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Elektroauto-Palette: Nur wenig Alternativen bei den Alternativen

Von Elektroautos ist zwar mittlerweile oft die Rede, sie sind auf der Straße aber noch ausgesprochen selten. Und das wenige, was man kaufen oder leasen kann, ist teuer.

Tesla Roadster
Pionier mit stolzem Preis: Der Tesla Roadster war das erste Serien-Elektroauto auf dem deutschen Markt. Er kostet aktuell 99.960 Euro.

Berlin/DüssledorfIm Herbst kommen drei neue Elektromobile auf den deutschen Markt, und überhaupt, geplant ist auf diesem Sektor ja noch jede Menge. Doch sieht man mal von Kleinfahrzeugen wie dem Tazzari Zero oder Umrüstungen wie dem rund 60.000 Euro teuren Fiat 500 von Karabag in Hamburg ab, gibt es derzeit auf dem deutschen Markt gerade einmal vier Autos mit Akku-Antrieb.

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Das erste Serien-Elektroauto, das es in Deutschland zu kaufen gab, ist auch das teuerste: der Tesla Roadster. Der Zweisitzer kostet aktuell 99.960 Euro. Er leistet 288 PS und schafft ein Spitzentempo von 212 km/h. Die Akkus ermöglichen laut Hersteller bis zu 340 Kilometer Reichweite.

Peugeot Ion
Der batteriebetriebene Peugeot Ion (im Bild) hat zwei baugleiche Geschwister: Citroën bietet den Wagen als C-Zero an, Mitsubishi als i-Miev.

Einzige Alternative ist derzeit das baugleiche Modelltrio Citroën C-Zero, Mitsubishi i-Miev und Peugeot Ion. Die Autos haben 67 PS, erreichen maximal Tempo 130 km/h und schaffen bis zu 150 Kilometer mit einer Batterieladung. Mitsubishi verlangt für den Wagen 34.390 Euro, Citroën 35.164 Euro. Den Peugeot Ion kann man nur leasen - für knapp 600 Euro im Monat.

Im Herbst kommen drei weitere Elektroautos nach Deutschland: Nissan liefert dann zu Preisen ab rund 35.000 Euro den Leaf aus, der etwa die Größe eines VW Golf hat. Die Japaner versprechen 109 PS, ein Höchsttempo von 145 km/h und rund 160 Kilometer Aktionsradius.

Bei Opel und Chevrolet starten die Modell-Zwillinge Ampera und Volt. Die Mittelklasse-Limousinen fahren mit einem 150 PS starken E-Motor bis zu 160 km/h schnell. Wenn die Akkus nach etwa 80 Kilometern leer sind, liefert ein kleiner Benzin-Generator den Herstellerangaben zufolge Strom für mehr als 400 weitere Kilometer. Der Ampera soll ab 42.900 Euro kosten, der Volt knapp 1.000 Euro weniger.

Nissan Leaf
Vorreiter bei Nissan: Mit dem Leaf bringt der japanische Hersteller im Herbst sein erstes E-Auto zu den deutschen Händlern.

Alle anderen Hersteller haben bislang nur wachsende Testflotten auf den Straßen und Pläne für elektrische Serienfahrzeuge. So will Audi 2012 mit der Kleinserienproduktion des Sportwagens E-Tron beginnen. In Großserie soll später ein neuer Kleinwagen zwischen A1 und A3 vom Band laufen, der aber nicht vor 2013 kommt. Diesen Wagen will Audi als reines E-Auto und als Plug-in-Hybrid anbieten.

Mercedes verfolgt eine ähnliche Strategie: Die Schwaben haben für 2012 eine Elektroversion des Flügeltürers SLS in kleinen Stückzahlen versprochen. Zeitgleich soll ein E-Smart das Produktportfolio ergänzen. Außerdem ist eine A-Klasse mit Batterie-Antrieb geplant.

Opel Ampera
Elektroauto mit kleinem Kraftwerk: Geht dem Opel Ampera der «Saft» aus, erzeugt ein Benzin-Generator Strom für zusätzliche Kilometer.

Als erstes Elektroauto von BMW ist 2013 das sogenannte Mega-City-Vehicle zu erwarten. Der Stadtwagen wird mit dem Namen i3 angeboten und besteht weitgehend aus dem Leichtbaustoff Karbon. Im selben Jahr will Volkswagen den Golf der nächsten Modellgeneration unter Strom setzen und möglicherweise auch eine E-Variante eines neuen Kleinwagens auf Basis der Studie Up bringen. Bereits ein Jahr früher plant Ford die Markteinführung des elektrischen Focus.

Gegenargumente im Überblick Die großen Probleme der neuen Stromer

Hoher Preis: Für einen Opel Ampera muss der Kunde mindestens 42.900 Euro an Opel überweisen, der Volt von GM ist 950 Euro günstiger. Ein auf konventionelle Spritspar-Technik setzender VW Golf BlueMotion kostet etwa die Hälfte: 21.850 Euro. Bei einem Preis von ungefähr 1,40 Euro pro Liter Diesel belaufen sich die Energiekosten des Golf Blue Motion auf 7,7 Cent pro Kilometer. Die Energiekosten des Ampera sind bei vergleichbaren Fahrleistungen nur 2,7 Cent pro Kilometer geringer, aber in der Anschaffung kostet er 21.050 Euro mehr. Michael Bargende, Leiter des FKFS Forschungsinstituts für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren in Stuttgart bestätigt: „Der Aufpreis für ein Elektroauto liegt bei mindestens 50 Prozent.“ Selbst nach Schätzungen der Industrie werden E-Autos künftig mindestens 4.000 bis 9.000 Euro teurer sein als herkömmliche Wagen.

Bild: obs

Bei den Importeuren stellen Renault und Nissan gleich mehrere neue E-Autos in Aussicht: Bis 2012 wollen die Franzosen vier Modelle auf den Markt bringen - vom zweisitzigen Stadtwagen Twizy bis zur Mittelklasse-Limousine Fluence. Nissan plant neben dem Leaf einen elektrischen Transporter, einen Luxuswagen für die Tochtermarke Infiniti und ein E-Mobil, dass die Eigenschaften von Auto und Motorrad vereint. Daneben haben noch andere ausländische Hersteller, unter anderem aus China, Batterie-Fahrzeuge angekündigt.

Die Preise für bereits erhältliche und für die nahe Zukunft angekündigte Elektroautos liegen bislang noch deutlich über denen vergleichbarer Modelle mit konventionellem Antrieb. Das werde sich in den nächsten Jahren ändern, glaubt Branchenexperte Dudenhöffer: "Je stärker sich die Nachfrage entwickelt, umso schneller gehen die Preise nach unten."

Für das Jahr 2011 rechnet er mit 1.800 Neuzulassungen batteriebetriebener Pkw, 2012 mit 4.500 weiteren Zulassungen. "Um das Jahr 2015 wird nach meiner Einschätzung ein Elektroauto vom Format des Nissan Leaf weniger als 30.000 Euro kosten", so Dudenhöffer.

Schwerpunkt Elektro-Auto

Quelle: dpa
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