Elektrischer Micro-Transporter
Renault spendiert dem Twizy eine Hecktür

Europas erfolgreichstes Elektrofahrzeug soll in Zukunft nutzwertiger werden. Renault macht den Twizy zum Mini-Lademeister: Beifahrer raus, zwei Bierkästen rein.
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DüsseldorfWenn der Pizzabote oder Kurierdienst demnächst lautlos bis vor die Haustüre rollt und Aufmerksamkeit auch durch die Form seines Gefährts erregt, dann könnte Renault dahinter stecken. Die Franzosen bieten den üblicherweise mit zwei Sitzen hintereinander ausgestatteten Twizy nämlich ab sofort mit einem 156 Liter fassenden Laderaum und einer Hecktür an. Dahinter tut sich natürlich nicht so viel, wie in einem handelsüblichen Kombi, aber für eine Grundfläche von 55 mal 50 Zentimeter und 95 Zentimeter Höhe reicht es im Laderaum. Zwei Getränkekisten sollten sich somit übereinander stapeln lassen. Ob allein dadurch der neue Beiname "Cargo" gerechtfertigt ist, muss jeder für sich entscheiden.

Angepeilt wird jedenfalls die Zielgruppe der Liefer-, Kurier-, Pflege- und Reparaturdienste, die bekanntermaßen hauptsächlich innerstädtisch auf Kurzstrecken unterwegs sind, und ständig auf der Suche nach Parkraum. In beiden Beziehungen dürfte der antrittsstarke und sehr wendige Elektro-Floh seine Stärken voll ausspielen können.

Zwei Versionen bietet Renault an: mit 4 kW/5 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h zu Preisen ab 7.980 Euro und mit 13 kW/18 PS und 80 km/h Spitze ab 8. 680 Euro. Die neue Hecktüre ist abschließbar.

Die Modifikationen haben Renault zufolge keinen Einfluss auf die Reichweite. Diese beträgt im innerstädtischen Fahrzyklus ECE-15 mit voll aufgeladener Batterie maximal 100 Kilometer. Der Twizy Cargo 45 mit gedrosselter Leistung bietet im Bestfall rund 120 Kilometer Reichweite.

Das Fahrzeug, das auch im Rahmen der eigenen Autotests von Handelsblatt Online für viel Aufsehen und Fahrspaß sorgte, zählt aber nicht zu den "echten" Autos, sondern wird wegen der geringen Spurbereite als so genanntes Quad, also eigentlich ein vierrädriges Motorrad, statistisch erfasst. Rund 60 Prozent der Käufer des bislang in Europa erfolgreichsten Elektrofahrzeugs sind ohnehin gewerbliche Kunden. In Deutschland sind derzeit rund 2.700 Twizy zugelassen.

Frank G. Heide
Frank G. Heide
Handelsblatt / Redakteur Auto + Motor

Kommentare zu " Elektrischer Micro-Transporter: Renault spendiert dem Twizy eine Hecktür"

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  • Der TWIZY gewinnt an Reife. Die Hecktür ist eine wirklich gute Idee.

    Eigentlich fehlt ein 30PS Twizy. Die Endgeschwindigkeit kann bleiben ... aber der Beschleunigungsfahrspaß kann so spürbar gesteigert werden. Ein bißchen mehr Kompfort in der Federung wäre auch toll. Das Cockpit noch wertiger ... und fertig wäre ein TWIZY GTi ... mit einem spacigen Interieur.

  • Der Twizy das ist doch kein Auto, das ist ein überdachter Rollstuhl mit Hecktür...

    :o)

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