Den Stecker gezogen
Toyota bekennt sich zum Hybrid

Der Hybrid-Pionier ist skeptisch: Toyota räumt dem Elektroauto unter derzeitigen Bedingungen wenig Marktchancen ein. Die Japaner widmen sich lieber der nächsten Generation des Prius und forschen an der Brennstoffzelle.
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Toyota gibt dem batterieelektrischen Elektroauto keine großen Marktchancen, solange Probleme wie die eingeschränkte Reichweiten und langwierige Ladeprozeduren nicht gelöst sind. Stattdessen arbeitet das Unternehmen an der Weiterentwicklung der Hybridtechnologie sowie an der Serienreife des Brennstoffzellenantriebs. „Viele Menschen halten den Hybridantrieb lediglich für eine Brückentechnologie. Nun, wir glauben, dass es sich dabei um eine sehr lange und feste Brücke handelt, die noch viele Vorteile bringen wird“, erklärte jetzt Toyota-Chairman Takeshi Uchiyamada  in Washington vor dem Economic Club.

Mit dieser Einstellung nehmen die Japaner eine Außenseiterrolle unter den führenden Herstellern ein, doch sieht Uchiyamada darin kein Problem. Denn selbst wenn sich die globale Kundschaft doch in großem Umfang für E-Mobile entscheiden würde, könne Toyota darauf schnell reagieren. Schließlich bringe die Hybrid-Technik alles mit, um ohne Zeitverlust Elektromodelle auf den Markt zu rollen. Aktuell bietet Toyota in den USA eine Elektroversion des RAV4 an, dessen Antriebstechnik allerdings von Tesla – an dem Toyota und Daimler beteiligt ist - entwickelt wurde.

Zurzeit steht bei den Japanern die Entwicklung der vierten Prius-Generation im Vordergrund, die noch einmal weniger Treibstoff verbrauchen soll. „Bei jedem Vorgängermodell ist es uns gelungen, Verbrauch und Abgasausstoß um zehn Prozent zu verringern. Und dieses Mal haben wir uns vorgenommen, noch mehr einzusparen“, erklärte Uchiyamada.

Der Prius des Jahrgangs 2015 wird über einen optimierten Antriebsstrang und eine Speichertechnik mit höherer Batteriedichte verfügen. Zudem wird der Hybrid-Pionier nach US-Presseberichten kürzer und deutlich leichter werden,  gleichzeitig aber einen größeren Innenraum besitzen. Das Modell entsteht auf Basis einer neuen Plattform, die sich durch höhere Steifigkeit und einen tieferen Schwerpunkt auszeichnet.

„In den kommenden Jahren“, so Uchiyamada,  „wird Toyota mehr Hybridmodelle als alle anderen Hersteller“ zu den Händlern bringen. Der Manager appellierte gleichzeitig an die Mitbewerber, sich verstärkt dem Thema Hybrid zu widmen, sodass „Ende 2015 fünf Millionen dieser Fahrzeuge auf den Straßen der USA unterwegs sein können.“

Neben der Hybridtechnologie arbeiten die Japaner auch an der Brennstoffzelle. Der Antrieb soll vermutlich 2015 in einer Limousine angeboten werden und, so wollen Marktbeobachter wissen, für umgerechnet rund 40.000 Euro bei den Händlern stehen. Angeblich soll das Modell bereits auf der Tokyo Motorshow im November gezeigt werden. „Im Gegensatz zu Elektrofahrzeugen“, so Uchiyamada über die Vorteile des Antriebs, „gibt es bei dieser Technik keine Probleme bei Reichweite und Ladezeiten.“

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  • Mein nächstes Auto wird aufgrund meines Streckenprofils ein Hybrid-Wagen sein. Gerne würde ich ein deutsches Auto
    mit dieser technologie kaufen. Leider beschränkt sich das Angebot auf teure Sportwagen, die den Hybridantrieb zum "boosten" eingebaut haben, oder auf den Jetta, der aber nur einen kleinen E-Motor hat, wenig spart und zudem aufgrund der Batterie einen nur kleinen Kofferaum bietet. DER Anbieter in diesem Segment ist Toyota, die Technologie ist ausgereift, zuverlässig, sparsam und umweltfreudlich. Leider ist das Design und die Materialanmutung nicht so gefällig. Toyota hat hier aber fast alles richtig gemacht, die deutsche Hersteller haben, sorry, geschlafen. Ich bin sicher, dass Toyota die Früchte dieser konsequenten Hybrid-Strategie einfahren wird.

  • Klare Ansage, wohin die Reise in den nächsten Jahrzehnten führen soll.
    Der Hybrid wurde mit seiner Einführung belächelt, ignoriert und abgetan. Toyota hat trotz vielfacher Skepsis daran festgehalten, weiterentwickelt und einen inzwischen kaum noch einzuholenden Vorsprung erreicht.
    Das jetzige Bekenntnis zur Fortsetzung der Entwicklung der Hybridtechnik und Entwicklung der Brennstoffzelle darf man erneut als wegweisende Entscheidung in die Zukunft werten. Der Erfolg dürfte sicher sein.

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