Deutscher Automarkt
Die Konkurrenz auf dem Golf-Platz wächst

Noch heißt das Segment der Kompakten zwar Golf-Klasse. Und nach wie vor stellen der VW Golf, der Opel Astra und der Ford Focus den größten Zulassungsanteil in diesem Marktbereich dar.

dpa/gms LIMBURG/BAD HOMBURG. Diesen bezeichnen Analysten wie Nick Margetts vom Marktforscher Jato Dynamics in Limburg (Hessen) als den mit großem Abstand wichtigsten in Deutschland. „Doch das Volumen schrumpft, und die Vormachtstellung der heimischen Hersteller schmilzt“, sagt Margetts. Und in diesem Jahr fahren die Importeure groß auf und drängen mit zahlreichen Neuheiten auf den Golf-Platz.

„Speziell die Konkurrenz aus Asien hat ihre Hausaufgaben gemacht. Sie wird dafür sorgen, dass auch der schon für nächstes Jahr erwartete Nachfolger des Golf keine so dominante Vormachtstellung mehr erreichen wird, wie das früher der Fall war“, sagt auch Henner Lehne vom Prognosespezialisten CSM in Bad Homburg (Hessen).

Zu den wichtigsten Herausforderern zählt dabei der Toyota Auris, der nach Angaben des Unternehmens in Köln vom 3. März an für Preise ab 15 200 Euro die Nachfolge des Corolla antritt. Ihn gibt es zunächst als Drei- und Fünftürer mit drei Benzinern und zwei Dieseln, die ein Leistungsspektrum von 71 kW/97 PS bis 130 kW/177 PS abdecken.

Ebenfalls große Hoffnungen in der Kompaktklasse macht sich Kia mit dem Cee'd, der als erstes Auto der Koreaner in Europa entwickelt wurde und auch hier vom Band läuft. Er steht seit Januar mit ebenfalls fünf Motoren von 66 kW/90 PS bis 105 kW/143 PS beim Händler und kostet mindestens 14 300 Euro.

Ein Europäer mit asiatischen Wurzeln ist auch der Quashqai, mit dem Nissan Ende Februar zu Preisen ab 19 790 Euro einen neuen Anlauf in der Kompaktklasse nimmt. Weitere japanische Neuheiten in der Kompaktklasse sind der Dreitürer und der sportliche Type R beim Honda Civic und das für den Genfer Salon angekündigte Stufenheck des Suzuki SX4.

Aber auch die Europäer wollen es wieder wissen und rollen viele Neuheiten in die Kompaktklasse. Den Anfang macht Fiat mit der Rückkehr des Bravo, der Ende März den Stilo ersetzt. Er wird nach Angaben des Unternehmens rund 15 400 Euro kosten. Später im Jahr wird es als wichtigen Wettbewerber auch einen neuen Peugeot 308 geben, den der französische Hersteller zur Internationalen Automobilausstellung im September in Frankfurt in Aussicht gestellt hat.

Die deutschen Platzhirsche kontern diese Bemühungen zunächst einmal nur mit Pflege und Ausweitung der aktuellen Modellpalette. So hat Opel vor wenigen Tagen den Astra überarbeitet und nach Angaben von Markenvorstand Alain Visser mit aufgefrischtem Design und sparsameren Motoren an den Start geschickt. VW hat auf dem Genfer Salon die Golf-Familie um einen neuen Kombi ergänzt, und bei Ford ist dem Vernehmen nach „ein sportlicher Focus ST in der Pipeline“.

So viele Hoffnungen sich die Importeure auch machen, viele Chancen räumt ihnen Margetts in der Kompaktklasse nicht ein und zitiert zum Beweis die Zulassungsstatistik: „Renault Mégane, Toyota Corolla und Mazda3 kamen als stärkste Importmodelle des vergangenen Jahres auf 66 000 Zulassungen und konnten damit nicht einmal gemeinsam der 71 000 mal verkauften Mercedes A-Klasse das Wasser reichen.“

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