Erich Bitter will es mit 72 noch einmal wissen und stellt ein neues Sportcoupé vor: "Bitter kriegt man nicht kaputt“

Erich Bitter will es mit 72 noch einmal wissen und stellt ein neues Sportcoupé vor
"Bitter kriegt man nicht kaputt“

In den 70er und 80er Jahren hießen Autoquartette „Tolle Flitzer“ oder „Heiße Öfen“. Immer mit dabei war der schnittige „Bitter CD“. Konstrukteur Erich Bitter stellt jetzt, im Alter von 72 Jahren, auf dem Genfer Autosalon mit dem Bitter CD 2 nach 30 Jahren wieder ein neues Sportcoupé vor.

FRANKFURT. Mit seiner 30-Mann-Firma hat Bitter das geschafft, was General Motors, dem größten Automobilhersteller der Welt in Europa nicht gelungen ist. Das 100 000 Euro teure Edelcoupé hat einen Hubraum von 5,7 Litern. Mit rund 400 PS beschleunigt der 1,7 Tonnen schwere Bitter CD 2 auf mehr als 250 Kilometer pro Stunde.

Nach dreißig Jahren kommt mit dem Bitter CD 2 wieder ein Sportcoupé von Ihnen auf den Markt. Sind Sie froh, noch einmal ein Auto zur Serienreife gebracht zu haben?

Und wie. Letztes Jahr hatte ich nur den Prototypen da. Das ist ein Unterschied, ob Sie schwanger sind oder ein Kind haben. Jetzt hab ich wieder ein Kind. Wollen wir mal sehen, ob das Kind laufen kann.

Kann es?

Klar. Ich habe jetzt das Geld für die Serienproduktion zusammen. Wenn jemand kommt und sagt, Erich, bau mir ein Auto, dann mach ich das.

Das Auto kostet immerhin 100 000 Euro. Gibt es schon erste Kunden?

Sie ahnen ja nicht, was in Genf los ist. Da gibt es eine Menge Leute, die den ersten neuen Bitter haben wollen. Aber der ist schon fest versprochen. Nummer 1 geht an einen alten Freund von mir.

Paul Breitner?

Paul? Der weiß das noch gar nicht. Nein, den Name verrat ich nicht. Er ist schon über 80 und lebt sehr zurückgezogen.

Sollten Sie mit 72 Jahren nicht auch langsam drüber nachdenken? Sie könnten längst in Mallorca in der Sonne zu liegen, anstatt in der Werkstatt zu stehen.

Was soll ich denn auf Mallorca? Da krieg ich nur einen Sonnenbrand und bin von alten Menschen umgeben. Ich kann heute noch einen Halbmarathon laufen. Einen Krückstock brauch in auch noch nicht. Ich fahr auch noch selbst Auto.

Bestimmt den neuen Bitter. Warum sollte ich mir so ein Auto kaufen?

Weil das ein Bombenauto mit einem brandneuen Motor ist. Die Mechanik vom alten CD ist ja heute schon etwas veraltert. Der CD 2 hat den Motor von der neuen Corvette. Der macht mich richtig glücklich.

Soviel Glück hatten Sie nicht immer. Ende der 80er Jahre ist ihre Firma ins wirtschaftliche Abseits geschlittert.

Das mit dem Börsengang in Amerika ging 1996 auch schief. Ein Anlagebetrüger hat sie um die Früchte ihrer Arbeit gebracht.

Ja, ich hab’ furchtbar viel Geld verloren. Dieser Anlageberater saß vorher schon acht Jahre im Knast, bevor ich ihn getroffen habe. Ich wollte damals eine richtige Aktiengesellschaft aufziehen, und war sogar schon gelistet an der Nasdaq. Es ärgert mich, dass ich das mit diesem Betrüger vorher nicht geahnt habe.

In den Siebzigern haben Stars wie Paul Breitner oder Rosi Mittermeier den Bitter CD zum Kult gemacht. Wird der Neue auch wieder ein Kultfahrzeug?

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