E10
Trauerspiel an deutschen Tankstellen

Der Erfolg beim neuen Biosprit bleibt bislang aus. Noch ist unsicher, wer schuld daran ist. Die Tankstellen, die ihre Kunden nicht richtig informieren oder die Autofahrer, die sich nicht trauen den Biosprit zu tanken.
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BerlinWas waren das für Zeiten, als Tankwarte an den Zapfsäulen standen, den Ölstand prüften, die Frontscheibe putzten und einem das richtige Benzin in den Tank gaben. Was sich derzeit in der Mineralölwirtschaft abspielt, ist indes ein Trauerspiel: Seit Januar bietet sie den Biosprit E10 an. Jetzt aber stoppt sie den bundesweiten Verkauf und schimpft auf die Autofahrer, weil diese sich nicht trauen, das neue Produkt zu kaufen. Dabei kostet die neue Supersorte sogar etwas weniger als das herkömmliche Superbenzin.
Die Tankstellen könnten ihre E10-Speicher schnell in die Autotanks leiten: Indem sie Kunden an der Zapfsäule beraten, ihnen zeigen, dass ihr Fahrzeug die Ethanolbeimischung verträgt. Zugleich sollten sie die Preise so senken, dass sich der Kauf wirklich lohnt. Jeder Kunde, der sich mit dem Thema intensiver beschäftigt hat, weiß, dass der Verbrauch mit E10 um ein bis drei Prozent steigt.

Da hilft kein Preisnachlass von einem Cent bei einem Gesamtpreis von 1,60 Euro. Gerade in den Grenzregionen fragen sich die Autofahrer seit einigen Wochen, warum der Sprit im Ausland fast 20 Prozent günstiger ist. An den Steuern allein liegt es nicht.

Dr. Daniel Delhaes
Daniel Delhaes
Handelsblatt / Korrespondent

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