Deutsche Autobauer unterhalten unter der kalifornischen Sonne ihre wichtigsten Innovationschmieden
Führerlos im Silicon Valley

Es ruckt, der graue VW Touareg fährt an und nimmt Kurs auf ein parkendes Auto, das ein paar Meter vor ihm steht. Jetzt hilft nur Luft anhalten und hoffen, dass der Computer nicht abstürzt – denn der Fahrersitz ist leer, das Auto führerlos. Mal abgesehen von den beiden Pentium-PCs, die im Kofferraum auf Hochtouren laufen.

PALO ALTO. Und die den Wagen, siehe da, tatsächlich mühelos um das Hindernis herumlenken, unterstützt von vier Laser-Entfernungsmessern auf dem Dach sowie mehreren Kameras, die den Rechenhirnen als Augen dienen. Ein paar Monate nach dieser Testfahrt auf dem Gelände des VW-Entwicklungslabors in Palo Alto, Kalifornien, zeigte das schlaue Auto, wie viel es wirklich kann: Der Touareg, der auf den Namen Stanley hört, weil er gemeinsam mit der Stanford-Universität entwickelt wurde, gewann das prestigeträchtige Wüstenrennen für Roboter-Fahrzeuge, das die US-Behörde Darpa ausschrieb.

Zum Jahrestag des Rennsiegs, am 8. Oktober 2006, soll nun ein VW automatisch gesteuert von Palo Alto nach San Francisco fahren, gut 50 Kilometer ganz normal den Highway entlang, ohne dass ein Mensch ins Lenkrad greifen muss. „Technisch ist das absolut möglich“, sagt Carlo Rummel, der das VW-Labor in Palo Alto in Kalifornien leitet.

Nur die Juristen könnten beim Gedanken an Millionen selbstlenkende Vehikel Schweißausbrüche bekommen. Denn wer trägt die Verantwortung, wenn es mal kracht? „Das wird der Knackpunkt“, glaubt der 42-jährige Rummel.

Aber das kümmert ihn und seine Kollegen erst mal nicht. Ihre Aufgabe ist es, Neuheiten zu entdecken, Trends auszukundschaften und die Zukunft mitzuerfinden, die auf vier Rädern auf uns zurollt.

Knapp zehn Millionen Euro überweist die Konzernzentrale in Wolfsburg Jahr für Jahr nach Palo Alto und bekommt dafür das größte Labor, das sich ein deutscher Autobauer im Silicon Valley leistet, mit Werkstatt und Garage, Fahrsimulator und fast 40 Mitarbeitern, die überwiegend einen Doktortitel vor sich hertragen.

Einige von ihnen experimentieren mit speziell beschichtetem Glas, an dem Wasser einfach abperlt; andere haben zusammen mit Google ein neues Navigationssystem entwickelt, das drahtlose Funknetze erspäht, um den Fahrer mit Stau- und Wetter-Informationen oder auch Straßenkarten aus dem Internet zu versorgen.

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