Cycle Union
„Die Produkte sind kaputtgetestet worden“

Severine Lönne, Geschäftsführerin bei Cycle Union in Oldenburg spricht mit Handelsblatt Online über das schlechte Frühjahr, das Marktpotenzial und einen Lenkerbruch beim E-Bike-Test der Stiftung Warentest.
  • 0

DüsseldorfFrau Lönne, wie hat Ihr Unternehmen das nasse und kalte Frühjahr überstanden?

Für die ganze Branche lief das erste Quartal nicht gut. Vor allem für den Handel war die Zeit problematisch. Dafür waren Juni und Juli wettermäßig hervorragend. Im vergangenen Monat haben wir sehr gut verkauft und konnten die Defizite der ersten drei Monate teilweise wieder reinholen.

Haben Sie Ihre Absatzziele denn erreicht?

Nicht so ganz. Fahrräder hätten wir gerne mehr verkauft, dafür sind wir bei den E-Bikes gut im Plan. Der Trend zum E-Bike hält weiter an und der Verkauf ist nicht so saisonabhängig, wie bei den normalen Rädern

Wie schätzen sie die kommenden Jahre ein?

Dieses und letztes Jahr hatten wir vom Wetter her eher schlechte Jahre. So langsam kommen Nachholeffekte, die Leute kaufen wieder mehr Räder. Deutschland ist eine Fahrradnation. Das Rad ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Daher glaube ich, dass wir im kommenden Jahr wieder etwas aufholen. Der Kuchen wird insgesamt größer, zu unserem Vorteil, zum Vorteil unserer Händler, aber auch zum Vorteil unserer Konkurrenten.

Vor zwei Jahren wurde ein E-Bike ihrer Tochtermarke Kreidler Testsieger. In diesem Jahr bricht dann ein Lenker beim Test, das Ergebnis: mangelhaft. Haben Sie seitdem etwas verändert?

Nach welchen Kriterien ADAC und Stiftung Warentest getestet haben, war für uns nicht erfahrbar. Wir produzieren nach DIN und testen unsere Produkte regelmäßig. Keiner unserer Kunden hatte ähnliche Erfahrungen. Die Produkte sind meiner Meinung nach kaputtgetestet worden. Ich fahre ja auch nicht mit einem Auto, das gerade beim TÜV war, gegen eine Wand und wundere mich. Wir produzieren auch weiterhin nach den geltenden Normen.

Statistisch gesehen hat jeder Deutsche ein Rad. Hat der Markt noch Potenzial?

Auf jeden Fall. Der Altbestand an Fahrrädern, die überall rumstehen, werden ja nach und nach durchgetauscht. Außerdem wird unsere Gesellschaft älter. Und ältere Menschen kaufen vermehrt E-Bikes. Wobei älter nicht gleich über 70 heißt. Wir haben auch sehr viele Kunden, vor allem Ü50.

Und wenn diese „Ü50-Kunden“ in Deutschland weniger werden? Was bedeutet der Export für Ihre Firma? Immerhin rechnet der Zweirad-Industrie-Verband mit fast 800.000 Fahrradexporten in diesem Jahr.

Das ist eine gute Frage, bis jetzt haben wir nie absichtlich exportiert. Anfang diesen Jahres haben wir erstmals eine Exportabteilung aufgebaut. Vor allem Skandinavien ist als Absatzgebiet interessant, aber auch die USA. Bis wir dort verkaufen können dauert es aber noch etwas, wir müssen auf Zertifizierungen warten. Aber beim Export wird sicherlich noch einiges passieren.

Raphael Moritz ist Handelsblatt Online Mitarbeiter.
Raphael Moritz
Handelsblatt / Freier Journalist

Kommentare zu " Cycle Union: „Die Produkte sind kaputtgetestet worden“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%