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Elektro-Serienfahrzeuge: Audi bremst den Elektro-R8

Noch im Juni hatte Rennfahrer Markus Winkelhock mit Audis Vorzeige-Elektromobil R8 e-tron eine Rekordzeit auf der Nordschleife gefahren. Jetzt drehen die Ingolstädter dem Projekt erst mal den Saft ab.

Der R8 e-tron ist das sportliche elektrisch betriebene Aushängeschild der Ingolstädter. Quelle: Audi
Der R8 e-tron ist das sportliche elektrisch betriebene Aushängeschild der Ingolstädter. Quelle: Audi

Neckarsulm/DüsseldorfAudi will den Elektro-Flitzer R8 e-tron aus Kostengründen vorerst nicht auf den Markt bringen. Kurz vor dem Start der Serienproduktion entschied Audi laut der Wirtschaftswoche, das Projekt aus Kostengründen zu kippen. Die kalkulierten Kosten für die Lithium-Ionen-Batterie des Zulieferers Sanyo sollen demnach zu hoch gewesen sein.

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Ende diesen Jahres sollte die Produktion bei der Tochterfirma Quattro GmbH in Heilbronn-Biberach anlaufen, doch nun bestätigte Audi-Sprecher Christian Bangemann auch gegenüber der Heilbronner Stimme: „Das Projekt steht auf dem Prüfstand. Wir werden uns im ersten Quartal 2013 die Rahmenbedingungen für das Fahrzeug noch einmal ganz genau anschauen, bevor entschieden wird, wie es weitergeht.“

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Der bisher geplante Lithium-Ionen-Akku des R8 e-tron speichert 49 KWh Energie – genug für etwa 215 Kilometer Fahrdistanz. Seine T-Form erlaubt es, ihn im Mitteltunnel und im Bereich zwischen der Fahrgastzelle und der Hinterachse zu montieren.

Im Schubbetrieb und beim Bremsen wird er per Rekuperation geladen. Die ultra-leichte Karosserie des Audi R8 e-tron besteht im Wesentlichen aus Aluminium sowie aus CFK-Komponenten; sie trägt stark dazu bei, dass der Hochleistungssportwagen trotz der großen Batterie nur 1.780 Kilogramm wiegt.

Bisher wurden schon zehn Exemplare gebaut. Das Auto ist nach Unternehmensangaben technisch fertig entwickelt, "... wir könnten in die Produktion starten“, sagte Audi-Sprecher Bangemann. Doch die Batterien sind zu teuer.

Audi-Modelle

Ein Problem, dass nicht nur Audi betrifft. Alle Autohersteller warten händeringend auf günstigere und leistungsfähigere Akkus. Konkurrent Daimler bringt beispielsweise im nächsten Sommer den AMG SLS Electric Drive als Gegenstück zum R8 e-tron auf den Markt. Kostenpunkt: 416.500 Euro.

Der Audi R8 e-tron, mit dem Markus Winkelhock im Juni auf der Nordschleife den Rekord erzielte, entsprach in allen Antriebsdetails dem nun gestoppten Serienmodell. Seine beiden Elektromotoren geben zusammen 280 kW380 PS Leistung und 820 Nm maximales Drehmoment an die Hinterräder ab.

Der e-tron beschleunigt in 4,6 Sekunden von null auf 100 km/h. Seine Topspeed ist üblicherweise auf 200 km/h begrenzt; für die Rekordrunde waren 250 km/h freigegeben, am Ende stand eine Zeit von 8:09,099 Minuten für die 20,8 legendären Kilometer. Schneller war bislang kein rein elektrisch angetriebenes Fahrzeug gewesen.

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Michael Dick, Vorstand für Technische Entwicklung bei Audi, hatte zu dem Zeitpunkt noch gesagt: "Die Rekordfahrt hat uns bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Elektromobilität bedeutet für uns niemals Verzicht, sondern immer Emotion, Sportlichkeit und Fahrspaß." Doch auch der muss letztlich bezahlbar sein.

 

  • 09.11.2012, 12:15 Uhrnet_worker

    Da ist bestimmt die Konzernmutter von hinten auf die Bremse getreten. VW war ja schon immer sehr abwartend in Bezug auf EVs.
    Wenn man sich diese Videos vom Daimler SLS eDrive anschaut http://www.youtube.com/watch?v=zkCO-TjoQu0 kann ich fast nicht gleuaben, dass es für solche Raketen keine (steinreichen) Abnehmer gibt.

    Kopfschüttel...

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