eRockit : Ein Fahrrad auf der Überholspur

eRockit
Ein Fahrrad auf der Überholspur

Fahrräder mit Hilfsmotor haben nicht mehr nur den Ruf lahmer Seniorenmobile, sie sind mittlerweile echte Alternativen im Straßenverkehr. Eine besonders schnelle und schöne ist das eRockit.
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Es sieht aus wie ein modernes Motorrad und wiegt mit seinen 120 Kilogramm auch deutlich mehr als ein E-Bike, fällt aber in die Kategorie des motorisierten Fahrrads: Wer sich mit dem Berliner eRockit fortbewegen will, muss wie beim gewöhnlichen Drahtesel zunächst einmal treten.

Allerdings wird die Kraft nicht direkt auf die Straße übertragen, sondern über spezielle Elektronik an den 9 kW/12 PS starken E-Motor geleitet. Und der multipliziert die menschliche Muskelkraft so, dass der Spurt von der Ampel weg fast wie bei einem Motorrad ausfällt.

Wo S-Pedelecs maximal 45 km/h schaffen, wird das eRockit in der Spitze bis zu 80 km/h schnell und darf somit sogar auf Autobahnen fahren. Mit seiner Leistung von 8.000 Watt ist es seiner Konkurrenz mit maximal 500 Watt deutlich überlegen.

Der 12-PS-E-Motor entwickelt ein Drehmoment von 75 Nm, das übertrifft sogar das einer Harley Davidson Sportster 833 Iron. Als Akku kommt eine Lithium-Eisen-Phosphat-Batterie zum Einsatz, die eine Kapazität von 3,1 kW/h besitzt. Das reicht nach einer maximalen Ladezeit von 3,5 Stunden für eine Reichweite zwischen 50 und 70 Kilometern. Die stärkere Ausführung hat eine Kapazität von 6,4 kW/h und kommt damit über 100 Kilometer weit, danach muss für sieben Stunden aufgeladen werden.

Und wie sieht es mit der behördlichen Einstufung des eRockit aus? Sie ist technisch betrachtet ein Pedelec, gefühlt jedoch ein Motorrad, zumindest wenn man die Beschleunigungswerte betrachtet. Der Gesetzgeber hat es als Leichtkraftrad eingestuft.

Damit ist ein Helm verpflichtend, außerdem benötigt der Besitzer eine entsprechende Straßenzulassung mit Kennzeichen- und Versicherungs-Pflicht. Um es fahren zu dürfen, ist ein Motorradführerschein oder ein Klasse-3-Führerschein erforderlich, der vor dem 1.4.1980 ausgestellt wurde.

Erhältlich ist das eRocket in verschiedenen Rahmenfarben und Sattelhöhen. Mindestens 12.460 Euro müssen investiert werden. Die Ausführung mit dem leistungsstärkeren Akku kostet sogar stolze 15.360 Euro.

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  • Eine Elektro-Vespa kostet in China ein Zehntel. Durch Zoll und Steuern importiert nach D verdoppelt sich zwar der Preis aber 3000€ für einen zweisitzigen Elektroroller mit 45 km/h und 50 km Reichweite hört sich stadttauglicher an als diese Neuentwicklung.

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