Elektro-Highway nimmt Formen an
Teslas erste Supercharger laufen

Die ersten vier Schnellladestationen des amerikanischen Autoherstellers Tesla warten an deutschen Autobahnen auf Stromtanker. Ihre Leistung geben sie umsonst ab. Wenn man ein Tesla-Modell fährt.
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Es klang nach einem hochtrabenden Plan, als Elektroauto-Hersteller Tesla im Oktober verkündete: „Bis Ende März 2014 sollen 50 Prozent von Deutschland mit Schnelladestationen abgedeckt sein, bis Ende des Jahres werden es 100 Prozent sein.“ Doch die Amerikaner machen Ernst: Die ersten vier Supercharger-Stationen entlang von deutschen Autobahnen sind in Betrieb genommen. Tesla-Kunden „tanken“ dort kostenlos.

Von Genf bis Amsterdam über Zürich, München, Stuttgart, Frankfurt und Köln soll man so problemlos fahren können, die Zwischenstopps zum Akku-Laden dauern jeweils eine halbe Stunde. Die Schnellladestationen stehen an Autobahnraststätten auf strategisch wichtigen Verbindungsstraßen, in Deutschland sind das bisher Aichstetten und Bad Rappenau in Baden-Württemberg, Jettingen-Scheppach in Bayern und Wilnsdorf in Nordrhein-Westfalen.

Seit August vertreibt der amerikanische Hersteller die Limousine Tesla S auf dem deutschen Markt. Sie beeindruckt dank 85-kWh-Akku bereits mit einer Reichweite von 502 Kilometern, kostet allerdings auch knapp 80.000 Euro. Vor allem um seinen Kunden eine noch größere Alltagstauglichkeit zu bieten, will das Unternehmen nun die Infrastruktur ausbauen.

Teslas sogenannte Supercharger, die das Unternehmen in den USA bereits einsetzt, laden mit bis zu 120 kW Leistung. Damit ist nach Angaben des Herstellers die große Batterie des Model S in 30 Minuten zu rund 80 Prozent vollgeladen.

Wie es für einen Verbrenner mit leerem Tank auf der Autobahn rechts raus zur nächsten Tankstelle geht, so fährt dann auch das Elektroauto mit leerem Akku eine Autobahn-Raststätte an, vor der eine solche Schnellladestation installiert ist.

Anschließen, Kaffeetrinken, weiterfahren – das ist die Idee. Das Wort „bezahlen“ kommt in dieser Aufzählung absichtlich nicht vor: Tesla-Kunden tanken auch in Deutschland an den Superchargern kostenlos, nach Auskunft des Unternehmens soll das auch so bleiben. Unterstellt man bei einer Füllung von 60 Prozent ein Nachladen von 70 kW/h verschenkt das Unternehmen bei jedem Tankvorgang Strom im Wert von rund 20 Euro.

Die Amerikaner bleiben bei ihrem Ziel: Bis Ende 2014 sollen 100 Prozent der Bevölkerung in Deutschland, der Schweiz, Österreich, Holland, Belgien, Luxemburg und Dänemark im Umkreis von 320 Kilometern eine Supercharger-Station haben. Das soll auch für 90 Prozent der Bevölkerung von England, Wales und Schweden gelten.

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  • Die Betonung liegt auf "Umweltfreundelichem Auto"

  • Das sind noch Kaufleute, sie verschenken nicht nur Strom, die Kosten der Ladestationen kommen auch aus der Portokasse. Der naechste Genie-Streich waere dann die Hergabe des Autos per Spendenbescheinigung.

  • Interessant, da zeigt hierzulande ein amerikanischer Anbieter den deutschen Herstellern, wie es mit umweltfreundlichen Autos geht.

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