Dieselgate, VW und die Folgen

Erhöhte Schadstoffwerte nicht nur bei Volkswagen

Das Kraftfahrt-Bundesamt prüft nicht nur die manipulierten Diesel von Volkswagen – auch die Autos anderer Hersteller nehmen die Kontrolleure unter die Lupe. Offenbar gibt es dabei erste Auffälligkeiten.
Update: 11.11.2015 - 12:54 Uhr 15 Kommentare
Bei bisherigen Tests stehen Automodelle 20 Minuten auf dem Prüfstand und legen dabei elf Kilometer mit Geschwindigkeiten von 34 bis maximal 120 km/h zurück. Neue Testverfahren sollen die Ergebnisse näher an die Realität bringen.  Quelle: ADAC
ADAC-Prüfstand zur Abgasmessung

Bei bisherigen Tests stehen Automodelle 20 Minuten auf dem Prüfstand und legen dabei elf Kilometer mit Geschwindigkeiten von 34 bis maximal 120 km/h zurück. Neue Testverfahren sollen die Ergebnisse näher an die Realität bringen. 

(Foto: ADAC)

Flensburg/DüsseldorfDas Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) lässt den Kohlendioxid-Ausstoß von VW-Fahrzeugen neu ermitteln. Allerdings nicht ausschließlich. In einer Mitteilung des KBA vom 11. November heißt es, man prüfe auch „andere marktbestimmende Hersteller“ – also die bei den Neuzulassungen führenden Marken – schon seit Ende September. Der entscheidende Satz in der neuen Mitteilung: „Auf Basis von Rohdaten wurden bisher zum Teil erhöhte Stickoxidwerte bei unterschiedlichen Fahr- und Umgebungsbedingungen festgestellt.“ Es könnten also auch andere Hersteller betrogen haben.

Tags zuvor hatte die Flensburger Behörde noch mitgeteilt, sie ordne die Überprüfung der Emissionswerte der Fahrzeugtypen an, für die Volkswagen falsche Angaben gemacht hatte. Der Wolfsburger Autobauer hatte eingeräumt, dass bei der Typ-Zulassung zu niedrige CO2-Werte angesetzt und damit falsche Verbrauchsangaben gemacht wurden. Davon sind bis zu 800.000 Fahrzeuge betroffen, darunter auch Benziner.

Die Schummelsoftware von VW hat das KBA aufgeschreckt – und lässt auch andere Hersteller ins Visier der Kontrolleure geraten. So will die Behörde herausfinden, ob im Markt möglicherweise weitere Manipulationen des Schadstoffausstoßes, insbesondere bei Stickoxiden (NOx), stattfinden.

Offenbar trifft das KBA die Auswahl der Test-Fahrzeugmodelle und Motorkonzepte aber nicht nur auf Basis der Zulassungsstatistik in Deutschland, sondern reagiert auch auf Insider-Tipps aus der Branche. „Verifizierte Hinweise Dritter über auffällige Schadstoffemissionen“, heißt das offiziell.

Mehr als 50 Fahrzeuge verschiedener in- und ausländischer Hersteller mit unterschiedlichen Diesel-Aggregaten werden untersucht. Ihr Schadstoffausstoß wird sowohl auf dem Rollenprüfstand als auch durch Portable Emissionsmesssysteme (PEMS) auf der Straße gemessen. Realitätsnäher und in verschiedenen Situationen und Umgebungen.

Ergebnis: Es wurden teilweise erhöhte Stickoxidwerte bei unterschiedlichen Fahr- und Umgebungsbedingungen festgestellt. Welcher Hersteller mit welchem Modell aufgefallen ist, dazu nennt die Behörde zunächst keine weiteren Details. Aber es werden die zulassungsstarken Modelle genannt, die nachgeprüft werden. Dies sind:

