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Durch die Kälte in den Winterschlaf - Herbst-Tipps rund ums Motorrad

Grauer Himmel, Nieselregen und kalte Temperaturen - das Traumwetter für Motorradfahrer sieht anders aus. Trotzdem mag sich mancher nach der Sommersaison kaum von seinem Motorrad trennen und ist bis weit in den Herbst auf zwei Rädern unterwegs.

dpa/gms ESSEN/MAINZ. Grauer Himmel, Nieselregen und kalte Temperaturen - das Traumwetter für Motorradfahrer sieht anders aus. Trotzdem mag sich mancher nach der Sommersaison kaum von seinem Motorrad trennen und ist bis weit in den Herbst auf zwei Rädern unterwegs.

Tatsächlich lässt sich auch das Überziehen der typischen Saison noch recht sicher gestalten, wenn die wichtigsten Grundregeln beachtet werden. Soll die Maschine dann irgendwann doch in der Garage „Winterschlaf halten“, sind die richtigen Vorkehrungen zu treffen.

Beim Kampf mit den Widrigkeiten des Herbstwetters können die Fahrer auf einen kleinen Vorteil bauen: Sie haben während der Sommermonate einiges an Fahrerfahrung gewonnen und sind inzwischen routinierter als beim Saisonstart im Frühjahr. „Hinzu kommt, dass der Übergang vom Sommer zum Herbst fließend ist“, sagt Michael Lenzen, Sprecher des Bundesverbandes der Motorradfahrer (Bvdm) in Mainz.

Eine Gefahr bedeutet nasses Laub, das großflächig auf der Straße liegt und diese rutschig macht. Beim Institut für Zweiradsicherheit (ifz) in Essen weist man zudem darauf hin, dass Herbstzeit auch Erntezeit ist: Gerade in ländlichen Regionen ist mit verschmutzten Fahrbahnen und landwirtschaftlichen Fahrzeugen zu rechnen.

Ein wichtiger Faktor sind bei herbstlichen Fahrten die Reifen. Sie müssen zum einen noch genügend Profil aufweisen. Trotzdem ist das Leistungsvermögen des für die Haftung zuständigen Gummis um so begrenzter, je weiter es in Richtung Winter geht. „Gerade an kalten Tagen lässt die Haftung der Reifen gewaltig nach“, warnt Roger Eggers, Motorrad-Experte des TÜV Nord in Hannover.

Auch dem Fahrer selbst wird nicht so warm wie im Sommer - was Vor- und Nachteile hat. Zu den Vorteilen zählt die stärkere Bereitschaft mancher Fahrer, sich Schutzkleidung anzuziehen, meint Burkhard Gerkens, verantwortlich für das Motorrad-Sicherheitstraining beim Deutschen Verkehrs-Sicherheitsrat (DVR) in Bonn. Warme Kleidung ist auch ein zusätzlicher Sicherheitsfaktor. Das ifz weist darauf hin, dass frierende Fahrer schneller ihr Konzentrationsvermögen verlieren.

Nicht zu unterschätzen ist nach Meinung von TÜV-Experte Roger Eggers der Wert eines einwandfreien Helm-Visiers. Denn Kratzer in der Oberfläche können unter Umständen gefährlich werden. „Bei tief stehender Sonne sieht man deutlich schlechter“, so Eggers.

Wenn die Menge der jahreszeitlichen Probleme doch zu groß wird, muss ein großer Teil der Motorräder in der Garage auf Wetterbesserung im Frühjahr warten. Michael Lenzen empfiehlt, das Motorrad vor der Pause zunächst gründlich zu reinigen. Ein Blechtank sollte bis zum Rand mit Benzin gefüllt sein - zum Schutz vor Rost. „Die Batterie ist an ein Ladegerät anzuschließen oder aber regelmäßig nachzuladen.“ Roger Eggers weist darauf hin, dass nur eine voll geladene Batterie dem Frost ausgesetzt werden sollte - „sonst kann sie platzen.“

Alle Experten empfehlen, das Motorrad so abzustellen, dass beide Räder entlastet sind. Wenig ratsam ist es, das Motorrad in einer geheizten Garage abzustellen, in der auch der im Winter genutzte Privatwagen seinen Platz hat. „Wird der Wagen auf mit Salz gestreuten Straßen gefahren, hat man auch in der Garage eine feuchte, salzhaltige Luft“, so Michael Lenzen. Und die fördert die Korrosion.

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