Einheitliche Crashnorm entwickelt
Schlechte Autositze in fast allen Fahrzeugklassen

Die Autoversicherer haben die weltweit erste einheitliche Crashnorm für Autositze entwickelt. Erste Tests an aktuellen Fahrzeugmodellen liefern dabei überraschend schlechte Ergebnisse.

HB DÜSSELDORF. Jeder dritte Autositz bietet keinen Schutz bei einem Heckaufprall und kann zu Verletzungen der Halswirbelsäule führen. Das beweist jetzt ein umfangreicher Crashtest der International Insurence Whisplash Prevention Group (IIWPG). Die Arbeitsgruppe der größten Autoversicherer aus Europa, Nordamerika und Australien entwickelte dafür das weltweit erste einheitliche Testverfahren und untersuchte die Schutzwirkung von 111 Sitzen der neuesten Fahrzeugmodelle des europäischen Marktes.

Download: Ergebnisse des GDV-Crashtests im Überblick (PDF-Datei)

„Die Ergebnisse haben uns ziemlich überrascht und zeigen erheblichen Verbesserungsbedarf“, kommentiert Dipl-Ing. Axel Malczyk, Projektleiter und Mitglied der IIWPG, den Test. Mehr als die Hälfte der untersuchten Sitze erhielt eine mäßige oder schlechte Bewertung. Nur jeder 6. Sitz ist uneingeschränkt gut. Ein zusätzliches Problem: Schlechte Sitze gibt es nicht nur in Fahrzeuge der unteren Preisklasse, auch in der Oberklasse finden sich viele schwarze Schafe. „Ob Top oder Flop kann ein Autokäufer dem Sitz leider nicht ansehen“, so der Unfallforscher. „Einfach aussehende Sitze in Kleinwagen können teilweise besser abschneiden als wuchtige Sitze in größeren Limousinen“. Aus diesem Grund könne man auch keine Tipps geben, worauf Autokäufer zu achten hätten, sagt Malczyk. „Es bleibt nur, sich die entsprechenden Testergebnisse anzusehen.“

Rund 200 000 Unfälle mit Heckaufprall ereignen sich jährlich auf Deutschlands Straßen. Laut aktuellen Statistiken haben sie einen Anteil von 22,4 Prozent an allen Unfällen mit Personenschäden. Häufigste Verletzungsart ist das so genannte Schleudertrauma, eine Verletzung der Halswirbelsäule. Für deren Behandlung, für Schmerzensgelder und Lohnfortzahlungen wenden die deutschen Schadensversicherer jährlich rund eine Milliarde Euro auf. Europaweit sind es rund zehn Milliarden Euro, schätzt der Österreichische Automobil-, Motorrad- und Touring Club (ÖAMTC).

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