Daimler-Modellpalette
Angriff aus der Mitte

2013 war bei Mercedes-Benz das Jahr der S-Klasse. Doch die größten Zuwächse gab es bei den Kompaktwagen. Ein Grund ist die breiter aufgestellte Basis mit momentan vier Modellen – Nummer fünf wird folgen.
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GenfIm vergangenen Jahr kannten die Verantwortlichen bei Mercedes-Benz fast nur ein Thema: die neue S-Klasse. Scheibchenweise wurde der neue Luxusliner der Stuttgarter präsentiert, zunächst einzelne Fotos des Innenraums, dann ein paar technische Details, erst später gab es den ganzen Wagen zu sehen. Von Fahren war da aber noch keine Rede. Gut Ding wollte eben seine Weile haben. So zog sich die mediale Aufmerksamkeit an dem Top-Modell fast über das gesamte Jahr hin.

Quasi im großen Schatten der S-Klasse konnten 2013 aber vor allem die kleineren Benz-Modelle profitieren. Inklusive der damals auslaufenden C-Klasse verkaufte Mercedes 64 Prozent mehr Fahrzeuge in der Kompakt- und Mittelklasse. Mit drei Varianten der C-Klasse – Limousine, Kombi und Coué – und vier Kompaktwagen war die Mercedes-Basis so breit aufgestellt wie noch nie.Bei der Vorgänger-Generation gab es mit jeweils einem Modell der A- und B-Klasse nur zwei Kompaktwagen mit dem Stern auf der Haube.

Doch damit ist noch nicht Schluss: Im kommenden Jahr wird ein weiteres Modell die Kompakt-Familie von A-Klasse, B-Klasse, CLA und dem Kompakt-SUV GLA abschließen. Mit einem Lächeln sagt Mercedes-Vertriebschef Ola Källenius im Gespräch mit Handelsblatt Online: „Ich habe viele Spekulationen darüber gelesen, manche davon stimmen.“ Ein Tipp der Redaktion: Suchen Sie im Internet nach den Stichworten „CLA Shooting Brake“ und ziehen Sie Ihre eigenen Schlüsse.

Mit der neuen C-Klasse, die in Genf zum ersten Mal in Europa gezeigt wird, haben die Schwaben einen weiteren Absatz-Bringer neu aufgestellt. Doch die Zuwächse sollen nicht nur aus der Mitte der Produktpalette kommen. „Die Strategie unserer Produktoffensive ist sowohl ein starkes Wachstum im Kompakt-Segment, als auch bei C-, E- und S-Klasse“, sagt Källenius. „Wir arbeiten mit der neuen S-Klasse und ihren Ablegern am Top-End und am Einstieg in die Premium-Klasse gleichzeitig. In der Summe führt das zu einer Wachstumsstrategie.“

Neben den im vergangenen Jahr vorgestellten Kurz- und Langversionen der S-Klasse erhielt auch diese Modellfamilie in Genf ein neues Mitglied: das S-Klasse Coupé. Der 5,03 Meter lange Zweitürer beerbt den alten CL. Damit ist der Ausbau des Luxus-Angebots aber noch lange nicht abgeschlossen: Insgesamt sollen künftig sechs Modelle auf der S-Klasse-Basis um die Gunst der solventen Kunden werben.

Bei Kompaktwagen ist der Preis selbstredend knapper kalkuliert als bei den großen und teuren Limousinen, die schnell die Marke von 100.000 Euro knacken. Die Gewinnspanne pro Fahrzeug ist bei der wachsenden Kompakt-Palette mit Preisen ab 24.500 Euro für die günstigste A-Klasse deutlich geringer als beispielsweise bei einem S 600, der für über 164.000 Euro in der Liste steht.

Vertriebschef Källenius sieht darin aber kein Problem für den Konzern und die Vertriebspartner: „Wenn es ein Händler schafft, seine Stückzahlen auch mit etwas weniger renditestarken Kompaktwagen bei einer gegebenen Fixkostenstruktur zu steigern, ist das gut für den Profit.“

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