Das erneuerte Topmodell S-Klasse ist für Daimler eine der wichtigsten Modelleinführungen auf absehbare Zeit
Neuer Stuttgarter Fixstern

CDU-Chefin Angela Merkel hat sich den Wagen schon mal angesehen, heißt es. Schließlich könnte das neue Topmodell von Mercedes, die S-Klasse, schon bald das neue rollende Regierungszimmer der Unions-Kanzlerkandidatin werden. Dieter Zetsche, den neuen Mercedes-Chef und künftigen Daimler-Boss, würde es freuen.

HB FRANKFURT. Experten glauben, dass vor allem die Oberklasse-Anbieter von einem Politikwechsel profitieren könnten. Viele Manager planen wieder, mehr Geld für ihren Geschäftswagen auszugeben - und das könnte die Gewinne bei Daimler anheben. Mit der neuen Mercedes S-Klasse, die ihre Weltpremiere pünktlich vor der Bundestagswahl auf der Autoshow IAA feiert, wollen die Stuttgarter ihre Spitzenposition in dem Segment verteidigen.

Ein Erfolg täte dem Konzern gut. Denn innerhalb des Unternehmens ist die Lage von Normalität weit entfernt: Mit der Rücktrittsankündigung von Vorstandschef Jürgen Schrempp geriet die alte Daimler-Welt aus den Fugen - und sein für 2006 bestellter Nachfolger Zetsche bekommt nur langsam wieder Ordnung in das Unternehmen.

Für Zetsche beginnt mit dem ersten großen Auftritt auf der Autoshow IAA deshalb gleich der Ernstfall. Die Stuttgarter wollen zum Start des Topmodells nicht nur mit zahlreichen technischen Neuerungen auftrumpfen, sondern neben dem Fahrzeug auch den bisherigen Chrysler-Chef als neuen Mercedes-Boss in das Scheinwerferlicht des Frankfurter Messegeländes rücken.

Für Zetsche, der erst am 1. September die Führung der angeschlagenen Mercedes-Gruppe übernahm, ein Sprung ins kalte Wasser. Wenige Tage nach seinem Start in Stuttgart muss der Mann mit dem Walrossbart auch schon das wichtigste Produkt aus dem Hause Mercedes vorstellen.

Schnitzer kann sich Zetsche nicht erlauben. Bereits wenige Wochen nach der Ankündigung des Führungswechsels spürt der Manager den wachsenden Druck der Kapitalmärkte. Hedgefonds haben ihre Anteile am Konzern ausgeweitet und rechnen schon einmal eine Zerschlagung durch. Die Summe der Einzelteile des Konzerns ist nach ihrer Rechnung mehr wert als das Gesamtwerk - auch nach dem jüngsten Kursschub der Aktie. Die rasche Sanierung der wichtigsten Konzernsparte, die Mercedes-Gruppe mit ihrem Marken Mercedes, Smart und Maybach, wird damit für den 54-Jährigen zur Bewährungsprobe.

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