Crossover-Konzept startet in der Golf-Klasse
Qashqai soll Nissans Absatzschwäche stoppen

Der japanische Autokonzern Nissan will mit einem neuen kleinen sportlichen Geländewagen die Absatzschwäche in Europa stoppen. Ab Februar sollen jährlich mehr als 100 000 Stück des Qashqai genannten Autos ausgeliefert werden, sagte Nissan-Chef Carlos Ghosn am Mittwoch bei der Vorstellung des Fahrzeuges in Paris.

HB PARIS. „Qashqai wird unser Absatzwachstum in Europa anführen.“ Im Zeitraum von Januar bis Juli hatte Nissan in Europa 15,9 Prozent weniger Autos verkauft als im Vorjahreszeitraum.

Nissan will das Crossover-Modell, das wie eine Mischung aus Geländewagen und Coupe aussieht, im Nissan-Werk in Sunderland in Großbritannien auf der Basis der Plattform für den Renault Megane produzieren. Das Auto soll von Sunderland aus auch nach Japan, den Nahen Osten und auf andere Märkte exportiert werden. Dort soll es unter dem Namen Dualis verkauft werden.

Analysten bezweifeln, dass das neue Auto die Lösung für Nissans Absatzprobleme ist. „Die Aussichten für Nissan sind nicht besonders gut“, sagte Analyst Kurt Sanger von Macquarie Securities. Derzeit profitiere Nissan bei Exporten aus Japan jedoch vom Anstieg des Euro zum Yen, sagte er. Die Europäer wechseln seiner Einschätzung zufolge die Automarke selten. Allerdings wachse der Markt für kleine Geländewagen derzeit trotz der hohen Benzinpreise noch kräftig. „Bis jetzt verkaufen sich solche Autos gut“, sagte auch Gaetan Toulemonde von der Deutschen Bank. Der Qashqai konkurriert unter anderem mit Modellen von BMW und Toyota.

Der nach einem iranischen Nomadenstamm benannte Fünftürer feiert seine Publikumspremiere auf dem Autosalon in Paris (30. September bis 15. Oktober) und kommt Anfang nächsten Jahres in den Handel. In Deutschland ist Verkaufstart im Februar. Die Preise stehen noch nicht fest, sollen aber bei rund 19 000 Euro beginnen.

Der Qashqai geht nach Angaben von Produktchef Carlos Tavares bewusst auf Distanz zu konventionellen kompakten Schrägheck-Limousinen. Stattdessen trage er als handliches „Crossover-Konzept“ die Züge eines kleinen Geländewagens und biete den Kunden damit neben dem frischen Design vor allem eine erhöhte Sitzposition und eine gute Übersicht. Mit einer Länge von 4,31 Metern und 1,61 Meter Höhe könne der Wagen wendig und dynamisch gefahren werden.

Angeboten wird der Qashqai laut Nissan mit zwei Benzin- und zwei Dieselmotoren. An der Basis stehen ein 1,5 Liter großer Selbstzünder mit 78 kW/106 PS und ein 1,6-Liter-Benziner, der auf 84 kW/115 PS kommt. Als vorläufige Spitzenmotorisierung gibt es zwei 2,0-Liter-Aggregate. Der mit Filter bestückte Diesel leistet 110 kW/150 PS, der Benziner kommt auf 103 kW/140 PS. Werte zu Beschleunigung, Höchstgeschwindigkeit und Verbrauch sind noch nicht bekannt.

Während die kleinen Motoren dem Hersteller zufolge ausschließlich mit Frontantrieb angeboten werden, gibt es die starken Aggregate auf Wunsch auch mit dem Allradsystem des Nissan X-Trail. Geschaltet wird von Hand mit fünf oder sechs Gängen, mit einer sechsstufigen Automatik oder mit einem CVT-Getriebe. Zur Serienausstattung gehören unter anderem ein elektronisches Stabilitätsprogramm und eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik. Zum Teil gegen Aufpreis gibt es den Qashqai auch mit Panoramadach, einer DVD-Navigation und mit Rückfahrkamera.

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