  • Alfa Romeo Giulietta
  • Audi A3, Audi A6
  • BMW 3er, BMW 5er,
  • Chevrolet Cruze
  • Dacia (Motortyp SD)
  • Fiat Panda, Fiat Ducato
  • Ford Focus, Ford C-Max
  • Jeep Cherokee
  • Honda HR-V
  • Hyundai iX35, Hyundai i20
  • Land Rover Evoque
  • Mazda 6
  • Mitsubishi ASX
  • Mercedes C-Klasse, Mercedes CLS, Mercedes Sprinter, Mercedes V-Klasse
  • Mini
  • Nissan Navara
  • Opel Astra, Opel Insignia, Opel Zafira
  • Peugeot 308
  • Porsche Macan
  • Renault Kadjar
  • Smart Fortwo
  • Toyota Auris
  • Volvo V60
  • VW Golf, VW Beetle, VW Passat, VW Touran, VW Polo, VW Golf SportsVan, VW Touareg, VW Amarok, VW Crafter

Außerdem lässt das KBA bislang bewusst offen, ob sich die genannten höheren Schadstoffwerte bei den Nachprüfungen durch die realistischeren PEMS-Messungen ergeben haben oder durch Manipulationen beziehungsweise zu niedrige Falschangaben der Hersteller, ähnlich wie bei VW, ergeben haben.

Bei Volkswagen hatte das KBA am 15. Oktober einen verpflichtenden Rückruf aller VW-Dieselautos mit der Betrugssoftware angeordnet. Demzufolge müssen in ganz Europa 8,5 Millionen, in Deutschland 2,4 Millionen Wagen in die Werkstatt. VW hatte eine freiwillige Lösung angestrebt.

Die Flensburger Behörde, die für sämtliche Typzulassungen in Deutschland zuständig ist, setzt aber noch auf Kooperation. Man sei, nachdem rund zwei Drittel aller geplanten Messungen durchgeführt wurden, nun „in Gesprächen mit betroffenen Herstellern und Genehmigungsbehörden“ und werde die neuen Prüfdaten weiter evaluieren, heißt es.

Wie belastbar sind die Ergebnisse?
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15 Kommentare zu "Dieselgate, VW und die Folgen: Erhöhte Schadstoffwerte nicht nur bei Volkswagen"

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  • KONSTANT-SESSELFURZER-BUEROKRATIE
    wenn wir alle soo langsam fahren wie die Muehlen des Staates mahlen, dann koennen wir verdammt viel Sprit sparen!

    Wenn wir aber nur die Anzahl der Staus auf den Strassen vermeiden wuerden, wo ungenutzt in stop and go Verkehr extreme ueberproportionale Stick-Oxide emittiert warden, dann brauchten die Konstant-Sesselfurzer nicht rot zu warden, wenn da auch mal ein "Bier-Furz" dabei ist, der weitaus hoehere Methan-gehalte aufweist!

    10000 Neu-Mitbewohner pro Tag in Deutschland, das sind Emissionsquellen, die grosse Sorge & nichtbezahlbare Kosten generieren!

  • Dieser Hype soll von 10.000 neuen Mitbewohnern täglich ablenken. Gegen dieses Problem sind alle anderen Probleme ein Nichts!!

  • @hartmut braune
    Nur das zukünftig die deutsche Volkswirtschaft nicht mehr an der Zukunft teilhaben wird, weil es in einer Kerntechnikfreien und CO2 freien Gesellschaft es keine Zukunft von Innovation und damit wirtschaftliche Mehrwertschaffung und die daraus folgende Wertschöpfungskette für Mittelstand, Handwerk und Dienstleistung geben wird.
    Googeln Sie mal unter Marsrover Radionuklidbatterie....und Sie werden sehen, was heute schon alles möglich ist....in der Kernphysik/Technik
    Auch die Medizin ist ohne die Kernphysik nicht mehr denkbar. Aber das nur so am Rande.

  • "Es könnten also auch andere Hersteller betrogen haben." Was soll diese wilde Verdächtigung? Wie Sie selbst schreiben, kann es sehr wohl auch allein am Unterschied Prüfstand - Realität liegen, und da sollte man sich mit solchen Annahmen über vorsätzlichen Betrug aber sehr zurückhalten!

  • Marc hofmann...............natürlich ist Öl endlich.......aber et muß doch verbraten werden......Mutter kann doch dat Brot, wat nit mehr so frisch is.....nich einfach in die Tonne schmeißen....sondern der alte Vorrat muß erst aufgebracht werden....ehe frisches Brot gekauft und auf den Tisch kommt......Junge.....dat es doch ganz einfach.....oder nit verstanden?.......

