Elektroauto BMW verkauft i3 zum Kampfpreis

Nach Milliardeninvestitionen muss das Elektroauto i3 für BMW zum Erfolg werden. Darum soll das Modell nun deutlich günstiger angeboten werden als erwartet. Nur ein Manko bleibt bestehen.
Update: 23.07.2013 - 07:34 Uhr 31 Kommentare
BMWs erstes Elektroauto: Die i3-Produktion im Leipziger Werk hat bereits begonnen. Quelle: dpa

BMWs erstes Elektroauto: Die i3-Produktion im Leipziger Werk hat bereits begonnen.

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MünchenDer Autobauer BMW steigt mit einem Kampfpreis in den Markt für Elektroautos ein und will seinen ersten serienmäßigen Stromer i3 deutlich günstiger anbieten als erwartet. In Deutschland soll der Wagen für knapp 35.000 Euro zu haben sein, wie der Konzern am Montag in München mitteilte. Das Auto soll im November auf den deutschen Markt kommen. Bislang war der Preis auf rund 40.000 Euro geschätzt worden - in der Branche wird der niedrigere Einstieg, obgleich für viele Autofahrer weiter nicht bezahlbar, als Kampfpreis angesehen, um Marktanteile zu ergattern. Zum Vergleich: Opels elektrisch angetriebener Plug-in-Hybrid Ampera kostet in der günstigsten Version 45.900 Euro.

Preislich liegt der i3 in seiner Basisversion damit ziemlich genau zwischen den Einstiegsmodellen der beiden wichtigsten klassischen BMW-Modellreihen 3er (28 900 Euro) und 5er (40 700 Euro). Der Autobauer setzt große Hoffnungen in seine neue Marke und den alternativen Antrieb. Anfang 2011 hob der Konzern eigens die Untermarke BMWi aus der Taufe. „Der BMW i3 kündigt eine neue Ära der individuellen Mobilität bei der BMW Group an“, sagte Vertriebschef Ian Robertson am Montag. Später soll der Sportwagen i8 folgen.

Den Preis für den i3 bezeichnete hat Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer als wichtiges Signal für die Elektromobilität bezeichnet. "Das ist im Vergleich zur Konkurrenz ein toller Preis“, der zeige, dass der Münchner Hersteller "nicht darauf aus ist, mit dem i3 viel Geld zu verdienen, sondern das Auto erfolgreich am Markt zu positionieren." Dennoch warnte der Leiter des Center Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen vor zu hohen Erwartungen und rechnet lediglich mit einem Absatz von 3.000 bis 4.000 Einheiten.

Lob verdiene auch das Vertriebskonzept von BMW für das neue Modell, das explizit das Internet mit einbezieht. "Es ist positiv, dass BMW endlich diesen wichtigen Vertriebskanal für sich entdeckt", so Dudenhöffer.

Das Festhalten der Bundesregierung am Ziel von einer Million Elektroautos bis 2020 bezeichnet der Experte dagegen als "Lachnummer". Von diesem Ziel sei man Lichtjahre entfernt. Um es zu erreichen, sind Anreizsysteme notwendig. "Wir brauchen eine City-Maut wie in London. Wer hier mit einem Elektroauto in die Stadt fährt, ist von der Zahlung der Gebühr befreit. Das wäre nicht nur ein Anreiz für Fahrer eines Elektroautos, sondern würde auch die Luft in den Innenstädten sauberer machen, wenn es entsprechende Zufahrtbeschränkungen für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor geben würde."

Produktion in Leipzig läuft schon

Die Produktion des i3 im Leipziger Werk hat bereits begonnen. Bei der Karosserie setzt BMW komplett auf leichte Materialien wie Carbon und Aluminium, um so das Gewicht der Batterien auszugleichen. Im Vergleich zu einem normalen Auto soll der i3 durch Leichtbauweise 250 bis 350 Kilogramm leichter sein. Als Manko sehen Kritiker die Reichweite: Nach 130 bis 160 Kilometern muss der Wagen aufgeladen werden. Das dauert an einer normalen Steckdose acht Stunden, kann aber an einer speziellen Schnellladestation deutlich verkürzt werden.

BMW i: Praktisch, schnell, elektrisch

Ein Verbrennungsmotor kann die Batterie unterwegs zwar laden und so die Reichweite erhöhen - der sogenannte Range Extender muss aber extra bestellt werden und ist nicht im Basispreis dabei. Anders als die meisten anderen Hersteller setzt BMW auf ein völlig neu konzipiertes Fahrzeug. VW etwa stattet Autos wie den Kleinwagen Up mit Elektroantrieben aus.

