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Das Autojahr 2004

Die Autohersteller begehen den Jahreswechsel mit einem Konzert in Moll: Trotz mehr als 100 neuer Modelle werden die Zulassungszahlen kaum jene von 2003 übertreffen.

dpa/gms LIMBURG/GELSENKIRCHEN. Die Autohersteller begehen den Jahreswechsel mit einem Konzert in Moll: Trotz mehr als 100 neuer Modelle werden die Zulassungszahlen kaum jene von 2003 übertreffen.

Und in den Kassen von Herstellern und Händlern herrscht Ebbe, weil die Rabattschlacht aus den USA in Deutschland angekommen ist. Dennoch ist man optimistisch: Auch für 2005 stehen mehr als 100 Premieren ins Haus.

Nach Einschätzung von Marktforscher Prof. Ferdinand Dudenhöffer von der Fachhochschule Gelsenkirchen geht das Autojahr 2004 als Jahr der Schnäppchen in die Geschichte ein: Seit den Ölkrisen in den Siebzigern seien keine höheren Rabatte gegeben worden. Das Niveau habe im Schnitt 15 Prozent erreicht.

„Bei der Wahl der Modelle haben sich die Käufer vor allem auf ihr Gefühl verlassen,“ sagt Nick Margetts vom Analyse-Institut Jato Dynamics in Limburg. Der Kunde habe sich dabei in kleine Segmente vertieft. „Und so kommen plötzlich auch Roadster, Vans, Offroader oder Kleinwagen gleichberechtigt auf die Einkaufsliste.“

Die Industrie hat schon reagiert. Zwar steht 2004 vor allem für den Wettkampf der Kompakten, etwa zwischen der fünften Generation des VW Golf und der zweiten Auflage des Opel Astra. Dennoch probten die Hersteller den Spagat zwischen Vernunft und Vergnügen: mit den praktischen Micro-Vans Renault Modus und Peugeot 1 007, Sportwagen wie dem neuen Mercedes SLK und dem nächsten Porsche 911 oder Cabrios wie dem 6er-BMW, dem Opel Tigra Twintop und dem „enthaupteten“ Mini.

Gleichzeitig haben sich die Hersteller weiter dem Design gewidmet. So steht 2004 laut dem Schweizer Designer Frank M. Rinderknecht vor allem für eine klare Markenidentifikation. Dies lasse sich besonders am Plakettengrill von Audi festmachen. Technisch sorgte das Jahr vor allem für weiteres Wachstum im Diesel-Segment.

Dieser Siegeszug war jedoch begleitet von der Diskussion um den Partikelfilter. „Innerhalb von wenigen Monaten rückte das Thema vom Rand ins Rampenlicht“, sagt Analyst Margetts. Weil die Filter aber vielfach erst angekündigt wurden und die Frage des Aufpreises sowie ein möglicher Steuerbonus noch diskutiert werden, geht Dudenhöffer davon aus, dass das Thema auch 2005 auf der Agenda steht.

Auch 2005 wird nach Einschätzung der Marktforscher im Zeichen der Nischen und neuen Segmente stehen. Neue Konzepte wie die Mercedes R- und B-Klasse sowie der Golf Plus werden viel Aufmerksamkeit erhalten. Zudem rollen mit der neuen M-Klasse von Mercedes, dem Audi Q7 und dem Range Rover Sport drei wichtige neue Geländewagen an.

Auch in die klassischen Segmente wird Bewegung kommen. Denn im Oberhaus will Mercedes mit der nächsten Generation der S-Klasse die Marktführung behaupten. VW bringt unter anderem die nächste Passat-Generation zu den Händlern, BMW die neue Generation des 3er.

Und noch mehr Neues steht an: „Das lange vernachlässigte Segment der Fahrzeuge für weniger als 10 000 Euro kommt die nächsten Jahre in Schwung“, sagt Dudenhöffer. Er verweist auf den angekündigten VW Fox aus Brasilien. In der gleichen Liga sind auch ein neuer Kleinwagen von Kia, das Trio Citroën C1, Peugeot 107 und Toyota Aygo sowie der aus Rumänien nach Westeuropa importierte Dacia Logan zu erwarten.

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