E-Auto-Neuzulassungen Deutschland fährt hinterher

Woanders werden im Verhältnis zu den gesamten Neuzulassungen deutlich mehr Elektroautos gekauft als in Deutschland, was sich im ersten Halbjahr 2016 erneut bewies. Andererseits zeigt die Diskussion um den Diesel Wirkung.
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Diesel ist weniger gefragt, aber Elektroautos bleiben die absoluten Ladenhüter. Quelle: PR
Rückblick aufs erste Halbjahr 2016

Diesel ist weniger gefragt, aber Elektroautos bleiben die absoluten Ladenhüter.

(Foto: PR)

Deutschland fährt im weltweiten Vergleich bei den Elektroauto-Zulassungen weiter hinterher, haben die Experten des Center of Automotive Management der FH Bergisch Gladbach analysiert: Der Marktanteil von reinen E-Autos und Plug-in-Hybriden an den Neuzulassungen im ersten Halbjahr 2016 stagniert hierzulande bei 0,6 Prozent.

In Frankreich beispielsweise liegt der Anteil bereits bei 1,47 Prozent, in Großbritannien bei 1,36 Prozent und im wachstumsstärksten E-Auto-Land China bei 1,54 Prozent. Dank gezielter Förderung haben in Norwegen sogar 28 Prozent der Neufahrzeuge einen batterieelektrischen Antrieb.

Für welche Modelle es die Kaufprämie gibt – und für welche nicht
Wer bekommt wie viel?
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Antragsberechtigt sind Privatpersonen, Unternehmen, Stiftungen, Körperschaften und Vereine, auf die ein Neufahrzeug zugelassen wird. Käufer von reinen Elektroautos – zum Beispiel VW E-Golf, BMW i3 oder Nissan Leaf – bekommen 4000 Euro Zuschuss zum Kauf eines E-Mobils.

Eine Prämie in Höhe von immerhin noch 3000 Euro erhalten Käufer eines Fahrzeugs mit Plug-in-Hybrid-Antrieb. Diese Fahrzeuge – beispielsweise VW Golf GTE oder Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid – zeichnen sich dadurch aus, dass sowohl einen Verbrennungs- als auch einen oder mehrere E-Motoren an Bord haben und ihre Batterien sich extern – also an Steckdose oder Ladesäule – aufladen lassen.

Keine Förderung für „normale“ Hybrid-Autos
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Nicht gefördert werden hingegen „normale“ Hybrid-Autos, deren Batterie sich intern, durch Rekuperation, auflädt.

Welche Autos werden gefördert?
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Die Obergrenze für die Förderung liegt bei einem Netto-Listenpreis von 60.000 Euro, die Angabe gilt für das Basismodell. Brutto darf das Fahrzeug damit 71.400 Euro kosten, eventuell hinzugebuchte Mehrausstattung wird nicht eingerechnet. Die Bandbreite förderungsfähiger Fahrzeuge reicht dabei vom Elektro-Kleinstwagen Renault Zoe (Listenpreis: 21.500 Euro brutto) bis zum Plug-in-Hybrid des Oberklasse-SUV BMW X5 (Listenpreis: 69.200 Euro brutto).

Keine Förderung für Luxus-E-Autos
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Ausgenommen von der Prämie sind zum Beispiel die Plug-in-Hybride von Porsche, aber auch das Luxus-E-Auto Tesla Model S.

Welche Hersteller machen mit?
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Der Staat zahlt die ein Hälfte der Prämie nur, wenn der Autohersteller die andere Hälfte übernimmt. Das haben bereits die deutschen Hersteller, die E-Autos im Programm haben, also VW, Audi, Mercedes, BMW, Ford zugesagt. Auch die Importeure Citroen, Hyundai, Kia, Mitsubishi, Nissan, Peugeot, Renault, Toyota und Volvo sind mit ihren Modellen dabei.

Wie lange wird gefördert?
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Gezahlt wird, bis der Fördertopf leer ist. Die Kosten der Prämie für E-Auto-Käufer tragen Bund und teilnehmende Autohersteller je zur Hälfte. Die Vergabe erfolgt nach dem Windhundprinzip, denn wie schon die Abwrackprämie vor einigen Jahren ist auch diese Förderung begrenzt: Bis zu einer Summe von 1,2 Milliarden Euro (600 Millionen Bund, 600 Millionen Automobilindustrie) oder bis zum Jahr 2019.

Wann und wie kann man die Förderung beantragen?
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Beantragen kann man die Prämie in Kürze online beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (bafa.de), das auch schon die Abwrackprämie bearbeitet hatte. Mit dem Antrag reicht man den Kaufvertrag des Fahrzeugs ein, aus dem sich der um den Anteil des Herstellers reduzierte Kaufpreis ergeben muss. Allerdings weist die Behörde darauf hin, dass Anträge erst entgegen genommen werden können, wenn die Förderrichtlinie im Bundesanzeiger veröffentlicht wurde, was einige Tage bis Wochen dauern kann.

In China verdoppelte sich in den ersten sechs Monaten die Zahl der neu zugelassenen E-Autos auf 170.000 Stück. In den USA sind die Neuzulassungen um gut ein Viertel gestiegen, auf 66.000 Einheiten. Großbritannien setzte mit 19.000 E-Autos rund ein Drittel mehr ab als im gleichen Zeitraum 2015.

Auch in Frankreich erhöhten sich die Neuzulassungen mit Akku und E-Motor überdurchschnittlich, auf 16.163 Exemplare. In Deutschland bedeuten 10.481 E-Fahrzeuge ein Plus von 8,7 Prozent, was lediglich auf Höhe des Gesamtmarktzuwachses liegt.

Ob die am 2. Juli gestartete E-Auto-Prämie deutliche Änderungen bringt ist fraglich. Sie läuft in Deutschland derzeit nach Ansicht der Analysten recht schleppend an, in den ersten knapp zwei Wochen gingen rund 900 Anträge ein. Für eine abschließende Beurteilung sei es aber noch zu früh.

Andererseits zeigt offenbar die Diskussion um den Diesel bei den Autokäufern Wirkung. Im ersten Halbjahr entschieden sich laut KBA nur noch 46,9 Prozent aller Neuwagen-Käufer in Deutschland für ein Modell mit Selbstzünder unter der Haube. Das ist im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015 zwar absolut betrachtet ein Zuwachs von 4,3 Prozent, da aber gleichzeitig knapp zehn Prozent mehr Benziner-Modelle verkauft wurden, sank der Marktanteil der Diesel-Fahrzeuge deutlich: Im gesamten Jahr 2015 hatten sich noch 48 Prozent der Pkw-Neuwagenkäufer für ein Diesel-Modell entschieden. Der Marktanteil der Benziner stieg dagegen von 50,3 Prozent (Gesamtjahr 2015) auf 51,5 Prozent von Januar bis Juni 2016.

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1 Kommentar zu "E-Auto-Neuzulassungen : Deutschland fährt hinterher"

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  • E-AUTO-NEUZULASSUNGEN
    Deutschland fährt hinterher

    ........

    DEUTSCHLAND und EUROPA warten Sehnsüchtig auf die ersten AUTO-LIEFERZÜGEN von CHINA nach HAMBURG mit lauter CHINA-ELEKTRO-AUTOS !

    Weil die Europäer dafür sich nicht in der Lage fühlen !

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