Der E-Up soll ebenfalls in diesem Jahr zu den Händlern rollen. In der kleinsten Variante kostet der Wagen 26.900 Euro. Zum Vergleich: das Basismodell des Kleinwagens kostet 9.975 Euro - allerdings mit deutlich weniger Ausstattung als die des Elektrobruders.

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31 Kommentare zu "Elektroauto: BMW verkauft i3 zum Kampfpreis"

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  • @Ludwig500: Ich weiß, dass das ein normaler, übrigens recht lauter und kerniger 125er-Viertakter war. Ich bin selbst mal eine C1 auf der IFMA gefahren. Der Instruktor sagte mir: "Sie fahren eine BMW? Dann vergessen Sie mal alles, was Sie übers Motorradfahren wissen." Und richtig, man musste direkt Gas geben (Automatik), um die Fuhre zu stabilisieren und die Kuppel über einem ignorieren, weil die gefühlt immer in die entgegengesetzte Richtung schwenkte. Nach ein paar Runden hatte ich mich aber dran gewöhnt. Ich wollte mit der C1 nur zum Ausdruck bringen, dass BMW eben schon andere innovative Fahrzeugkonzepte versucht hat auf den Markt zu bringen - und scheiterte. Ich sehe übrigens heute noch einige wenige C1-Überzeugungstäter mit Katzenklo, wie Sie so schön sagen, in das sie ihre Helme stecken (obwohl man ja dank Doppel-Gurt und Überrollschutz gar keinen tragen muss, wie Sie auch erwähnen). Eigentlich ein cleveres Konzept, aber irgendwie sieht man da immer aus wie ein Playmobil-Männchen.

  • BMW i3 schon reserviert.
    Nach 40 Jahren BMW Verbrenner - war eine schöne Zeit! - bin ich reif für die Zukunft.
    - Preis: OK. Ein guter 3er kostet eher mehr.
    - Design: Megacool. Mal was anderes!
    - Reichweite: OK. 160 km passen für 85 % meiner Fahrten.
    - Größe: 3.99 m sind perfekt fürs Parken.
    - Range Extender: Mein 11 Jahre alter MINI Cooper S. Hat jetzt endlich die Berechtigung ewig zu leben.
    - Kosten pro 100 km: 3.70 € mit Ökostrom München.
    - Beschleunigung: 3,7 von 0-60 km. Grüße an alle M3s :-)
    - Aufladen: Während ich schlafe, nachts mit der Wallbox in der Tiefgarage.
    Fazit: Freu mich drauf!

  • Ich habe damals ein paar C1 verkauft, so richtig schön mit Katzenklo und so. Der hatte aber mit Elektro nichts zu tun. Das besondere war nur die Sicherheitszelle, die ein Fahren ohne Helm erlaubte. Die paar Kunden, die ich damals hatte, waren von dem Konzept restlos überzeugt. Die Triebwerke waren ganz normale Verbrennungsmotoren.

  • Leider ist es so, dass wir alle vier Jahre entscheiden dürfen, welchen Marionetten die Lobbyisten ihre Wünsche vortragen müssen. Leider werden Ressorts nicht nach Kompetenz besetzt, deshalb wird der Mediziner zum Wirtschaftsminister und der Jurist (den nimmt man in der Politik gerne, weil er das Lügen professionalisiert hat) macht den Gesundheitsminister. Wer keine Ahnung hat holt sich Berater, und, was für ein Zufall, schon hat man die Interessenvertreter der Industrie quasi auf der Regierungsbank sitzen.

    Dass für Elektroautos nur ein winziger Nischenmarkt besteht weiss die Autoindustrie sehr genau. Und die werden es der Politik erzählen. Wenn aber politisch beschlossen ist, dass unsere Stromkonzerne an der Mobilität mitverdienen sollen, muss erst mal kräftig subventioniert werden. Natürlich nicht aus den Kassen der Stromkonzerne, nein, der Steuerzahler darf´s mal wieder bezahlen.

    So ein i3 gehört also jedem Steuerzahler schon ein bisschen, er darf aber deshalb noch lange nicht damit fahren. Gut, damit komme ich bestens klar, auf so eine Stromkutsche habe ich nicht die geringste Lust.

    Wie schon von anderen erwähnt, das Elektroauto hat nur eine Chance, wenn der Wechsel gegen eine standardisierte Tauschbatterie inklusive normierter Anschlüsse kaum länger dauert als normales Tanken. In diesem Tausch müssten kostenmässig der Strom, die Bevorratung einer gewissen Zahl an Batterien, eine Umlage für den Fall des Defekts, Personal und ein Gewinn für die Stromtankstellen enthalten sein. Wenn technisch erforderlich wären auch zwei oder drei erschiedene Batteriemodelle möglich. Aber das ist noch Zukunftsmusik.

