Der Newcomer im Kreis der Individualisierungssparte ist VW
Autos werden immer individueller

Ein neues Auto zu kaufen, ist theoretisch keine große Sache. Man geht zum Händler, guckt sich um und sagt „Bitte den da hinten rechts.“ In der Praxis sieht das aber oft anders aus, denn viele Autokäufer sind Ausstattungsfetischisten.

dpa/gms MÜNCHEN. Es gibt unzählige Alternativen für Felge, Lack und Leder. Und wem das nicht reicht, der kann sich noch zahllose Wünsche erfüllen, die in keiner Liste stehen. „Das Bedürfnis, seinen Wagen nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten, wird immer größer“, sagt Nick Margetts vom Marktbeobachter Jato Dynamics in Limburg. „Die deutschen Marken sind schon jetzt Weltmeister bei den Optionslisten.“

Richtig zur Sache geht es bei den Individualisierungsabteilungen: „Da gibt es die S-Klasse dann auch mit Krokoleder, die Lackierung mit rosa Pünktchen und die Cocktailbar in der Mittelkonsole“, sagt Margetts. Aus Sicht der Hersteller ist das ein wachsender Markt: „Wir beobachten das eindeutig“, sagt Paul Mcsweeney von Bentley Motors im englischen Crewe. „Wir hatten schon einen Kunden, der sich das Holz für die Innenausstattung in seinem Garten selbst geschlagen hatte.“

Der Newcomer im Kreis der Individualisierungssparte ist VW. „Grundsätzlich bieten wir das für alle Modelle an“, sagt Kai Schelowsky, Marketing-Chef bei Volkswagen Individual. Der Wunsch, kein Auto von der Stange zu fahren, sei ein klarer Trend, dem mit immer mehr Optionen und Lifestyle-Modellen wie dem gerade beim Automobilsalon in Paris enthüllten Cross-Golf entsprochen werde. Aber auch VW bietet noch mehr: Vor allem Käufer von Touareg und Phaeton wünschten häufig Möglichkeiten, bei der Ausstattung im Detail mitzubestimmen.

Der Anspruch lautet: „Es soll gut aussehen, aber gleichzeitig auch perfekt zu nutzen sein.“ Für die ganz speziellen Fälle hat VW Individual das Unikate-Team, die Experten für Einzelstücke. „Da kann man sich für das Interieur dann auch mal eine ganz bestimmte Farbe wünschen“, sagt Schelowsky.

„Kunden, die das nötige Kleingeld haben und sich ein Auto wünschen, das sich abhebt, sind nichts Neues“, sagt Friedbert Holz von BMW Individual. Der Automobilhersteller aus Bayern hat schon vor 15 Jahren die Individualisierungs-Sparte ins Leben gerufen. Typisch sei der Wunsch nach nicht alltäglichen Farben. „Es gibt Kunden, die sagen "Meine Frau hat ein Kleid in diesem dunklen Rot, so eine Lackierung möchte ich auch"“, erzählt Holz. Immer wichtiger wird auch die Infotainment-Ausstattung samt großem Bildschirm und Funktastatur.

Auch in Stuttgart wird dem Thema Individualisierung immer mehr Bedeutung beigemessen: Das Daimler-Chrysler-Tochterunternehmen AMG ist auch für die Autos mit persönlicher Note zuständig. „Die Nachfrage hat deutlich zugenommen“, bestätigt AMG-Sprecher Pietro Zollino - statt 5 000 Autos wie vor fünf Jahren werden jetzt jährlich 20 000 gebaut. Noch neu ist das Performance Studio: die Werkstatt für Kleinserien wie den SLK 55 Black Series.

Die Manufaktur ist dann die AMG-Abteilung, in der die wirklich individuellen Wünsche wahr werden: „Wir haben eine M-Klasse schon einmal in Gold lackiert“, erzählt Zollino. Und unter den Käufern sind offenbar auch Familienväter: „In ein CLK-Cabrio haben wir auch schon mal zwei Kindersitze eingebaut - mit dem gleichen hellen Leder wie bei den übrigen.“

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