Eine typische Erscheinung der frühen Achtziger
Opel Kadett D: Der vergessene Meilenstein

Meilensteine, sollte man meinen, bleiben im Gedächtnis. Wenn etwa ein Unternehmen rund 80 Jahre auf eine Antriebstechnik setzt, kann man das als Tradition oder verbohrtes Festhalten an Überholtem bezeichnen.
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dpa/tmn RÜSSELSHEIM. Wenn es dann doch mit einem neuen Modell beweist, dass es auch anders geht, sollte das in Erinnerung bleiben. Doch manchmal ist das nicht der Fall: So kam vor 30 Jahren mit dem Opel Kadett D ein Auto auf den Markt, das einen technischen Wendepunkt für Opel darstellte - das aber bis heute nur von einem kleinen Kreis von Liebhabern geschätzt wird.

In den 70er Jahren drohten bei Opel wieder einmal Schwierigkeiten - und zwar aus dem Grund, dass man drauf und dran war, eine wichtige technische Entwicklung zu verschlafen. Dabei ging es darum, welche Räder vom Motor angetrieben werden. Bei ausländischen Kleinwagen war es seinerzeit schon längst eine Selbstverständlichkeit, dass der vorne verbaute Motor auch die vorderen Räder antreibt.

Bei den deutschen Herstellern erforderte es jedoch einiges an Überzeugungsarbeit, bis das Umdenken einsetzte. Schließlich hatte auch Volkswagen ewig am alten Käfer mit Heckmotor und Heckantrieb festgehalten, bis man 1974 mit dem Golf erfolgreich den modernen Weg beschritt. In Rüsselsheim sollte das Umdenken noch länger dauern. Denn auch als der Golf bereits Verkaufserfolge einfuhr, rollte das traditionell als Kadett bezeichnete Opel-Kompaktmodell weiter mit der ebenso traditionellen Kombination aus Frontmotor und angetriebenen Hinterrädern umher.

Erst ein halbes Jahrzehnt später war es dann so weit: "Neuer Kadett: Ein Opel wie noch nie" überschrieb seinerzeit die Zeitschrift "mot" einen ersten Bericht über den Kadett der fünften Generation. Endlich hatte man mit dem D-Kadett die Umstellung vom Heck- auf Frontantrieb geschafft. Und es gab eine Neuerung, die sich im Design ausdrückte: Die vorherigen Kadetten orientierten sich an der klassischen Limousinenform, die sich durch die Dreiteilung aus Motorhaube, Fahrgastraum und Kofferraum in Stufenheckform auszeichnet. Weil der Neue ein modernes Auto sein sollte, wurde seine Karosserielinie näher an die der Konkurrenz gerückt - die verzichtete schon auf das angehängte Stufenheck und erlaubte den Zugang auf das Gepäckfach durch große Heckklappen im Schrägheck.

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