Direkteinspritzung setzt sich durch
VW schwenkt beim Dieselmotor um

Volkswagen verabschiedet sich bei Dieselmotoren von seiner Pumpe-Düse-Technik. Ab 2007 wird eine neue Motorengeneration von Drei- und Vierzylinder-Dieselmotoren eingesetzt, die über die so genannte Common-Rail-Technik verfügen, bei denen der Kraftstoff über eine Hochdruckpumpe an alle Zylinder verteilt wird.

DÜSSELDORF. Der Autobauer begründet seine Entscheidung damit, dass die Common-Rail-Technik gegenüber der Pumpe-Düse-Lösung aufgeholt habe. Dank Piezo-Technik seien mittlerweile wesentlich höhere Drücke möglich als noch vor Jahren, wodurch eine effiziente und schadstoffarme Verbrennung erzielt wird.

Die Geschichte begann vor sieben Jahren. Ihr Titel: VW gegen den Rest der Welt. Während alle anderen Dieselmotorenhersteller in Europa dabei sind, die Einspritztechnik ihrer Selbstzünder auf die innovative Common-Rail-Technik umzustellen, schwimmen die Diesel-Experten aus Wolfsburg gegen den Strom: Im Sommer 1998 präsentiert VW im Passat 1.9 TDI stolz eine völlig eigenständige Einspritz-Technologie: das Pumpe-Düse-System. Statt zentraler Hochdruckpumpe für alle Zylinder – wie bei Common-Rail – hat jeder Brennraum sein eigenes Pumpe-Düse-Element.

„Eine sehr aufwendige und kostspielige Lösung“, kommentieren Motorenexperten den Schritt. „Der Motor hat mehr Power, ohne mehr zu saufen“, lautet die saloppe Erklärung des damaligen VW-Chefs Ferdinand Piëch. Außerdem überzeugt das Pumpe-Düse-System – eine Gemeinschaftsentwicklung mit Bosch – mit deutlich geringeren Emissionen dank eines hohen Einspritzdruckes von über 2000 bar, mit dem die EU4-Abgasnorm ohne Partikelfilter erfüllt wird.

Common-Rail-Systeme erreichen zu dieser Zeit nur 1 350 bar und schaffen diese Norm nicht. Gute Argumente für das Pumpe-Düse-System, das VW vom Lupo bis zum Touareg einsetzt. Doch den Wettbewerb kann das nicht umstimmen. Alle anderen Autohersteller setzten auf die Weiterentwicklung von Common-Rail. Mit Erfolg, wie sich jetzt zeigt: Die Common-Rail-Technologie hat in den vergangen Jahren deutlich aufgeholt. In der dritten Generation werden Einspritzdrücke von 1600 bar erreicht, Systeme mit 1800 und 2000 bar stehen kurz vor der Serieneinführung. Außerdem lassen sich künftige Abgasnormen nur noch mit zusätzlichen Partikelfiltern erfüllen – der Hauptvorteil des Pumpe-Düse-Systems ist damit dahin.

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