Elektrisch in die Zukunft
Ford steht vor spannungsgeladenen Zeiten

Fast unbemerkt hat sich Ford hinter Toyota weltweit auf Position zwei der Hybridproduzenten geschoben. Auf dieser Basis setzt man in Zukunft vermehrt auf Strom für den Vortrieb. Den Auftakt macht der Focus Electric.
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Bis Ende kommenden Jahres plant der Ford-Konzern, seine Palette elektrifizierter Fahrzeuge auf drei Personenwagen auszubauen. Den Auftakt macht bereits in diesem Sommer der Focus Electric, der in Saarlouis zusammen mit den konventionell angetriebenen Versionen vom Band läuft. Im Laufe des nächsten Jahres folgen dann der C-Max Energi als Plug-In-Hybrid und der Mondeo als Hybrid.

In der Kompaktklasse erreicht der Focus Electric mit 107 kW/145 PS durchaus dynamische Fahrwerte und kommt dank des bereits vom Start an verfügbaren Drehmoments von 250 Newtonmeter gut in Fahrt. Der elektrische Focus bewährt sich im Stadtbetrieb wie auch auf der Autobahn, wo der Vortrieb bei 137 km/h im Interesse der Reichweite elektronisch beendet wird.

Bei zurückhaltender Fahrweise schafft der Focus 162 Kilometer. Als Motivation für eine sparsame Fahrt lässt Ford Schmetterlinge in einem Display fliegen, um so eine besonders energiesparende Fortbewegung zu dokumentieren. Jeden durch Rekuperation gewonnene Kilometer belohnt der Computer mit einem weiteren flügelschlagenden Schmetterling. Beim Bremsen werden 95 Prozent der durch Verzögern freigesetzten Energie in die Batterien eingespeist.

Die beiden Lithium-Ionen-Batteriepacks wiegen 300 Kilogramm und besitzen eine Speicherkapazität von 23 Kilowattstunden. Um sie von meteorologischen Einflüssen unabhängig zu machen, werden sie über einen Flüssigkeitskreislauf gekühlt oder beheizt, sodass sie stets in einem optimalen Temperaturbereich arbeiten können. Allerdings nehmen die Energiespeicher einen großen Teil des Kofferraums in Anspruch. Offensichtlich spielte die Elektrifizierung des Antriebs bei der Entwicklung des Modells keine Rolle.

Die Batteriemodule lassen sich an jeder 200-Volt-Station laden. Ein bordeigener 6,6-kW-Spannungswandler konvertiert den ankommenden Wechselstrom in Gleichstrom. An einer Haushaltssteckdose dauert es dann sechs bis sieben Stunden, um die Batterien wieder aufzuladen. An einer Stromtankstelle mit 32 Ampere sind die Speicher nach drei bis vier Stunden voll. Für den Focus mit Elektroantrieb, der in der Ausstattungslinie Titanium ausgeliefert wird, verlangt Ford 39.900 Euro.

Wie beim Focus nehmen auch beim C-Max Energi die Energiespeicher einen großen Teil des Kofferraums in Anspruch. Seinen Aufgaben als Familienvan kann er so nicht mehr vollständig gerecht werden. Dafür bietet das Modell die Energieversorgung, die allgemein als Brückentechnologie zum rein elektrischen Vortrieb oder zum Brennstoffzellenantrieb gilt.

Als Plug-In-Hybrid bietet der C-Max Energi eine elektrische Reichweite von mehr als 30 Kilometern, um dann als sparsamer Hybrid weiter zu rollen. Ford verspricht einen kombinierten Verbrauch von weniger als 2,2 Liter auf 100 Kilometer und CO2-Emissionen von weniger als 50 Gramm je Kilometer. So entsteht eine theoretische Reichweite von 800 Kilometern. Ideal für die Fahrt in den Urlaub, wenn die Sache mit dem Kofferraum nicht wäre.

Beim C-Max Energi verbündet sich ein Zweiliter-Benziner mit einem Elektromotor, was eine Systemleistung von 145 kW/198 PS ergibt. Wie beim Focus ist die Höchstgeschwindigkeit im Elektromodus auf 137 km/h begrenzt. Der Fünfsitzer rollt der bis rund 60 km/h überwiegend elektrisch durch den Verkehr, um dann in den Hybridmodus zu wechseln. Das geschieht ohne dass Fahrer und Beifahrer den Wechsel bemerken.

Lediglich das Display im Zentrum der Instrumententafel informiert über den jeweiligen Antrieb, und natürlich fehlen auch hier weder Schmetterlinge noch wachsende Blätter als Belohnung für besonders sparsames Fahren. Der aus den USA importierte C-Max Energi wird in der ersten Jahreshälfte 2014 auf den Markt kommen. Über den Preis schweigen die Ford-Verantwortlichen noch. In den USA wird der Van für rund 33.000 Dollar angeboten.

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