Entwicklungschef hält politische Unterstützung für nötig
Honda verspricht Serienmodell mit Brennstoffzelle

Der japanische Autohersteller Honda will in zehn Jahren Brennstoffzellenautos zum Preis heutiger Oberklassewagen anbieten.

dih LONDON. Derzeit koste die Produktion eines mit Wasserstoff betriebenen Honda FCX noch rund 100 Millionen Yen (735 000 Euro), sagte Chefingenieur Yuji Kawaguchi dem Handelsblatt am Rande einer Brennstoffzellenmesse in London. Doch Honda sei dabei, den Preis durch Einsatz neuer Materialien und durch die Reduzierung der Zahl von Bauteilen zu drücken. Er rechne damit, den Preis auf rund ein Zehntel senken zu können. Dann sei eine Serienproduktion möglich.

Honda hat als erster Hersteller ein Brennstoffzellenauto an einen privaten Nutzer geliefert: Die kalifornische Familie Spallino fährt seit Juni mit einem von 20 FCX, die bisher in den USA und Japan ausgeliefert wurden. Das Modell hat eine Reichweite von 430 Kilometern, kann 150 Stundenkilometer schnell fahren und ist für den kommerziellen Einsatz in beiden Ländern zugelassen. Eine verbesserte Version wird Honda Ende des Monats auf der Tokyo Motor Show zeigen.

Auch andere Autokonzerne arbeiten an der Brennstoffzellentechnik: Daimler-Chrysler und Ford entwickeln ebenso solche Antriebe wie GM und Toyota. BMW will die Brennstoffzelle nur als Stromerzeuger einsetzen, entwickelt aber derzeit einen Motor, der Benzin und Wasserstoff verbrennen kann. Experten halten es für realistisch, dass um 2015 die ersten Brennstoffzellen-Serienautos auf den Markt kommen.

Die hohen Benzinpreise und die Diskussion um die Versorgungssicherheit würden der Brennstoffzellentechnik helfen, sagt Kawaguchi. Auch die Markterfolge der Hybridautos, die herkömmliche Verbrennungsmotoren mit elektrischen Antrieben kombinieren, bereiteten den Boden für die emissionsfreie Brennstoffzelle, die das Auto durch Umwandlung von Wasserstoff in Strom antreibt.

Für den Durchbruch auf dem Markt werde die Technologie jedoch politische Unterstützung benötigen, gesteht Kawaguchi. Die Regierungen müssten das Bewusstsein der Konsumenten für den Umstieg auf emissionsarme Autos schärfen – und beim Aufbau der nötigen Infrastruktur helfen. Brennstoffzellenfahrzeuge brauchen ein Netz von Wasserstoff-Tankstellen – ein Problem, das schon die Ausbreitung anderer alternativer Antriebe gebremst hat.

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