Der indische Autobauer will mit einem Billigmodell die Märkte der Dritten Welt erobern
Tata plant Billigauto für 2000 Euro

Die größte indische Firmengruppe will den nächsten drei Jahren ein entsprechendes Modell auf den Markt bringen. Ihr Chef Ratan Tata glaubt, dass Indien die Welt ähnlich beeinflussen könne wie China.

DÜSSELDORF. Der Chef der größten indischen Firmengruppe Tata, Ratan Tata, sieht auf dem indischen Markt nur geringe Chancen für deutsche Billigautos. Er bezweifle, dass ein Anbieter wie Volkswagen ein Auto für 2 500 Euro produzieren könne, sagte Tata dem Handelsblatt. Tata Motors werden dagegen „in den nächsten drei Jahren“ ein Modell für 2 000 Euro in Indien und anderen Schwellenländern auf den Markt bringen. Keine Rennpappe wie der Trabant soll es sein, sondern „ein richtiges Auto, ganz normal geschweißt“. Generell dürfe ein Auto in Indien höchstens 4 000 Euro kosten, um erfolgreich zu sein.

Tata glaubt, dass Indien die Welt ähnlich beeinflussen könne wie China. "Unsere Politik muss mehr dafür tun, dass aus Indiens Potenzial auch Wirklichkeit wird." Wenn chinesische Firmen im Ausland investierten, erhielten sie billige Kredite vom Staat. Die Tata-Gruppe müsse auf solche Hilfen verzichten, was ihre internationalen Wachstumsmöglichkeiten einschränke.

Die Tata-Gruppe ist in über 40 Ländern präsent, beschäftigt 220 000 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Umsatz von 17,6 Milliarden Dollar – das sind drei Prozent des indischen Bruttoinlandsprodukts. Von ihren 91 Firmen sind 32 an der Börse notiert.

Ratan Tata hält seine Kosten niedrig, indem er sämtliche Autoteile in Indien fertigen lässt. In Tatas bislang kleinstem Auto, dem Indica, stammen lediglich das Elektroniksystem von Bosch, die Airbags aus Schweden und die Klimaanlagen vom schwäbischen Unternehmen Behr. Der Rest stammt aus Indien. Dort stehen die Tata-Mitarbeiter 48 Stunden pro Wochen am Band – zu Löhnen von knapp 200 Euro im Monat.

Doch auch Tata expandiert. So haben die Inder von Daewoo die Nutzfahrzeugsparte übernommen. Insgesamt produziert der Konzern 130 verschiedene Modelle. Im vergangenen Jahr setzte Tata Motors 3,98 Milliarden Dollar um. Auf Indiens Straßen sind bereits heute mehr als drei Millionen Tatas unterwegs.

Nach Europa wird der 2 000-Euro-Tata aber wohl noch lange nicht kommen. Er ist für die Dritte Welt gedacht. Doch damit, sagt Ratan Tata, sei der Konzern „globaler“ als viele Fahrzeugmarken, die diese Bezeichnung gern für sich in Anspruch nehmen.

Link:
»www.tatamotors.com

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