Detroit Motor Show
Deutsche Hersteller legen wieder zu

Die beiden großen Automärkte Europa und USA zeigen kaum noch Wachstum. Um ihre Anleger zu überzeugen, braucht die Automobilindustrie vor allem plausible Argumente. So werden die Aktienkurse der europäischen Autohersteller weniger von Markttrends sondern vielmehr von individuellen Themen bewegt.

DÜSSELDORF. Stolz präsentierte Mark Fields, Amerika-Chef von Ford, auf der Detroit Motor Show seinen neuen Ford F-250 Super-Chief, einen wuchtigen Pick-up ganz nach amerikanischem Geschmack, mehr als 6,70 Meter lang und 2,40 Meter hoch. Während die Autos immer größer werden, zeigen die beiden großen Automärkte Europa und USA kaum noch Wachstum. In den EU-Ländern, in Island, in Norwegen und in der Schweiz gingen die Autozulassungen im vergangenen Jahr insgesamt um 0,7 Prozent zurück. In den USA stiegen sie immerhin um 0,5 Prozent. Schwere Zeiten für die Automobilindustrie. Um ihre Anleger zu überzeugen, braucht sie vor allem plausible Argumente. So werden die Aktienkurse der europäischen Autohersteller weniger von Markttrends sondern vielmehr von individuellen Themen bewegt.

Positiv bewerten Analysten die Papiere von Daimler-Chrysler und von Volkswagen. In beiden Fällen sind es die Restrukturierungspläne und Kostensenkungsprogramme der Konzerne, die die Phantasie der Anleger beflügeln. Michael Raab, Analyst beim Bankhaus Sal. Oppenheim, glaubt auch, dass bei Mercedes die Qualitätsoffensive nach den verheerenden Rückrufaktionen Wirkung zeige. Treibend für die Wertentwicklung bei Daimler-Chrysler sei außerdem die amerikanische Marke Chrysler. „Viel besser als GM und Ford hat Chrysler verstanden, was der amerikanische Kunde möchte, und dass der Trend weg von den spritsaufenden Geländewagen hin zu moderaten Pkws geht“, sagt Raab.

Der Marktführer auf dem europäischen Markt, der Wolfsburger Volkswagen-Konzern, gehe mit seinem Kostensenkungsprogramm „For-Motion-Plus“ in die richtige Richtung, urteilt Autoexperte Norbert Kretlow von der Analysegesellschaft Independent Research. „VW senkt die Kosten und baut zuverlässigere Autos als früher – die Aktie ist deshalb attraktiv“, sagt Kretlow.

Eine Erfolgsgeschichte schreibt Toyota. Der japanische Autobauer konnte vor allem in den USA auf Kosten von GM und Ford Marktanteile erobern und wird seinen Siegeszug fortsetzen. Im vergangenen Jahr legte die Aktie um 47 Prozent zu. Branchenkenner gehen davon aus, dass Toyota dem Konkurrenten GM in absehbarer Zeit die Führung des Weltmarkts abnimmt.

Zu Vorsicht raten die Analysten bei den Papieren der Konzerne Peugeot und Renault. Die beiden französischen Autobauer mussten vor kurzem Gewinnwarnungen ausgeben. Ein weiteres großes Problem sieht Marc-René Tonn, Analyst bei der Privatbank M.M. Warburg, in der Produktpalette: „Beide Hersteller sind mit ihren Hauptprodukten, dem Peugeot 207 und dem Renault Clio, einem starken Wettbewerb im Kleinwagensegment ausgesetzt.“

Seite 1:

Deutsche Hersteller legen wieder zu

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%