Conti droht Stahlherstellern
Autozulieferer in der Zange

Neben dem massivem Preisdruck der Autokonzerne werden die Zulieferer nun noch von einer weiteren Seite in Enge getrieben: den hohen Rohstoffpreisen. So konnten die deutschen Branchengrößen Continental, Bosch oder ZF Friedrichshafen zwar auch in diesem Jahr beim Umsatz zulegen, die Rendite blieb jedoch mager.

HB FRANKFURT. Der Chef der hannoverschen Continental AG, Manfred Wennemer, droht den Stahlherstellern wegen der angekündigten neuerlichen Preiserhöhungen inzwischen, sich nach Bezugsquellen in China umzusehen. Der Reifenhersteller sei dabei, Alternativen zu suchen, sagte Wennemer am Dienstag auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt. Er verwies darauf, dass China über große Produktionskapazitäten verfüge, die weltweit angeboten würden. Auf die Frage, ob Conti Einkäufe hier zu Lande durch Stahl aus China ersetzen wolle, antwortete er: "Das müssen sich immer diejenigen überlegen, die die Preise erhöhen."

Conti rechnet wegen der hohen Rohstoffkosten im laufenden Jahr mit Belastungen zwischen 120 und 150 Mill. ?. Dies werde wiederum durch eigene Preisanhebungen im Reifengeschäft ausgeglichen. "Wir gehen davon aus, dass uns die Preiserhöhungen diese 150 Mill. hereinbringen werden", sagte Wennemer. Conti will die Reifenpreise um bis zu acht Prozent anzuheben.

ZF Friedrichshafen, hinter Bosch und Continental die Nummer drei unter den deutschen Autozulieferern, sieht sich ebenso im Würgegriff der Stahlhersteller. "Den gestiegenen Stahlpreisen sind wir hilflos ausgeliefert", monierte ZF-Chef Siegfried Goll. An die Abnehmer könne der Spezialist für Getriebe und Lenkungen die Kosten nur teilweise weitergeben. Zusätzlich drückten die Autobauer die Einkaufspreise für Lenkungen, Fahrwerke, Getriebe und Kupplungen. Preiszugeständnisse zwischen zehn und 30 % über die kommenden drei Jahre stünden im Raum, sagte Goll.

Der weltgrößte Automobilzulieferer Robert Bosch sieht sich von den angekündigten Stahlpreisen weniger belastet, da der Stuttgarter Konzern offenbar vorgesorgt hat. Die neue Preisrunde bringe für Bosch "keinen neuen Ergebnisdruck", sagte Konzernchef Franz Fehrenbach. Bosch habe seine Einkaufspreise auf dem bisherigen Niveau abgesichert. Gleichwohl mahnte er mehr Teamgeist in der Autobranche an, um künftig mehr Wachstum zu generieren. "Für die nächsten Jahre erwarten wir für die Automobilindustrie insgesamt wieder ein höheres Wachstum. Dies muss allerdings von Herstellern wie Zulieferern gleichermaßen in hartem Wettbewerb erkämpft werden", sagte Fehrenbach.

Seite 1:

Autozulieferer in der Zange

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%