Der Selbstzünder soll mit Hilfe des Präsidenten in den Vereinigten Staaten hoffähig gemacht werden
Amerikaner sollen den Diesel lieben lernen

Das Angebot des „Diesel Technology Forum“ klang verlockend. Das bei Washington ansässige Unternehmen bot Autofahrern für ein paar Tage einen kostenlosen Testwagen an - allerdings einen mit Dieselmotor. Denn der Selbstzünder hat es in den USA schwer.

HB WASHINGTON. Hinter dem Angebot des "Diesel Technology Forum" stecken die deutschen Autohersteller Volkswagen und Daimler-Chrysler sowie die US-Produzenten Ford und General Motors. Angesichts des weltweiten Höhenflugs der Benzinpreise und der damit sinkenden Lust am Fahren wollen die vier Autokonzerne die US-Amerikaner zum Umsatteln auf Diesel bewegen. Denn in den Vereinigten Staaten wird der Selbstzünder noch mit Argwohn betrachtet - anders als in Europa, wo er mehr Fans denn je hat.

„Viele Amerikaner erinnern sich noch an die Dieselautos der Siebziger Jahre. Sie machten viel Lärm und spuckten viel schwarzen Rauch aus“, sagt der wohl prominenteste Diesel-Fan der Welt, US-Präsident George W. Bush. Neue Technologien und neue Standards ließen diese Zeiten heute vergessen. Bush gehört zu den Fürsprechern der Dieseltechnologie. Für ihn zählt die Entwicklung einer neuen Generation von Diesel-Fahrzeugen zu den Grundpfeilern seiner Energiepolitik.

Nach Angaben des Energieministeriums haben von den mehr als 200 Millionen in den USA zugelassen Fahrzeugen gerade mal ein Prozent einen Dieselmotor. Der Grund: Die Dieseltechnologie muss auf dem US-Markt großeHürden nehmen. Umweltschützer sorgen sich um die Luftverschmutzung. US-Verbraucher fragen sich, ob sie bei den Dieselautos nicht draufzahlen. Die Wagen verbrauchen zwar weniger als ein Benziner, kosten dafür aber in der Anschaffung mehr. Zudem kostet Diesel - anders als in Deutschland - noch immer mehr als Benzin, wenn auch nur wenig.

Zudem hat der Diesel einen nicht zu unterschätzenden Konkurrenten bekommen: das Hybrid-Auto, das zusätzlich zum Benzinmotor einen Elektromotor besitzt. Steht der Wagen etwa im Stau, läuft nur der umweltschonende Elektroantrieb, der sich aus Batterien speist, die während der schnellen Fahrt aufgeladen werden. Im vergangenen Jahr wurden schon zwei Mal so viel Hybrid- wie Dieselautos verkauft. Insbesondere in Kalifornien, dem Bundesstaat mit den härtesten Emissionsvorschriften in den USA, finden immer mehr Hybrid- Autos einen Käufer.

Dennoch geben die Dieselbefürworter die Hoffnungen auf einen Erfolg des Selbstzünders noch nicht auf. Heute seien die Dieselmotoren sauberer, böten mehr Drehmoment als die meisten Benziner und hätten zudem die bessere Kilometerleistung, sagt Paul Taylor, Chefökonom des US-Verbands der Autohändler NADA.

Trotz der harten Marktlage setzen auch deutsche Automobilhersteller auf wachsendes Interesse der US-Käufer. Daimler-Chrysler bietet beispielsweise die Mercedes E-Klasse als Dieselversionen an. Volkswagen hat sowohl den Passat als auch den Golf als Diesel im Angebot. Jetzt entscheidet der Kunde.

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