend mit "die Hure", das macht den Wagen für weibliche Kundschaft praktisch unverkäuflich.

Toyota MR2
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Weil der "MR2" französisch ausgesprochen zu"merde" (= Scheiße) wurde, bot Toyota ihn in Frankreich als MR an. 

Lada Nova Combi
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Noch ein Beispiel aus Spanien: Lada (hier im Bild) und Chevrolet waren bei den Modellen Nova (No va = "Geht nicht") nicht gerade kreativ.

Volkswagen Vento
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In Windeseile: Durch einen Namen wie "Vento" wird ein eigentlich ganz nüchterner Volkswagen in den frühen 90er Jahren in manchen Ländern zum "Furz" auf Rädern.

VW Jetta
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Kein Glücksgriff für den italienischen Markt war beim Rucksack-Golf die Bezeichnung "Jetta". Pechsträhne liegt phonetisch ganz nah, nämlich "ietta".

Die nächst bessere Reduzierung konnten Peugeot-Citroen (-4,8%) und Mazda (-4,4%) erreichen. Im Mittel hat die europäische Autoindustrie den CO2-Ausstoß 2014 um 2,6 Prozent gesenkt (2013: -4,1%). Ford und Hyundai hingegen erhöhten der T&E-Analyse zufolge im vergangenen Jahr sogar ihre Emissionen um 0,1 beziehungsweise 0,4 Prozent. Wenn die vorläufigen Daten stimmen, wäre das das erste Mal in den vergangenen Jahren, dass das passiert, so die Verfasser der Studie.

Nach der Prognose der Umweltorganisation werden fünf Autohersteller das Ziel von 95 g CO2/km bereits vor 2021 erreichen, teilweise sogar deutlich vor dem Stichtag: Nissan und Volvo (2018), Peugeot-Citroen und Toyota (2019) sowie Daimler (2020). Mit Renault (2021), VW und Ford (beide 2022) sind drei weitere Hersteller im Zeitplan.

BMW macht sexy
adamrocks_076
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Meist kommt man nicht umhin, mit einer Marke einen bestimmten Typ Fahrer zu verbinden. Manche Klischees halten sich über Jahre oder sogar Jahrzehnte, bei anderen setzt irgendwann ein Umdenken ein. So geschehen offenbar bei Opel: Seit langen haben die Rüsselsheimer mit ihrem Biedermann-Image zu kämpfen. Nach einer aktuellen Umfrage der Online-Autobörse mobile.de liegt der Autobauer nun aber auf Platz zwei im Sympathiewerte-Ranking ...

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Um das aufzustellen hat die Gebrauchtwagen-Onlineplattform und Ebay-Tochter über 1.000 ihrer Nutzer gefragt: „Die Fahrer welcher Automarke sind Ihrer Meinung nach besonders sympathisch?“
Darauf antworteten 20,5 Prozent Volkswagen, das ist, wie auch so oft in der Zulassungsstatistik, Platz 1 für Modelle des Wolfsburger Konzerns.

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Auf die Frage: „Die Fahrer welcher Automarke sind Ihrer Meinung nach besonders sympathisch?“ antworteten immerhin 6,4 Prozent der mehr als 1.000 Umfrageteilnehmer „Opel“, was zusammen mit BMW für den zweiten Platz ausreichte.

Opel versucht seit einiger Zeit, sein Image aufzupolieren, unter anderem mit der Werbekampagne „Umparken im Kopf“, die sich damit beschäftigt, Klischees zu hinterfragen.

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BMW kann noch in einer anderen Kategorie punkten: Die Fahrer der Marke mit dem blau-weißen Logo werden als besonders sexy empfunden (12,5%).

huGO-BildID: 36516132 A model poses by an i3, a BMW electric car on display at the China International Exhibition Center during the "Auto China
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Übrigens darf man in puncto BMW offenbar auch den Spruch "arm, aber sexy" bemühen. Denn aus einer aktuellen Statistik des auf Autos spezialisierten Pfandhauses Süd geht hervor, dass es meist BMW-Fahrer sind, die gezwungenermaßen ihr Auto (vorübergehend) zu Geld machen müssen.

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Gleich dahinter wählten die Befragten Audi mit 10,4 Prozent.

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Porsche, deren Fahrer sich sicherlich gern auf Rang eins gesehen hätten, kommt etwas abgeschlagen auf den dritten Platz (7,8%).

Sieben Autobauer werden laut Analyse das Ziel allerdings verfehlen, sofern sie den Prozess ihre CO2-Emissionen zu reduzieren, nicht beschleunigen: Mazda (2023), BMW und Suzuki (2024), Fiat (2025), GM (2026), Honda und Hyundai (2027).

Worauf die Verfasser der Studie allerdings auch hinweisen ist die Problematik der Differenz zwischen Normverbrauch und dem realen Verbrauch auf der Straße, der zurzeit nicht in die Daten eingeht.

Die Lücke dazwischen sei in den vergangenen Jahren größer geworden, da Autobauer die Schwäche des heutigen Verbrauchszyklus ausnutzten und die Fahrzeuge insbesondere in Tests gut abschnitten. T&E spricht sich daher dafür aus, möglichst schnell den bereits geplanten so genannten WLTP-Zyklus zur Norm zu machen.

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