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Die Essen Motor Show 2004

Breite Reifen und dicke Auspuffrohre: Wer damit nichts anfangen kann, hat Ende November in den Messehallen in Essen wenig Freude. Dann wird die Ruhrpott-Metropole zum Anziehungspunkt all jener, die ihr Auto oder Motorrad möglichst ausgefallen veredeln.

dpa/gms ESSEN. Breite Reifen und dicke Auspuffrohre: Wer damit nichts anfangen kann, hat Ende November in den Messehallen in Essen wenig Freude. Dann wird die Ruhrpott-Metropole zum Anziehungspunkt all jener, die ihr Auto oder Motorrad möglichst ausgefallen veredeln.

Auch in diesem Jahr gibt es auf der Essen Motor Show vom 26. November bis 5. Dezember die aktuellen Sportmodelle der Autohersteller, und die Tuner zeigen, was sie sich an Leistung steigernden Extras haben einfallen lassen. Daneben präsentieren Extrem-Bastler, was sich mit Chrom, Farbe und Fantasie alles machen lässt - manchmal auch mit nur einem Rad.

Im Mittelpunkt stehen in Essen traditionell die Tuner. „Die Auto-Veredler werden auf der Motorshow ihre Versionen all der neuen Modelle zeigen, die gerade erst auf den Markt gekommen sind“, sagt Hans-Jörg Köninger, Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Automobiltuner (Vdat) in Düsseldorf. Edel-Ausführungen des Renault Modus werden ebenso zu sehen sein wie das, was Tuner aus dem neuen VW Golf GTI machen. Ein weiteres großes Thema ist die kompakte 1er-Baureihe von BMW: „Sicher wird jeder Tuner, der sich mit BMW beschäftigt, ein überarbeitetes Fahrzeug dabei haben“, sagt Köninger.

Von den Auto-Herstellern werden vor allem neue sportliche Modellvarianten erwartet - darunter Modelle, die bislang nur auf Messen im Ausland vorgestellt wurden. „Wir werden zahlreiche Deutschlandpremieren zeigen“, sagt Michael Herdemerten, Sprecher der Messe Essen. So soll es unter anderem eine Sonderedition „Motorshow“ des BMW 316i geben. Gezeigt werden außerdem die GTC genannte dreitürige Variante des Opel Astra und der neue BMW M5.

Denen, die meinen, dass die Autoverrückten schlicht und einfach „ein Rad ab“ haben, wird im Show-Bereich der Messe gezeigt, dass ein einzelnes Rad durchaus ausreicht, um Aufsehen zu erregen: Der Amerikaner Kerry Mclean baut und verkauft seit nunmehr 30 Jahren so genannte Mono-Wheeler. Dabei handelt es sich im Prinzip um riesige Räder mit Motorantrieb. Der Fahrer sitzt im Zentrum des Rades. Dass so ein Gefährt flott voran kommen kann, beweist das Top-Modell Rocket Roadster: Hier sorgt ein V8-Motor mit 147 kW/200 PS für Vortrieb.

Die meisten Autobastler vertrauen jedoch auf die Kombination von zwei bis vier Rädern in einem Fahrzeug – zur Not dürfen es auch Ketten sein. So fand Jan Polka aus dem US-Bundesstaat Illinois seinen Geländewagen vom Typ Hummer H2 irgendwie nichts eindrucksvoll genug. Also baute er den Viertonner zum Kettenfahrzeug um. Dass sich auch unter Beibehaltung herkömmlichen Räderwerks Außergewöhnliches entwickeln lässt, beweist das in Essen gezeigte Einzelstück FAB 1: Der rosafarbene Zweisitzer wurde von Ford-Designern mit sechs Rädern ausgerüstet und ist damit einer der Stars des im Oktober angelaufenen Kinofilms „Thunderbirds“. Insgesamt soll das mehr als acht Meter lange Einzelstück gut eine Million Dollar gekostet haben.

Bei zwei bis drei Rädern lassen es jene Bastler bewenden, die ihre rollenden Kunstwerke regelmäßig auf der „Rat's Hole Custom Bike Show“ in Daytona in den USA präsentieren. Die auffälligsten Bikes sind nun in Essen zu sehen, darunter das Gewinner-Motorrad der Show – der Red Gold Dream des Schweizers Ueli Anliker. Er überzog unter anderem sämtliche Motor- und Fahrwerksteile mit einer Schicht aus echtem Gold. Auf pure Motorgewalt setzt dagegen das Las Vegas Trike: Ein 9,8-Liter-Motor mit 647 kW/880 PS beschleunigt es auf 300 Kilometer pro Stunde (km/h).

Extreme gibt es allerdings nicht nur von Bastlerhand – manche werden auch ab Werk verkauft. So stellt eine Sonderschau den britischen Edelhersteller Mulliner vor. Das im Jahr 1900 gegründete Unternehmen wurde vor allem als Erbauer von Spezialkarosserien für Bentley und Rolls-Royce bekannt. 1959 übernahm Rolls-Royce Mulliner komplett, heute gehört Mulliner unter dem gemeinsamen Dach des VW-Konzerns zu Bentley. Was die Edel-Bastler im Laufe ihrer Geschichte erschaffen haben, wird anhand von fünf Bentley-Modellen mit Mulliner-Karosserie aus den Jahren 1930 bis 2004 gezeigt.

Noch länger als die Historie Mulliners ist die Geschichte der Autorennen. Und die will man mit einer Schau über die „Goldene Ära“ des Grand Prix-Rennsports lebendig werden lassen. Gezeigt werden rund 20 legendäre Rennwagen aus den Jahren 1907 bis 1939. Gegen Ende dieser Zeit waren die Autos auf ihren dünnen Reifen bereits mit bis zu 475 kW/646 PS starken Motoren und 400 km/h unterwegs. Dass aktuelle Formel-1-Boliden dagegen ein echtes Kinderspielzeug sein können, macht der Spielwarenhersteller Lego deutlich: Dort hat man einen Ferrari-Rennwagen in Originalgröße aus Lego-Steinen nachgebaut.

Informationen: Die Essen Motor Show findet auf dem Messegelände in Essen statt und ist täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet, Samstag und Sonntag von 09.00 bis 18.00 Uhr. Der Eintrittspreis für Erwachsene beträgt 16 Euro.

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