Doppelkupplungsgetriebe
DQ200 - Das große Problem des VW-Konzerns

Schlechte Nachrichten für Europas Autoriesen Nummer eins: VW ruft 2,6 Millionen Fahrzeuge von fünf Konzernmarken in die Werkstätten. Eine Ursache ist das als problematisch bekannte Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe.
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Wolfsburg/DüsseldorfMit einem der größten Rückrufe in seiner Konzerngeschichte sieht sich Europas größter Autobauer konfrontiert: Volkswagen meldet heute weltweit Qualitätsprobleme bei gut 2,6 Millionen Fahrzeugen. Es geht zum einen um 800.000 Tiguan-Modelle, die wegen Reparaturen am Licht zurück in die Werkstätten müssten, teilt VW am Donnerstag mit.

Darüber hinaus meldet VW, freiwillig einen Ölwechsel für weltweit alle Fahrzeuge mit 7-Gang Doppelkupplungsgetrieben (DSG) anzubieten, die mit synthetischem Öl befüllt sind. Ein Sprecher sagt, es gehe um 1,6 Millionen Autos über fünf Konzernmarken hinweg. Zudem berichtet die VW-Nutzfahrzeugtochter, 239.000 Amaroks wegen Undichtigkeiten an Kraftstoffleitungen zurückzurufen.

Die Börse zeigte sich heute zunächst unbeeindruckt von den aktuellen Problemen bei VW. Mittags notierten Volkswagen-Vorzugsaktien im Xetra-Handel rund 0,9 Prozent im Plus bei 192,45 Euro, und damit leicht besser als der Dax (+0,7%).

Die Problematik geistert in Schlagzeilen und Berichten seit dem Frühjahr 2013 immer wieder durch die verschiedensten Medien: Das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, auch Direktschaltgetriebe (DSG) genannt, bereitet vor allem im feucht-heißen, also für viele asiatische Absatzmärkte typischen Klima arge Probleme. China ist einer der wichtigsten Märkte für VW. In diesem Jahr haben die Wolfsburger dort 2,02 Millionen Autos abgesetzt, ein Plus von 17,9 Prozent gegenüber 2012.

Experten sehen die tieferen Ursachen für die zunehmenden Rückrufe beim Kostendruck auf Zulieferer, die bei der Qualitätssicherung sparen und bei der Gleichteile- sowie Plattform-Strategie der international operierenden Massenhersteller.

Die Technik, die für besonders schnelle und nahezu ruckelfreie Automatik-Schaltwechsel sorgt, vertrage sich offenbar nicht mit der Mischung aus dem feucht-heißen Klima und dem Verkehrschaos in den Metropolen Asiens, hieß es schon damals bei VW, und so lautet der Tenor einer entsprechenden Konzernverlautbarung auch am 14. November: Ohne Kühlung durch Fahrtwind kommt es gerade bei Stop-and-go-Verkehr regelmäßig zu Problemen.

Befindet sich synthetisches Öl im Getriebe mit der internen Bezeichnung DQ200, so kann es zu elektrischen Fehlfunktionen in dessen Stromversorgung kommen. Grund hierfür sind die schwefelhaltigen Additive des künstlichen Öls, die unter der Belastung für Kurzschlüsse im Steuergerät sorgen können. Als Folge schaltet das Getriebe aus Sicherheitsgründen in den Leerlauf.

In Versuchen habe sich gezeigt, dass die Probleme mit einem mineralischen Getriebeöl nicht auftreten. „Um die Zufriedenheit der DSG-Kunden weiter zu gewährleisten, hat sich Volkswagen dazu entschlossen, weltweit freiwillig alle Kunden mit 7-Gang Doppelkupplungsgetrieben (DQ200) mit Synthetiköl-Befüllung zum Öltausch in die Werkstätten zu bitten“, schreibt VW in der Mitteilung. Der Fahrzeughalter würden entsprechend informiert.

„Die Belastung aus feuchtheißer Luft und extremen Stadtverkehr lässt sich für einen langen Zeitraum nur schwer simulieren“, sagt der für Technologiethemen zuständige VW-Sprecher Michael Franke. „Wir haben einen Fehler gemacht und dazu gelernt – leider ist das nicht angenehm für den Kunden.“

Für Experten nicht überraschend

Bereits im Frühsommer musste VW rund 480.000 Fahrzeuge in China und Japan in die Werkstätten beordern, in Australien waren es im Juni weitere 26.000. Und in China sah sich das Unternehmen gar einem regelrechten Shitstorm ausgesetzt. Es kam in chinesischen Medien zu teils unsachlicher Kritik, der zufolge VW angeblich in China besonders billige bzw. möglicherweise gesundheitsschädliche Teile einsetzt, die unter anderem für muffige Gerüche in Autos sorgen.

Im März hatte sich Europas größter Autohersteller, der in China mittlerweile mehr Autos verkauft, als in Europa, daher bereits zu einem Rückruf aufgerafft, um auf Kulanz die Getriebemechatronik auszuwechseln.

Für Experten kommt der erneute Rückruf nicht überraschend. „Die Probleme sind seit 2012 bekannt, als noch der heutige Opel-Chef Karl-Thomas Neumann das China-Geschäft von VW leitete“, sagt Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Intitut der Universität Duisburg-Essen Handelsblatt Online. „VW ist schlecht beraten, hier weiter eine Vertuschungs-Strategie zu betreiben. Ein solches Vorgehen hat bereits Toyota in arge Bedrängnis gebracht. Ich dachte, VW hätte daraus gelernt.“

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  • So geht es mir mit meinem Seat Ibiza Cupra, 1.4 TSI mit 7-DSG auch. Bei Werkstattaufenthalten auch auf das klappernde Getriebe hingewiesen, aber es wurde nicht ernst genommen.

  • Da wird in allen Automobilmedien darüber berichtet, wie auch zu Rückrufen anderer Hersteller, und HB wird dafür angegriffen ? Zumal es gar nicht um alle existierenden DSG´s geht ?
    Die negative Polemik gegen HB ist inakzeptabel.
    Einige sollten sich besser mal richtig informieren, wie z.B. hier:
    http://www.motor-talk.de/news/endlich-vw-bessert-beim-dsg-weltweit-nach-t4750759.html

  • Immer bewundernswert, welch trivialen Quark die "Experten" aus der Hochschule so von sich geben.

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