Elektromobilität

Deutschland tüftelt, Japan gibt Gas

Alle reden vom Elektro-Auto, doch bei der Produktion hinkt ausgerechnet Deutschland hinterher. Das zeigt der aktuelle Electric Vehicel Index. Japan hat weiter die Nase vorn.
  • Martin Seiwert
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Nur langsam kommen deutsche Hersteller mit ihren Elektro-Modellen voran. Der Opel Ampera zumindest fährt schon. Quelle: PR

Nur langsam kommen deutsche Hersteller mit ihren Elektro-Modellen voran. Der Opel Ampera zumindest fährt schon.

(Foto: PR)

DüsseldorfWer Takeshi Uchiyamada auf Elektroautos anspricht, läuft Gefahr, dass der 65-Jährige einen Stapel PowerPoint-Grafiken auspackt und einen Vortrag über etwas ganz anderes beginnt - über Hybridautos. Sparsame Benziner also, die zugleich einen Elektromotor haben und Bremsenergie zurückgewinnen können. Dass der Toyota-Vizepräsident so gern über diese Fahrzeuge redet, liegt nicht nur daran, dass er den Toyota-Hybridantrieb vor 17 Jahren erfunden hat. Die Technik ist, so glaubt Uchiyamada, der wichtigste Baustein für die Autos der Zukunft - egal, ob sie mit Benzin, Batterien oder Brennstoffzellen fahren.

„Entscheidend ist doch“, sagt Uchiyamada, „dass Toyota mit dem Hybridantrieb das Auto elektrifiziert hat“ - sprich: mit Batterie und Elektromotor ausgerüstet hat. „Damit haben wir die Plattform für alles, was kommt“, sagt der Physiker. „Wenn man den Benzinmotor weglässt, hat man ein reines Elektroauto. Und wenn es eines Tages eine flächendeckende Versorgung mit Wasserstoff gibt, kann eine Brennstoffzelle die Batterie ersetzen.“

Mehr als drei Millionen Mal hat Toyota seinen Hybridantrieb schon verkauft - alle 18 Monate kommt eine Million dazu. Die deutschen Autobauer eifern Toyota mit eigenen Hybridantrieben nach, kommen allerdings über Verkäufe in homöopathischen Dosen nicht recht hinaus. Die erste Runde der Elektrifizierung des Autos geht klar an Japan.

Wie sich jetzt abzeichnet, könnten die Japaner auch die zweite Runde für sich entscheiden - die Einführung des rein elektrisch angetriebenen Autos. Und das nicht zuletzt durch die weitsichtige Hybridstrategie von Toyota.

Das geht aus dem Elektroautoindex (Electric Vehicle Index, kurz: Evi) hervor, den McKinsey für die WirtschaftsWoche vierteljährlich erstellt. Der Evi gibt an, zu wie viel Prozent ein Land die Elektromobilität bereits jetzt erreicht, die Experten für das Jahr 2020 vorhersagen. Gemessen werden bei dem weltweit einzigartigen Ranking die Nachfrage und das Angebot von Elektroautos.

„Die deutschen Autos kommen später, sollen dafür aber perfekt sein“
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5 Kommentare zu "Elektromobilität: Deutschland tüftelt, Japan gibt Gas"

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  • Japan ist mal wieder einen Schritt voraus. Der Prius Hybrid war das richtige Proudukt zur richtigen Zeit. Siehe zb USA Absatz Prius, gigantisch. Die Deutschen werden die Vorteile von Hybridautos auch noch erkennen, aber erst nach einer kurzen Denkpause. Vllt liegts am demographischen Wandel...

  • Ich muss mir nur ein paar einfache Fragen stellen, um festzustellen, ob ich mir ein E-Auto anschaffen würde:

    - Könnte ich in meiner Mietgarage Strom tanken?
    Schade, kann ich nicht.

    - Könnte ich zu meinem nächsten Urlaub im nahen Ausland (1.000 km Anfahrt) mit meinem E-Auto hinfahren?
    Schade, könnte ich nicht.

    - Gibt es ein E-Auto, das platzmäßig und leistungsmäßig mit meinem bisherigen sportlichen Kompakten vergleichbar ist?
    Schade, gibt es weit und breit nicht.

    - Ist das E-Auto wenigstens günstiger in der Anschaffung?
    Schade, ist es nicht.

    - Ist das E-Auto wenigstens praktischer als mein Benziner?
    Schade, ist es auch nicht.

    Also, was bleiben dann noch für Argumente, die für das E-Auto sprechen?

    Das Öl irgendwann ausgeht? Von mir aus. Bis dahin können wir es ja noch verbrennen. Besser, als daraus Plastiktüten zu machen.

    Das E-Mobilität umweltfreundlicher ist? Wusste nicht, dass man Batterien kompostieren oder im Hausmüll entsorgen kann.

    So what?

  • Jetzt tummeln sich die Anti-E-Auto Trolle auch schon beim Handelsblatt. Verbreitet doch euren FUD woanders.

    Es soll Leute geben, die benutzen ein Auto auch zum Fahren. Und wenn man viel fährt, auch viele Kurzstrecken, dann lohnt sich der Umstieg auf einen elektrischen Antrieb.
    Warum wohl sind Firmen wie UPS, Fedex, Post usw. gerade dabei, Fahrzeuge mit E-Antrieb zu testen und einzuführen. Weil es auf Dauer billiger wird als mit Diesel oder Benzinbetriebenen Fahrzeugen.
    Guckst Du hier: http://smithelectric.com/
    Werden Sie von einem deutschen Autohersteller unterstützt oder gar vom VDA ?

  • Die Technologie der Elektroautos ist noch viel zu teuer. Batterien kosten den Besitzer ca 800 Euro im Jahr, ob das Fahrzeug steht oder viel faehrt. Dafuer kann ich mir eine Menge Treibstoff kaufen. Auch der Anschaffungspreis ist viel zu hoch.
    Mich kann diese Technologie nicht ueberzeugen!

  • Ja so ist es. Wir in D sind doch sehr arrogant und meinen der Diesel wird es richten.
    Der Diesel ist hervorragend und lässt sich noch verbessern. Bessere Motoren, Getriebe, etc.. Alles besser, teurer, größer. Die Parkplätze werden schon für den Panamera, M-Klasse ausgezeichnet. Ja die Welt braucht sparsamme Panameras damit auf den Bundesstrassen durch Ortschaften mit 30kmh (Hagnau, Bodensee) gefahren werden kann.
    Da rollt dann der Hybrid elektrisch durch.
    Ja der Diesel machts.
    Ironisch: Retten wir Griechenland, Italien, etc., dann haben die ihre Schulden los und die Reichen dort können sich wieder neue Autos kaufen. Die Oberklasse natürlich.
    Realistisch: Wir leben von der Oberklasse und da macht Hybrid wenig Sinn. Bei 200kmh ist es nur Balast, der Hybrid, E-Antrieb.
    Somit sind wir richtig unterwegs.

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