Das Auto und die Eiseskälte

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Das Auto und die Eiseskälte

Extreme Minusgrade stellen Fahrer und Fahrzeug in diesen Tagen vor besondere Anforderungen. Das Auto fährt sich nach dem Start wie ein Stück Holz - wenn es denn überhaupt angesprungen ist.

dpa/gms LANDSBERG. Extreme Minusgrade stellen Fahrer und Fahrzeug in diesen Tagen vor besondere Anforderungen. Das Auto fährt sich nach dem Start wie ein Stück Holz - wenn es denn überhaupt angesprungen ist.

Muss sogar ein Starthilfe geleistet werden, heißt es Vorsicht. Fehler können dem Auto teure Schäden zufügen, warnt Helmut Schmaler vom Adac-Tehcnikzentrum in Landsberg/Lech. Wenig zu ändern ist laut Schmaler an dem nach dem Start oft unangenehmen Fahrverhalten des Autos im tiefen Winter. „Der Wagen fährt sich dann schon mal etwas eckig.“ Dies liegt zum einen an den Reifen: Sie flachen während des Parkens an der Aufstandsfläche immer etwas ab. Weil aber auch das Gummi bei der Kälte härter als normal ist, dauert es länger als üblich, bis der Reifen wieder rund läuft.

Hinzu kommt, dass das Öl in den Stoßdämpfern durch die Kälte dickflüssiger wird und ebenfalls eine Weile braucht, um wieder den gewohnten Fahrkomfort bieten zu können. Wichtig ist nach Schmalers Angaben bei den sehr niedrigen Temperaturen auch die Kontrolle des Frostschutzes im Kühlwasser, falls dies noch nicht geschehen ist. Das gleiche gilt für das Wischwasser. Denn auch wenn es im Behälter noch flüssig ist, kann es - durch den Fahrtwind zusätzlich gekühlt - auf der Scheibe gefrieren.

Kompliziert wird es, wenn an einem modernen Fahrzeug die Batterie beim Startversuch ihre Arbeit verweigert. Hier ist richtiges Vorgehen gefragt, um Schäden zu vermeiden. „Eine tief entladene Batterie kann anfangs noch keine Ladung aufnehmen“, erklärt Schmaler. „Bei dem Empfängerfahrzeug sollte nach der Starthilfe daher erst ein Verbraucher wie die heizbare Heckscheibe oder die Scheinwerfer eingeschaltet werden.“ Sonst könnten unter Umständen durch so genannte Spannungsspitzen andere elektrische beziehungsweise elektronische Teile des Fahrzeugs Schaden nehmen. Danach erst können die Hilfekabel entfernt werden.

Auch in Hinblick auf das Stromspender-Fahrzeug ist Vorsicht beim Umgang mit den Kabeln geboten. Falsch angeklemmte Kabel oder ein Kurzschluss können hier ebenfalls die Elektronik schädigen. „Man sollte sich schon überlegen, was man da macht. Vorherige Übungen können hilfreich sein“, rät Schmaler. Grundsätzlich gilt demnach, dass die Pluspole der Batterien immer direkt verbunden werden. Das zweite Kabel kommt beim Spenderfahrzeug an den Minuspol der Batterie und wird im Empfängerfahrzeug möglichst weit weg von der Batterie an die Masse geklemmt, also an ein solides Stück Metall.

Grund für die Entfernung zur Batterie sind laut Schmaler die unweigerlich beim Anklemmen entstehenden Funken. Weil aus der Batterie unter Umständen Gase austreten, besteht die - sehr geringe - Gefahr einer Explosion. Ist der Spenderwagen an dem Tag problemlos gestartet, muss dessen Motor während der Starthilfe übrigens nicht laufen.

Erschwert wird die Sache dadurch, dass mancher Autofahrer ratlos vor dem Motorraum des Fahrzeug stehen dürfte. Denn die Batterie wird heute zunehmend an anderen Stellen im Fahrzeug montiert. „In diesen Fälle finden sich im Motorraum zumindest Plusklemmen, die auch mit einem dicken Pluszeichen gekennzeichnet sind“, so Schmaler. Diese Klemmen sind über dicke Kupferkabel mit der Batterie verbunden. Ein Blick in die Betriebsanleitung kann bei der Suche nach den Klemmen helfen.

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