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Die neuen Hochleistungslimousinen

Autofahrer haben unterschiedliche Vorstellungen. Während die Spoilerfraktion „Sportlichkeit“ vor allem über Flügelwerk und dicke Auspuff-Endrohre definiert, kommt es den auf Understatement bedachten Autoenthusiasten mehr auf innere Werte an.

dpa/gms MÜNCHEN/INGOLSTADT. Autofahrer haben unterschiedliche Vorstellungen. Während die Spoilerfraktion „Sportlichkeit“ vor allem über Flügelwerk und dicke Auspuff-Endrohre definiert, kommt es den auf Understatement bedachten Autoenthusiasten mehr auf innere Werte an.

Bei den eher dezenten Hochleistungslimousinen, die Leistung und Luxus verbinden sollen, gebührt die größte Aufmerksamkeit dem neuen BMW M5. 20 Jahre nach der Premiere des ersten M5 bringt BMW jetzt laut Ulrich Bruhnke, dem neuen Chef der M-Gmbh, ein Stück Formel 1 auf die Straße. Denn der M5 wird nicht mehr von einem Acht-, sondern von einem Zehnzylinder angetrieben, der gemeinsam mit dem ebenfalls zehnzylindrigen Rennmotor der Formel-1-Boliden produziert wird.

Der M5-Motor hat fünf Liter Hubraum und leistet 373 kW/507 PS. Damit beschleunigt der 86 200 Euro teure Wagen in weniger als fünf Sekunden auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit ist auf 250 km/h begrenzt. Bis auf dezente muskulöse Anbauten gibt es äußerlich zum normalen 5er keine Unterschiede. Anders verpackt wird der Motor vermutlich im kommenden Jahr: Dann gibt es ihn nach Angaben aus Unternehmenskreisen auch als M6 in einem Oberklasse-Coupé.

Auch Konkurrent Mercedes AMG kleidet seinen Leistungsträger neu ein. Nach Angaben des Unternehmens in Stuttgart gibt es den 5,5-Liter-V8 mit seinen 368 kW/500 PS ab Herbst auch in der neuen Coupé-Limousine CLS. Für Preise ab 96 164 Euro macht der kompressorgeladene Achtzylinder den Gleiter zum veritablen Sportwagen: So beschleunigt der CLS in 4,7 Sekunden auf 100 km/h.

Audi ist im Wettrüsten etwas zurück gefallen. Die quattro Gmbh hat momentan nur die letzten Exemplare vom S6 Avant und vom RS6 sowie den überarbeiteten S4 im Programm. Der S4 werde aber nicht der einzige Sportler bleiben, heißt es bei Audi: „Nach den Generationswechseln bei A3, A6 und A8 standen wie immer zunächst die Motorvarianten im Vordergrund, die für eine breitere Käuferschicht interessant sind“, sagt Pressesprecher Udo Rügheimer. Die S-Modelle dagegen seien die Kür. „Und für die lassen wir uns bestimmt wieder einiges einfallen.“

Zwar sind die Absatzzahlen der Hochleistungslimousinen gemessen an der Gesamtproduktion eher gering. Doch für das Image seien sie unerlässlich, sagt Automobilexperte Prof. Ferdinand Dudenhöffer von der Fachhochschule Gelsenkirchen. Weil die Preise je nach Modell schnell 20 000 bis 50 000 Euro über denen der Einstiegsmodelle lägen, könnten die Unternehmen dennoch große Gewinne machen.

Allerdings ließen sich die Preise nur rechtfertigen, wenn die Sportler mit eigenem Label aus der Masse herausgelöst werden, sagt Dudenhöffer. Die Erwartungen der deutschen Kunden sind dabei nicht der Maßstab: „Auch wenn einige dieser Edelsportler schon mal in einer japanischen, russischen, arabischen, englischen oder eben deutschen Garage stehen, geht der Großteil dieser Fahrzeuge in die USA.“

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