Elektroautos
Sinkende Preise für Batteriezellen erwartet

Einen auf über 100 Milliarden Dollar wachsenden Markt für Batteriezellen sieht die Unternehmensberatung A.T. Kearney für Hybrid- und Elektrofahrzeuge im Jahr 2025 voraus. Der Druck auf die Industrie ist groß.
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DüsseldorfAuf über 100 Milliarden Dollar, etwa 78 Milliarden Euro, soll der Markt für Batteriezellen bei Hybrid- und Elektrofahrzeugen bis zum Jahr 2025 steigen. Das prognostiziert die amerikanische Unternehmensberatung A.T. Kearney in seiner Studie „E-Drive Batteries 2025“. Durch Preisdruck, Überkapazitäten und Investitionsbedarfe wird gleichzeitig großer Druck auf die Industrie erwartet, in der europäische Unternehmen ernsthaft bedroht seien. Allein in Europa dürfte das Marktpotenzial im Jahr 2025 bei über 20 Milliarden Dollar liegen. Profitieren könnten davon nur Unternehmen, die in den schwierigen nächsten fünf Jahren überleben.

Von aktuell 600 Dollar bis 800 Dollar pro Kilowattstunde einer Batterie für Elektrofahrzeuge könnten die Kosten laut der Studie um mehr als die Hälfte auf 290 Dollar je Kilowattstunde im Jahr 2025 sinken. Möglichkeiten dazu sieht das Marktforschungsunternehmen in neuen Technologien wie Hochvolt-Kathoden, Silizium-Anoden und verbesserten Elektrolyten. Auch die Kosten der Pack- und Zellherstellung würden sich über die größeren Mengen reduzieren. Damit könnte ein Hybridfahrzeug in Bezug auf die Gesamtkosten inklusive Verbrauch nur noch weniger teurer als ein Benziner sein.

Bedroht durch Überkapazitäten scheint ein Teil der weltweit über 30 Zellhersteller zu sein. Bei nur langsam wachsender Nachfrage werde die Produktionskapazität von etwa 50 GWh bis 2015 nur zu 50 Prozent bis 60 Prozent ausgelastet sein. Es würden aktuell Preise für Batterien verhandelt, die erst in drei bis fünf Jahren profitabel erreicht werden könnten. Daher werden mittelfristig wohl nur die großen finanzkräftigen, globalen Unternehmen überleben. Es wird erwartet, dass es eine Konsolidierung von aktuell über 30 Anbietern auf etwa zehn bis 2025 geben wird. Die Handvoll europäischer Unternehmen sei im Verhältnis der asiatischen Wettbewerber oft zu klein und zu teuer für eine dauerhafte Konkurrenzfähigkeit. Asiatische Hersteller hätten das Potenzial erkannt und werden bereits in Europa aktiv. Mehr Chancen wird den europäischen und insbesondere deutschen Chemieunternehmen eingeräumt, die für die Produktion der Batteriematerialien als gut aufgestellt beurteilt werden.

 

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