Diesel und Hybrid: Der Wettlauf der Motoren

Diesel und Hybrid
Der Wettlauf der Motoren

Der klassische Benzinmotor ist ein Auslaufmodell, die Zukunft gehört auch in den USA Diesel und Hybrid: Unter dem Druck steigender Kraftstoffpreise propagieren fast alle Hersteller auf der Autoshow in Detroit Alternativen zum Benzinmotor.

HB DETROIT. Die Deutschen wollen sogar auf dem US-Markt nach Aussagen des Verbandspräsidenten der Automobilindustrie (VDA), Bernd Gottschalk, die „zweite Stufe der Diesel-Offensive“ in den USA starten. Angespornt von einem Wachstum des Diesel-Autoabsatzes von 44 Prozent in den vergangenen Jahren sieht er gute Chancen für die „weltweit führende deutsche Dieseltechnologie“.

Allein Mercedes kündigte vier neue Diesel-Modelle für den US-Markt in Detroit an. Für Chrysler und Mercedes soll schon bald modernste Abgastechnik – die so genannte Bluetech-Technologie – vorhanden sein, um auch die schärfsten US-Emissionsgrenzen einzuhalten.

Doch obwohl sich Dieter Zetsche, der neue Daimler-Chrysler-Chef optimistisch zeigt, dass die „Diesel-Story in den USA zündet“, bezweifeln nicht wenige Marktbeobachter, dass die zweite Stufe sehr viel mehr Schub entwickeln wird als die erste. In der amerikanischen Berichterstattung zur Messe spielt der Diesel praktisch kaum eine Rolle. Kein Wunder, denn nach Erhebungen der Marktforscher von Jato Dynamics beträgt der Dieselanteil bei PKWs in den USA nicht einmal 0,5 Prozent, inklusive der Pickups, Geländewagen und großen Vans liegt er bei immer noch mageren 3,4 Prozent.

Die Vorteile des Diesels, für den vor allem die Deutschen werben, stößt bei den US-Kunden auf taube Ohren. „Die meisten Amerikaner wissen nicht einmal, wie Diesel geschrieben wird“, glaubt Nick Margetts von Jato: „Absolut gesehen wurden im vergangenen Jahr in Irland mehr Dieselfahrzeuge zugelassen als in den USA“, unterstreicht der Autoexperte bei der Detroit Auto Show. Optimistische Prognosen, nach denen der US-Dieselanteil schon in sechs Jahren bei 7,5 Prozent des Marktes - das wären immerhin 1,3 Millionen Fahrzeuge im Jahr - liegen wird, hält er für „Wunschdenken“.

Dabei wäre der Diesel, da sind sich Experten einig, für die meisten Amerikaner die ideale Lösung: Ein hohes Drehmoment, und der niedrige Verbrauch in mittleren Drehzahlbereichen ist wie geschaffen für längere Strecken auf US-Highways. Auch die Infrastruktur und die Verbesserung der US-Dieselqualität könnte dazu beitragen, immer mehr Amerikaner zu überzeugen. Ab Herbst dieses Jahres sind die Raffinerien verpflichtet, Diesel mit einem deutlich reduzierten Schwefelanteil anzubieten, immer mehr PKW-Tankstellen bieten eine Zapfsäule für Diesel an. Auch verschärfte Emissionsvorschriften wären mit vorhandener Technologie ohne große Probleme einzuhalten, verspricht Gottschalk. „Doch wir wissen, dass es kein Kurzstrecken- sondern ein Dauerlauf ist, registrieren aber, dass immer mehr Hersteller daran teilnehmen wollen“, so der Verbandspräsident. Noch kommen 98 Prozent aller Diesel-PKW in den USA von deutschen Autobauern. Doch nun will auch Nissan mit Dieseln antreten.

Seite 1:

Der Wettlauf der Motoren

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%