Eurobike 2014

Aber bitte mit Saft

Die Elektrifizierung hat den Fahrradmarkt kräftig durcheinandergewirbelt. In fast jedem Zweirad-Segment gibt es mittlerweile Modelle mit E-Motor-Unterstützung. Und es werden immer mehr, wie die Messe Eurobike zeigt.
Kommentieren
  • Spotpress
Eurobike 2014 - Aber bitte mit Saft Quelle: Haibike

Auch wenn hartgesottene Offroad-Radler E-Mountainbikes keines Blickes würdigen, die Entwicklung rollt eindeutig in Richtung elektrifizierte Geländegänger.

Der Fahrradmarkt war bis vor einigen Jahren eine überschaubare, aber auch eintönige Größe. Auf der einen Seite standen die sportlichen Räder wie Mountainbikes und klassische Rennräder, auf der anderen Seite die Stadt- und Trekkingräder für die komfortsuchende Kundschaft. Mit der Verbreitung des E-Bikes hat sich das Gefüge grundlegend verändert, und wer heute vor der europäischen  Leitmesse Eurobike in Friedrichshafen (27. bis 30. August) einen Trend ausmachen will, gerät schnell in schwieriges Gelände.

„Fragen Sie sechs Experten nach dem Trend der kommenden Jahre, und Sie bekommen sieben Antworten“, beschreibt Gunnar Fehlau vom Pressedienst Fahrrad die Situation. Einig sind sich allerdings alle Beobachter, dass die Räder mit elektrischer Trittunterstützung, die sogenannten Pedelecs, ihren Siegeszug weiter fortsetzen werden. „Für Hersteller hochwertiger Räder stellt sich inzwischen die Frage“, so Fehlau, „ob man sich die konventionellen Modelle komplett spart und sich stattdessen ausschließlich auf die Pedelecs konzentriert.“

Schließlich kosten aufwendig konstruierte Reise- oder Mountainbikes schnell mehr als 2.000 Euro, und in dieser Preislage beginnen auch die Preislisten für die seriösen E-Bikes. Von den zwei Millionen im Fachhandel verkauften Fahrräder besitzen rund 400.000 die elektrische Trittunterstützung.

Die E-Bike-Trends des Jahres
08
1 von 14

Grace One

Nach Unternehmensangaben handelt es sich hier um das erste E-Motorbike. Ein klassischer Verbrennungsmotor ist natürlich nicht verbaut. Das Gefährt, das ohne treten bis zu 45 km/h schafft, hat einen motorrad-typischen Gasgriff.

An diesem kann je nach Bedarf die Leistung des Elektromotors abgefragt werden, der E-Bike untypische 1300 Watt erzeugt. Einen Spitzenwert erreicht das Modell mit 33,5 Kilogramm auch im Gewicht. Für knapp 4.400 Euro gibt es das Rad in der günstigsten Variante. Die Pro-Version kostet schon 7.999 Euro.

02
2 von 14

Stromer ST2

Die erst 2009 aus der Schweizer Firma Thömus hervorgegangene Fahrradmarke Stromer hat mittlerweile ihr drittes Modell auf den Markt gebracht. Inspiriert durch Marken wie Tesla, Apple und Google, versucht Stromer Informationstechnologie und Elektromobilität in einem Produkt zu vereinigen.

Das seit 2011 zum Hersteller BMC gehörende Unternehmen hat dazu eigens die cloudbasierte Plattform Omni entwickelt. Über sie ist unter anderem die GPS-Aufzeichnung der Fahrt, sowie die Einstellung des Motors möglich. Auch bietet der neue Zugang Möglichkeiten zum Diebstahlschutz, wie das Blockieren der Räder und eine GPS-Verfolgung.

Das Schweizer Produkt kommt mit hydraulische Scheibenbremsen der Marke Magura sowie einer 20-Gang-Shimano-Schaltung. Den Elektro-Antrieb übernimmt ein Bosch-Motor mit 35 Newtonmeter Drehmoment und 500 Watt Leistung - damit schafft das Rad laut Hersteller Distanzen von bis zu 150 Kilometern bei einer Spitzengeschwindigkeit von 45 km/h.

03
3 von 14

Ebike Cross Country Racer

Bei Ebike setzt man auf den Faktor Sport: Das Cross-Country-Rad soll Kraft und Dynamik miteinander vereinen. Dafür werden Elektromotor und ein klassisches Mountainbike gepaart.

