Exklusive Sportwagen
Ein Russe träumt vom Bat-Mobil

Der frühere Showmaster und Rennfahrer Nikolay Fomenko baut exklusive Sportwagen und will damit Ferrari Konkurrenz machen. Sein russischer Flitzer "Marussia", der stark an das Bat-Mobil erinnert, soll europäische Marken vor allem in Sachen Extravaganz schlagen. Doch noch hapert es bei der Qualität.
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MOSKAU. Beim Blick in den Rückspiegel dürfte manchem Lada-Fahrer das Herz stehenbleiben, wenn ihn dieser Flitzer verfolgt: Marussia, Russlands erster Sportwagen aus heimischer Produktion, sieht ein bisschen aus wie das Bat-Mobil – Scheinwerfer als spitze Augen, ein Kühlergrill in Gestalt tiefer Nasenlöcher, wahlweise schwarz oder orange lackiert.

Hinter dem neuen Stolz russischer Ingenieurskunst steckt Nikolay Fomenko, ein ehemaliger Showmaster und Rennsportler. Der von ihm entwickelte Sportwagen soll unter dem Markennamen Marussia etablierten Herstellern wie Ferrari oder Lamborghini Konkurrenz machen. Um die Bekanntheit der Marke zu steigern, stieg Marussia jüngst beim britischen Formel-1-Team Virgin ein.

Auf einem Fabrikgelände im Norden von Moskau, wo zu Sowjetzeiten Waffen und Waschmittel hergestellt wurden, fertigt Marussia Motors die ersten beiden Modelle in Serie. Bis 2014 will das Unternehmen rund 10 000 Sportwagen jährlich verkaufen – und damit fast doppelt so viel wie der Wettbewerber Ferrari, der vergangenes Jahr gut 6 000 Fahrzeuge absetzte.

Auf dem Werksgelände heult ein Motor auf. Sekunden später sitzt der 48-jährige Fomenko mit Goldkettchen und aufgeknöpftem Polohemd im Konferenzraum und lästert über die Konkurrenz. Sportwagen aus europäischer Produktion sehen alle gleich aus, findet er, und zählt deutsche Marken auf. „Die Kunden dieses Segments wollen extravagante Autos und keine Massenprodukte“, sagt er. Darum habe er sich ans Reißbrett gestellt und futuristische Designs entworfen, die auffallen. Und das zu einem in diesem Bereich günstigen Preis: In der Basisausführung soll ein Sportwagen für 100 000 Euro zu haben sein – also für weniger als die Hälfte dessen, was ein Ferrari kostet.

Russland ist technologisch zu limitiert, um solche Sportwagen komplett im Land zu bauen. Die bis zu 420 PS starken Motoren fertigt der Formel-1-Zulieferer Cosworth im englischen Northampton. Renault liefert Getriebe, Continental Reifen, die Achsen produziert der schwäbische Mittelständler KW Automotive. Vor Ort in Russland bestellt Marussia Motors Stahl und Plastikkomponenten, montiert werden die Teile in Moskau.

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