Erstmals weniger als 5.000 Opfer auf deutschen Straßen 2007
Zahl der Verkehrstoten auf historischem Tiefstand

Die Zahl der Verkehrstoten auf historischem Tiefstand, aber mehr Verletzte: Bei Unfällen auf deutschen Straßen sind 2007 so wenig Menschen getötet worden wie noch nie seit Einführung der Statistik im Jahr 1953.

ap WIESBADEN. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 4.970 Todesopfer gezählt, das waren 121 oder 2,4 Prozent weniger als 2006, wie das Statistische Bundesamt am Montag auf der Grundlage vorläufiger Zahlen berichtete. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) begründete die Entwicklung mit umsichtigerem Verhalten der Verkehrsteilnehmer. „Allerdings ist jedes Opfer im Verkehr eines zu viel“, sagte der Minister in Berlin. „Deswegen dürfen wir uns auf dem Erreichten nicht ausruhen.“

Zum ersten Mal wurde bei der Jahreszahl der Todesopfer die 5.000er Marke unterschritten. Allerdings stieg die Zahl der Unfälle und der Verletzten. Unterm Strich musste die Polizei 2007 rund 2,3 Millionen Unfälle aufnehmen, 2,7 Prozent mehr als 2006. Die Zahl der Verletzten nahm um 2,2 Prozent auf 431.500 zu.

Verglichen mit 1970 sank die Zahl der Todesfälle nunmehr auf weniger als ein Viertel des damaligen Standes. Angesichts der Zahlen für die ersten sechs Monate 2007 war noch eine Zunahme befürchtet worden. Pro Tag kamen statistisch etwa 14 Menschen auf deutschen Straßen um.

Für die einzelnen Unfallarten lagen den Statistikern noch keine Zahlen für das Gesamtjahr vor, nur für die ersten zehn Monate: So nahm allein von Januar bis Oktober die Zahl der getöteten Motorradfahrer um 3,9 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres zu. Zugleich ging aber die Zahl der getöteten Kinder und Jugendlichen (unter 15 Jahre) um 9,1 Prozent zurück. Bei Unfällen mit Pkw starben in diesem Zeitraum 2.191 Menschen, 0,1 Prozent mehr als von Januar bis Oktober 2006.

In insgesamt sechs Bundesländern gab es mehr Verkehrstote als im Vorjahr: So nahm die Zahl in Bremen um 19 Prozent zu, im Saarland um 11 Prozent, in Bayern um 8,9 Prozent, in Hamburg um 7,1 Prozent, in Niedersachsen um 4,5 Prozent und in Brandenburg um 0,4 Prozent. Prozentual am stärksten zurück ging die Zahl der Verkehrstoten in Berlin (minus 24 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (minus 22 Prozent) und in Rheinland-Pfalz (minus 18 Prozent).

Durchschnittlich starben im vergangenen Jahr je eine Million Einwohner 60 Personen bei Verkehrsunfällen. Unter dem Bundesdurchschnitt lagen die drei Stadtstaaten Berlin (16), Hamburg (17) und Bremen (29) sowie Nordrhein-Westfalen (40). Deutlich darüber rangierten die ostdeutschen Länder Brandenburg (103), Sachsen-Anhalt (87) und Mecklenburg-Vorpommern (86).

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