Experten fürchten rote Zahlen
Autoversicherer senken die Preise

Die deutschen Autoversicherer verschärfen ihren Preiskampf. Anders als in den letzten drei Jahren warten sie mit Sonderangeboten und Tarifsenkungen nicht mehr bis zum branchenweit üblichen Kündigungstermin am 30. September.

KÖLN. Die HUK-Coburg, nach Prämie gerechnet die Nummer zwei im Markt hinter der Allianz, bietet seit April einen neuen Kasko-Tarif an, bei dem die Kunden rund 15 Prozent weniger Prämie zahlen, wenn sie bereit sind, im Schadensfall eine der 1 200 Vertragswerkstätten der Versicherungsgruppe anzusteuern. Der viertgrößte Autoversicherer LVM hat den Tarif um kostenlose Leistungen wie die „Mallorca-Police“ aufgepeppt, die zusätzlichen Schutz bei Fahrten mit Mietwagen im Ausland beinhaltet. Die Direktversicherer Ontos und Directline bieten Sondertarife an, und die Axa gewährt allen Kunden einen Frühbucherrabatt, die sich bis Ende August für einen Wechsel ab 2007 entscheiden. Die Aachen- Münchener Versicherung hat für Ende Juni einen neuen Tarif angekündigt, mit dem sie „moderat“ die Preise senken will.

Der Marktführer Allianz will indes mit seinem neuen Tarif bis zum Herbst warten. Die Münchener werden sich nach eigener Aussage dem Wettbewerb stellen, aber einen Preiskampf vermeiden.

Diese Preissenkungen drücken die Erträge der Gesellschaften. „Nach der kurzen Erholungsphase scheint der Weg in die roten Zahlen für die Autoversicherer nun vorgezeichnet“, befürchtet daher Arno Junke, der im Vorstand der Kölnischen Rückversicherungsgesellschaft für das deutsche Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft zuständig ist. Die Versicherer verzichteten bewusst auf Margen, um in dem gesättigten Markt zu wachsen, sagt er. Die Vertriebe stünden unter enormem Druck und wären zunehmend auch wieder zu „Beliebigkeitsrabatten“ bereit, also zu Preiszugeständnissen ohne Kalkulationsgrundlage. Verschärft haben Versicherer wie HUK, Axa, Gothaer, DBV-Winterthur den Wettbewerb zudem mit preiswerteren Zweittarifen, die zum Teil über das Internet angeboten werden.

Für das laufende Jahr sieht Junke noch eine Gewinnchance in der Autoversicherung. Spätestens im nächsten Jahr schreiben die Autoversicherer seiner Einschätzung nach wieder Verluste, weil die preiswerteren Tarife zunehmend auf die Durchschnittsbeiträge durchschlagen.

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