Das Ergebnis: ein 19 Kilogramm schweres Sportbike mit 40-50 Newtonmeter und 250 Watt Leistung. Der Bosch-Mittelmotor holt hieraus 25 km/h und bis zu 140 Kilometer Reichweite. Mit Scheibenbremsen und 9-Gang-Schaltung von Shimano sowie einstellbarer Federgabel kostet das Rad 1.895 Euro.

04
4 von 14

Flyer C-Serie Next Generation

Auch die Klassiker unter den E-Bikes sind weiter beliebt: Fahrräder für die Alltagsmobilität und gemütliche Touren. Zum zehnten Geburtstag bringt Flyer eine Neuauflage seiner C-Serie. Besonders viel Komfort und große Bedienerfreundlichkeit sollen weiterhin gemütliche Tourenfahrer ansprechen.

Eine extrem tiefe Einstiegsvariante macht es leicht, sich auf den Sattel zu schwingen. Das Modell kostet dabei in der günstigsten Variante umgerechnet rund 2.860,00 Euro. Wahlmöglichkeiten bestehen von der Schaltungsvariante bis hin zum Antrieb. Hier kann sich zwischen einem 250 oder 350 Watt Panasonic Motor entschieden werden. Damit sind entsprechende Geschwindigkeiten von 25 und 45 km/h möglich.

05
5 von 14

Riese & Müller Load Hybrid

Bei Riese & Müller geht es nicht nur um das Schneller und Weiter sondern auch um ein Größer und Schwerer. Das Lastenfahrrad Load Hybrid kann bis zu 200 Kilogramm zusätzliches Gewicht transportieren. Ein besonders niedriger Schwerpunkt bietet trotz großer Last laut Hersteller gute Fahrstabilität. Je nach Ausführung schafft das Gerät zwischen 25 und 45 km/h und wiegt 33 bis 35 Kilogramm. Wer beim Transport auf das Auto verzichten will, soll hier eine Alternative finden.

06
6 von 14

Kalkhoff Sahel Compact Impulse 8

Für die zum größten, deutschen Fahrradhersteller, der Derby Cycle Werke GmbH, gehörende Marke machten schon Modellgrößen wie Uschi Obermaier Werbung. Mit dem Sahel Compact Impulse bringt das Unternehmen ein kleines Rad groß raus. Das Kompaktrad wird von einem 250-Watt-Motor der Firma Impulse angetrieben und kostet je nach Batterievariante 2.499 bis 2.699 Euro.

07
7 von 14

Flyer Tandem Deluxe

Wer jetzt nicht richtig mit tritt, fällt erst später auf: Der Trittkraftverstärker dieses Tandems springt mit seinen 250 bis 350 Watt auch für faule Beifahrer ein. Erhältlich ist das Fahrrad ab umgerechnet rund 4.500 Euro.

Als erster Hersteller hat inzwischen die Darmstädter Edelmanufaktur Riese und Müller reagiert und bietet nur noch elektrifizierte Räder an. Allerdings war die Edelmanufaktur schon immer im höchsten Preisniveau unterwegs. Seit 1995 bietet das Unternehmen das „Culture“ an, dessen fünfte Modellgeneration nun auf der Eurobike  gezeigt wird.

Dabei setzten die Designer auf Bewährtes, erhielten die Silhouette und spendierten dem Rad einen vollkommen neuen Hinterbau samt Gepäckträger mit integriertem Schloss, das allerdings nicht viel Sicherheit bietet. Der Akku des vollgefederten Modells verschwindet im Rahmen, und auch der Bosch-Mittelmotor passt sich dem Design an. Das mit Scheibenbremsen ausgerüstete Stadtrad ist in vier Versionen lieferbar und kostet mindestens 4.200 Euro.

Deutlich preiswerter ist das kompakte Stadtrad Pony, ebenfalls von Riese und Müller, das auf sportlich orientierte Cityradler zielt und sich beim Design an BMX-Modelle anlehnt. Das Rad wird in einer Größe mit variabler Sattelstütze angeboten und eignet sich für Fahrer, die zwischen 150 und 195 cm messen.

„Pony“ und „Flogo“
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Eurobike 2014 - Aber bitte mit Saft

0 Kommentare zu "Eurobike 2014: Aber bitte mit Saft"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%