Die Marke „Daimler“ vor der Wiederbelebung?
Tata denkt über Rolls-Royce-Konkurrenz nach

Die neuen indischen Eigentümer des Traditions-Autobauers Jaguar erwägen angeblich die Marke "Daimler" wiederzubeleben. Dies habe der Chef des Tata-Firmenimperiums, Ratan Tata, vor Investoren gesagt, berichten die Londoner "Times" und "The Times of India".

HB LONDON. Den Überlegungen zufolge könne das Auto im Luxussegment gegen Konkurrenten wie Rolls-Royce oder Bentley antreten. Verwirrenderweise wäre das Auto dann ein "Daimler", der nicht von der Daimler AG kommt, wie der Mercedes-Benz-Hersteller nach der Trennung von der US-Tochter Chrysler heißt.

Erst Ende März hatte Tata Motors für 2,3 Mrd. US-Dollar die Marken Jaguar und Land Rover vom angeschlagenen US-Autobauer Ford erworben. Zusammen mit diesen beiden Marken erwarb Tata auch die Markenrechte an den Marken Rover, Daimler und Lanchester.

Jaguar war über Umwege an den Markennamen "Daimler" gelangt: Konstrukteur Gottlieb Daimler hatte im 19. Jahrhundert seinen Motor nach Großbritannien lizenziert. Während er seine eigenen Wagen unter dem Namen Mercedes beziehungsweise Mercedes-Benz verkaufte, nannte sein britischer Geschäftspartner seine Fahrzeuge Daimler. Später übernahm Jaguar die Daimler Motor Company; Jaguar wiederum wurde von dem US-Konzern Ford gekauft und zuletzt an Tata abgegeben .

Berührung mit Mercedes-Benz hatte Tata bereits 1954, damals entstand in Kooperation mit den Stuttgartern der erste Tata-Truck, der einen Mercedes-Stern als Logo trug; später beteiligte sich der Konzern mit fast sieben Prozent an Daimler Benz.

Die britischen Daimler-Fahrzeuge waren in den 60er Jahren beliebte Polizei-Einsatzfahrzeuge, gleichsam geadelt wurde die Daimler-Limousine dadurch, dass sie das Lieblingsfahrzeug der in England überaus populären Königinmutter war .

Im vergangenen Herbst hatte es geheißen, Daimler-Chrysler habe für die Umbenennung in Daimler AG Ford die Rechte am Markennamen "Daimler" abgekauft. Man habe dafür 20 Mill. Dollar bezahlt, sagte damals Konzernchef Dieter Zetsche. Ein Jaguar-Sprecher sagte der Zeitung nun, der Vertrag erlaube es beiden Unternehmen, den Markennamen für Produkte zu nutzen. Laut einem Vertreter von Tata ist es noch zu früh zu sagen, ob die Marke "Daimler" tatsächlich wieder zum Einsatz kommt.

Offenbar will Tata im nach der Ankündigung des Tata Nano im Einstiegssegment auch im Luxussegment punkten: Erst im Januar 2008 stellte das Unternehmen den Nano vor, der mit einem Preis von 100.000 Rupien oder 1.700 Euro das billigste viersitzige Auto der Welt ist.

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