Elektrische Nutzfahrzeuge
Bei Ecocraft wird das Geld knapp

Ecocraft hat Insolvenz beantragt. Der Hersteller des Elektrolieferwagens aus Wunstorf bei Hannover hatte laut Medienberichten auf einen neuen Gesellschafter mit Kapital gesetzt, der sich aber wieder zurückgezogen hat.
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Hannover/DüsseldorfEcocraft baut elektrisch angetriebene Kleintransporter für den Stadt- und Werksverkehr. Zuletzt war das Unternehmen dabei, für seinen Ecocarrier Lithiumionen-Batterien zu testen sowie Airbags und ESP zu planen. Doch nun ist die Finanzdecke dafür zu dünn geworden. Die Geschäftsführung sieht dennoch gute Chancen zur Fortführung des Betriebs mit seinen zwei Dutzend Beschäftigten. So lag zuletzt ein Großauftrag über jährlich 500 Fahrzeuge vor, für den Ecocraft allerdings Investitionen tätigen musste. Ein Umzug aus der Kleinstadt Wunstorf in die Nähe des Flughafens in Hannover war bereits vorbereitet. Große Hoffnungen hatte sich der Fahrzeugbauer auch bei der niedersächsischen Landeshauptstadt gemacht. Die entschied sich am Ende aber bei einem Modellprojekt für den rund viermal so teuren Elektro-Caddy von Volkswagen.

Die staatliche KfW-Bank (ehemals Kreditanstalt für Wiederaufbau) war Anfang 2010 bei Ecocraft eingestiegen. Sie beteiligte sich mit 15 Prozent an dem Elektrofahrzeughersteller 2009 setzte das Unternehmen nach eigenen Angaben rund 200 Fahrzeuge ab.

Die Typen Ecocarrier ES (Standard) und EL (Langversion) sind mit Pritschen- und Kastenaufbau erhältlich. Sie haben eine Reichweite von rund 80 Kilometern, bis zu 750 Kilogramm Nutzlast und sind bis zu 75 km/h schnell. Gebaut werden die Fahrzeuge bei Volkswagen in Sarajevo.
Seit Mitte 2010 an bietet Ecocraft Automotive neben den konventionellen Blei/Gel-Batterien auch LithiumiIonen-Batteriesätze an. Damit erhöht sich die Ladekapazität der Fahrzeuge um rund 200 kg auf 570 kg (ES) bzw. 950 kg (EL). Außerdem sindstatt der bisher möglichen 800 bis 1.200 Ladezyklen 2.000 bis 2.500 Aufladungen möglich. Die Ladezeit veringert sich zudem von acht auf bis zu drei bis fünf Stunden.

Ecocraft hatte Ende 2010 erst zwei neue Vertriebspartner fürs Ausland gewonnen. Die Migros-Tochter „M-way“l bietet den Elektrokleinlaster in der Schweiz an und Fastbox in Tschechien.

Frank G. Heide
Frank G. Heide
Handelsblatt / Redakteur Auto + Motor

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