    Zum Schluss: Wenn Elektroautos tatsächlich irgendwann mal eine gewisse Verbreitung finden wird der Staat nicht tatenlos zusehen, wie Leute kostengünstig durch die Gegend stromern. Dann wird es wie bei Heizöl/Diesel Regeln geben, dass von zuhause aufladen strafbar und nur Autostrom zulässig ist. Und der wird dann massiv besteuert werden. Garantiert!

  • Erinnert sich noch jemand an den Roller C1? BMW springt immer mal wieder zu weit und verlässt seinen Markenkern 'Freude am Fahren', um dann von der Realität eingeholt zu werden. Generell ist es richtig, über neue Konzepte und alternative Antriebe nachzudenken. Die fossilen Brennstoffe sind in der Tat endlich und nur mit hohem und fragwürdigem Aufwand zu generieren. Doch bevor man ein reines E-Auto auf den Markt bringt, sollte die Infrastruktur (Ladestationen, finanzielle Förderungen in Städten, Aufklärungskampagne, Mietwagenflotten etc.) stimmen. Nichts davon ist zu sehen. Unternehmer wie Erich Sixt haben den E-Auto-Bereich fluchtartig verlassen. Konkret noch zum Auto: Den i3 finde ich formal misslungen. Was soll diese seitliche Fensterstufe? Das sieht aus wie ein Opel Meriva. Das Design dieses Autos passt nicht zum Rest von BMW - auch der Innenraum erinnert mehr an eine Colani-Badewanne. Ein Möchtegern-Lifestyle-Produkt für vermögende Öko-Missionare. Wird 100%ig ein Flop. Sage ich als BMW-Fan und -Fahrer.

  • Ludwig

    die Grosskonzern könnten ohne Subventionen Fördertöpfe Steuervermeidung legale Bilanztricksereien keinen Cent Gewinn ausschütten!

  • Bei den Subventionen, die auch BMW eingestrichen hat, um eine Technologie ohne Nachfrage auf den Markt zu bringen, ist das Risiko für BMW deutlich kleiner als es uns der Hersteller glauben machen möchte.

  • Die überhöhten preise sind eine farce
    sie sind ein alibi der hersteller

    die da rufen seht her
    es ist da
    es ist teuer
    keiner will es
    auch hier gilt wer etwas verkaufen will
    muss vorab investieren
    und nicht
    auf suventionen, investionskostenzuschüsse, fördertöpfe warten
    das war bislang eine funktionierende taktik
    in zusammenarbeit mit lobbyisten
    deshalb lobbyisten ins g..............

  • AS1

    1. Es ist richtig, dass die fossilen Brennstoffvorräte auf der Erde wie jeder andere Rohstoff prinzipiell begrenzt sind. Es stimmt aber auch, dass das Ende der wirtschaftlich abbaubaren Vorräte noch lange nicht gekommen ist. Eher sehen wir z.B. in der Fracking-Revolution in den USA und jetzt auch in England, dass durch neue Fördertechniken die Reichweite der Vorräte vergrößert wird.

    2. Die Natur hat es uns vorgemacht. Die effektivste und raum- und gewichtsparendste Form der Energiespeicherung ist die Speicherung in Form von Kohlenwasserstoffen. Für mobile Anwendungen (Landfahrzeuge, Traktoren, Baumaschinen, Agrarmaschinen, Flugzeuge, Schiffe) werden daher die mit Kohlenwasserstoffen befeuerten Antriebsaggregate noch sehr lange die Technik der Wahl bleiben. Hier in Verbesserungen zu investieren, wie es Generationen von Ingenieuren schon immer getan haben, dürfte zukunftsweisender sein als die Investition in eine Technik, der die Physik sehr enge Grenzen setzt.

    Es dürfte daher, wenn denn wirklich mal die natürlichen Vorkommen von fossilen Brennstoffen erschöpft sein werden, vermutlich besser und wirtschaftlicher sein, künstliche Kohlenwasserstoffe mit Hilfe von in stationären Kraftwerken (z.B. Wasser, Kernkraft) gewonnenen Energie zu erzeugen und über die bestehenden Verteilersysteme (Tanksstellen) zu vertreiben als auf Elektrofahrzeuge zu setzen.

  • @Antiillusionist

    Ihre Argumentation steht auf tönernen Füßen! Ich weiß ja nicht, auf welchem Planeten Sie leben? Aber vielleicht ist Ihnen entgangen, dass die fossilen Energieträger irgendwann aufgebraucht sind. Und mit was wollen Sie oder Ihre Kinder dann fahren?

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