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Eigenimport von US-Klassikern birgt Risiken

In einem Heckflossen-Schiff à la Cadillac Eldorado über die Landstraßen gleiten! Angesichts des günstigen Dollarkurses scheint der Traum vom „Amischlitten“ greifbar nahe. Doch der Import auf eigene Faust birgt für Laien Risiken.

dpa/gms BUCHHOLZ/HüNFELDEN. In einem Heckflossen-Schiff à la Cadillac Eldorado über die Landstraßen gleiten! Angesichts des günstigen Dollarkurses scheint der Traum vom „Amischlitten“ greifbar nahe. Doch der Import auf eigene Faust birgt für Laien Risiken.

„Wenn man Abenteurer ist, kann man das machen“, sagt Tom Witzel, Sammler von US-Klassikern und Inhaber der Importfirma Tom's Club in Hünfelden (Hessen). Ohne gute Kontakte in die USA und sorgfältige Vorbereitung drohten am Ende herbe Enttäuschungen.

„Das eigentliche Problem ist, ein geeignetes Fahrzeug zu finden“, erklärt Christian Waldow, Prüfingenieur bei der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) in Buchholz (Niedersachsen). Durch die Entfernung sei es nicht ohne Weiteres möglich, ein zum Beispiel in Internetbörsen entdecktes Fahrzeug in Augenschein zu nehmen. Darauf sollten Schnäppchenjäger aber nicht verzichten, da US-Gebrauchtwagen nach Witzels Erfahrungen oft in schlechtem Zustand sind.

Da ist es für Laien schon sinnvoller, die Sache langfristig anzugehen und „sich professioneller Unterstützung zu bedienen“, wie Walter Dasch, Leiter der Niederlassung Augsburg beim TÜV Süddeutschland, rät. Das kann ein technisch versierter Bekannter sein oder ein professioneller Importeur, der über Kontakte in die USA bei der Suche hilft und die Import-Abwicklung organisiert.

Eine solche Dienstleistung bietet beispielsweise die Firma Uscars24.de in Wuppertal an. Käufer eines US-Klassikers könnten einen „Import-Begleit-Service“ in Anspruch nehmen, sagt Mitinhaber Dieter Thiel. Dabei kümmert sich der Importeur um den Transport des Autos zu einem Hafen in den USA, die Verschiffung nach Deutschland, die Zollabwicklung bei der Einfuhr, die technische Umrüstung des Fahrzeugs auf hiesige Zulassungsstandards und die Zulassung selbst.

Ein Komplettpaket hat nicht nur organisatorische Vorteile. Auch finanziell kann es sich rechnen. Je nach Größe des Wagens werden laut Thiel für den Transport per Container bis zu 900 Euro fällig. Witzel rechnet für einen „guten“ Transport sogar mit bis zu 3 500 Euro.

Auch die Kosten, die entstehen, wenn das Auto erst einmal in Deutschland angekommen ist, würden viele Eigenimporteure nicht bedenken, sagt GTÜ-Experte Waldow. Denn zusätzlich zu Kaufpreis und Überführungskosten wird bei der Einfuhr des Autos in Deutschland eine Einfuhrumsatzsteuer in Höhe von 16 Prozent des Kaufpreises fällig. Dazu kommen Zollgebühren in Höhe von zehn Prozent des Fahrzeugwertes.

Und damit ist es noch immer nicht getan: „Nicht jedes importierte Auto ist hier zulassungsfähig“, warnt TÜV-Sachverständiger Dasch. Manche Fahrzeuge erhielten die Zulassung nur nach kostspieligen Umbauten. Zum Standardprogramm gehöre die Anpassung der Scheinwerfer, Rückleuchten und Blinker und der Einbau eines Tachos mit km/h-Skala. Je nach Aufwand sei mit Kosten von 500 bis 2 500 Euro zu rechnen.

Hinzu kommen Gebühren etwa für Begutachtung, Papiere, Zulassung und Nummernschilder. Schnell ergeben sich dadurch einige Tausend Euro Zusatzkosten. Bevor der Import eines US-Klassikers in Angriff genommen wird, rät Dasch daher, sich zu erkundigen, ob und unter welchen Voraussetzungen eine Zulassung in Deutschland möglich ist.

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