Der Internet-Marktplatz der Zulieferer „SupplyOn“ expandiert
Autobauer kaufen Bauteile übers Internet

Wenn Autobauer und Zulieferfirmen miteinander Geschäfte machen, geschieht dies mittlerweile auf virtuellen Markplätzen im Internet. Die elektronischen Einkaufsläden sind aus der Autoindustrie nicht mehr wegzudenken – obwohl das einstige Branchenvorbild Covisint gescheitert ist.

KÖLN. Der weltweite Internet-Hype war auf seinem Höhepunkt angelangt, als die neue Technologie eine Branche in ihren Sog zog, die bis dato als eher altmodisch verspottet worden war: die Automobilindustrie. Ihr stehe, so Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp im Frühjahr 2000, eine Revolution ins Haus. Künftig werde man Aufträge für außerhäusig produzierte Fahrzeugteile nicht mehr konventionell, sondern per Internet vergeben.

Gefeilscht werden sollte um den Preis von Blinkern, Rückspiegeln und Reifen fortan auf elektronischen Marktplätzen im Netz. Von denen gab es zwar schon viele. Doch Schrempp wollte die große Lösung, die vor allem den Wünschen der Autobauer entsprechen sollte. Gemeinsam mit Ford und General Motors entwickelte das Unternehmen den passenden virtuellen Einkaufsladen und ging baden. Zu Jahresbeginn verkaufte Daimler-Chrysler sein Prestige-Projekt Covisint, weil dieses kaum Kunden gewinnen konnte und millionenschwere Verluste verursachte.

Waren diese elektronischen Marktplätze also nur Seifenblasen der New Economy? Keineswegs, sagt der Würzburger Industriewissenschaftler Ronald Bogaschwesky, der den Einzug des Internets in die Automobilproduktion beobachtet hat. Die Idee der elektronischen Beschaffung, neudeutsch „E-Procurement“ genannt, sei in der Autoindustrie längst Wirklichkeit. Und während Covisint scheiterte, überschritt der wichtigste deutsche Konkurrent, der Marktplatz SupplyOn mit Sitz bei München, erstmals die Gewinnschwelle.

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