Der Geschädigte hat viele Ansprüche
Wenn es gekracht hat, ist guter Rat teuer

Manager kennen das: Wer beruflich viel unterwegs ist auf Deutschlands Straßen, hat ein größeres Risiko, unverschuldet in einen Unfall verwickelt zu werden.

HB KARLSRUHE. Und ist es dann passiert, geht der Ärger oft erst richtig los. Denn die Abwicklung eines Unfalls ist kompliziert, für einen Laien kaum noch durchschaubar – und kann auch einem unschuldig Geschädigten eine Stange Geld kosten, wenn er nicht auf der Hut ist.

Dabei haben Geschädigte eine Menge Ansprüche. Für den Ärger gibt es zwar keinen Schadensersatz – aber der Unfallverursacher bzw. seine Versicherung müssen neben den Abschleppkosten eine Pauschale für Porto oder Telefonate zahlen, Mehrkosten müssen konkret nachgewiesen werden. Außerdem trägt der Schädiger auch die An- und Abmeldung des alten bzw. neuen KFZ. Die Kosten für die Finanzierung des neuen Wagens muss er ebenso zahlen wie etwa für beschädigte Kleidung.

Wer bei dem Unfall verletzt ist, sollte umgehend zu einem Arzt gehen und Art und Umfang der Verletzungen feststellen lassen. Dies ist wichtig für die spätere Geltendmachung von Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüchen. Wer wegen des Unfalls keinen eigenen fahrbaren Untersatz mehr zur Verfügung hat, etwa weil der Wagen Totalschaden hat oder in der Reparatur ist, der kann Nutzungsausfall verlangen, sofern der Wagen wirklich gebraucht wird.

Der Geschädigte kann sich aber auch einen Mietwagen nehmen. „Doch man sollte unbedingt auf die Preise schauen“, rät der auf Verkehrsrecht spezialisierte Anwalt Hans-Jürgen Gebhardt aus Homburg an der Saar. Denn nach einem neueren Urteil des Bundesgerichtshofs darf man sich nicht einfach einen der extrateuren Unfalltarife der Autovermieter andrehen lassen. Dann bleibt man auf den Mehrkosten sitzen. Wer täglich kleinere Strecken von 20 bis 25 Kilometern zurücklegt, der sollte sich deshalb lieber per Taxi oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln bewegen.

Für die Einschätzung des Schadens am Wagen empfiehlt es sich, diesen erst einmal von einer Fachwerkstatt überprüfen zu lassen. Liegt der Schaden über 750 Euro und damit außerhalb einer Bagatelle, ist die Begutachtung des Fahrzeugs von einem unabhängigen und neutralen Sachverständigen sinnvoll. Verkehrsrechtsexperte Gebhardt rät dringend davon ab, den von der gegnerischen Versicherung vorgeschlagenen Sachverständigen zu nehmen. Der sei seiner Erfahrung nach nicht neutral, was sich bei der Schätzung des Schadens oder des Restwertes des Wagens teilweise um bis zu 20 Prozent Differenz zu Lasten des Geschädigten bemerkbar mache. „Der Unfallverursacher muss einen neutralen Experten bezahlen und zwar auch dann, wenn seine Versicherung schon einen eigenen engagiert hat“, sagt Gebhardt. Überhaupt rät er zu Vorsicht im Umgang mit der gegnerischen Versicherung. Viele Menschen seien zu vertrauensselig und würden vergessen, dass das Unternehmen die Interessen des Unfallgegners wahrnähme und dementsprechend handle.

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