    Laufen doch die Entwicklungen auf den anderen Gebieten kontinuierlich weiter......ist doch glockenklar......nicht wahr?......also keine andere Marschroute wird vorgenommen, sondern nur die wie oben beschrieben.........haleluja

  • @hartmut braune
    Die Energieträger Kohle, Gas, Wasser, Solar, Wind, Oel, Biomasse haben eine geringe Enegiedichte wie der Energieträger Uran/Thorium.
    Wenn es einen nächsten Entwicklungssprung bei den Motoren geben sollte, dann basiert dieser auf den Energieträger Uran bzw. Thorium.
    Dazu müsste sich man sich aber endlich mal in der deutschen Politik, Gesellschaft und Wirtschaft offen für die Kernkrafttechnik zeigen. China, USA, Russland, Frankreich, England, Japan uva. werden weiter und weiter an der Kenrkraft forschen und entwickeln. Und die Kernkraft wird mehr und mehr die Mobilität und Energieversorgung der Zukunft bestimmen.

  • @hartmut braune
    Die Energieträger Kohle, Gas, Wasser, Solar, Wind, Oel, Biomasse haben eine geringe Enegiedichte wie der Energieträger Uran/Thorium.
    Wenn es einen nächsten Entwicklungssprung bei den Motoren geben sollte, dann basiert dieser auf den Energieträger Uran bzw. Thorium.
    Dazu müsste sich man sich aber endlich mal in der deutschen Politik, Gesellschaft und Wirtschaft offen für die Kernkrafttechnik zeigen. China, USA, Russland, Frankreich, England, Japan uva. werden weiter und weiter an der Kenrkraft forschen und entwickeln. Und die Kernkraft wird mehr und mehr die Mobilität und Energieversorgung der Zukunft bestimmen.

  • ..........Marc Hofmann.......lassen se (Sie) das Andere außen vor.....also die Kraftwerke und und und.....fokussieren wir uns doch jetzt stringend auf die Kiste mit 4 Rädern.....darum jet et doch .....nit wahr?......und so müssen die Voraussetzungen geschaffen werden, daß Geistesblitze wieder stattfinden können.....und das wird kommen.....ich zweifele nicht einen Augenblick.......warum? .......nun ganz einfach....der Diesel hatte und hat ein Potenzial......mit dem Geld verdient wurde und weiter wird.....und es werden Erfindungen erfunden.....von denen wir heute noch keine Ahnung haben....die Jungs werden sich alle den Blaumann anziehen ......und an dem Problem stricken.....sie werden es tun.....sie müssen es tun......weil alle davon partizipieren.....Otto und Erna unten....und die Lieferanten der schwarzen Flüssigkeit oben.....die angeblich noch für mehr als mehrere Jahrzehnte man spricht sogar von mehr als 100 Jahren....die Flüssigkeit finden und fördern können......hier ist also kein Zweckoptimismus angesagt.....sondern die Realität.........die Truppen der Ingenieur-Wissenschaften werden im Moment zusammen gezogen......und jeder bekommt Feuer unter seinen Stuhl........lassen wir uns überraschen........

  • Das ist ja interessant, welche Börsenkurse sehen Sie, die die VW-Aktie heute "stark im Plus" ist? Und wenn die Abgasnummer durch ist und sowieso alle Autofahrer nicht an die Werbeaussagen der Autokonzerne glauben, wo ist dann der Betrug, wo der Schaden und woher kommt die ganze Hysterie der vergangenen Wochen?

  • @hartmut braune
    Da gibt es nichts mehr zu verbessern. Das Fahrverhalten ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Und kein Mensch fährt konstant die bestmöglich CO2 Ausstoß Geschwindigkeit. Eine CO2 Minderung geht nur durch die Drosselung der Leistung. Und wenn man in unserer Gesellschaft mal Null Leistung hat (dies betrifft dann nicht nur die Automobilbranche sondern auch Kohle, Gaskraftwerke und die gesamte CO2 basiernde Wirtschaft), dann hat man eine Gesellschaft, die zwar CO2 frei ist aber dafür arm an Leistung und somit dem Mangel und der Armut als Ziel gewählt hat.

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